Abschied mit symbolischem Geschenk: Feuchtwanger Bürgermeister Ruh erhält Ehrenuhr | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.04.2026 11:30

Abschied mit symbolischem Geschenk: Feuchtwanger Bürgermeister Ruh erhält Ehrenuhr

Sie beenden ihr Engagement für den Feuchtwanger Stadtrat: Dieter Wagner, Holger Giese, Angelika Beck, Martin Schneider, Wolfgang Hauf, Maximilian von Jacobs, Patrick Ruh, Friedrich Stark und Michael Köhnlein. (Foto: Martina Haas)
Sie beenden ihr Engagement für den Feuchtwanger Stadtrat: Dieter Wagner, Holger Giese, Angelika Beck, Martin Schneider, Wolfgang Hauf, Maximilian von Jacobs, Patrick Ruh, Friedrich Stark und Michael Köhnlein. (Foto: Martina Haas)
Sie beenden ihr Engagement für den Feuchtwanger Stadtrat: Dieter Wagner, Holger Giese, Angelika Beck, Martin Schneider, Wolfgang Hauf, Maximilian von Jacobs, Patrick Ruh, Friedrich Stark und Michael Köhnlein. (Foto: Martina Haas)

„Wem die Stunde schlägt” ist vielleicht die Idee, die hinter dem Abschiedsgeschenk für ausscheidende Mitglieder des Feuchtwanger Stadtrats steht: eine Taschenuhr. Kann sein, dass damit daran erinnert werden soll, dass es ein Amt auf Zeit ist. Am Mittwochabend wurden die Uhren an diejenigen überreicht, die ab 1. Mai nicht mehr dabei sind.

Auch Bürgermeister, die aus ihrem Amt scheiden, erhalten zur Erinnerung an ihr Wirken für die Stadt Feuchtwangen eine Uhr. Seit der Gebietsreform wurde dieses Geschenk bisher erst einmal überreicht: 2008 an Wolf Rüdiger Eckhardt, der damals nach 36-jähriger Amtszeit nicht mehr angetreten war. Sein Nachfolger wurde vor 18 Jahren Patrick Ruh, CSU-Kommunalpolitiker, so wie Eckhardt. Für ihn endet am 30. April nach drei Wahlperioden seine Amtszeit. Herbert Lindörfer, Feuchtwanger CSU-Ortsvorsitzender, Stadtrat und dritter Bürgermeister, überreichte an Ruh jetzt das zweite Exemplar dieses speziellen Zeitmessers.

Beim Amtsantritt war die Welt noch eine andere

Lindörfer war es auch vorbehalten, die Abschiedsworte für den ausscheidenden Bürgermeister zu finden. Er sprach von der täglichen Verantwortung, die ein Stadtoberhaupt trage und von vielen Entscheidungen, die bleiben.

Als Patrick Ruh 2008 sein Amt angetreten habe, sei das noch eine andere Zeit gewesen: vor der Finanzkrise 2009, vor der Corona-Pandemie und vor den Kriegen in der Ukraine, in Gaza und im Iran. „Die Herausforderungen waren nicht absehbar”, blickte Lindörfer zurück. Politische Führungsstärke zeige sich daran, eine Stadt so aufzustellen, dass sie auch durch rauhe See kommen könne.

Trotz der weltweiten Krisen stehe Feuchtwangen heute gut da, betonte Lindörfer, sowohl wirtschaftlich als auch gesellschaftlich. Die Grundlagen stimmen, die Entwicklungen tragen weiter. „Das ist das bleibende Vermächtnis” der politischen Arbeit Ruhs, führte Lindörfer weiter aus. Ruh hinterlasse Spuren in der Entwicklung der Stadt, die auf festem Fundament ruhe und Spielräume lasse.

Politik ist kein „Applausberuf”

Politik sei kein „Applausberuf”, sondern bedürfe Kompetenz und eRfahrung, aber auch die Fähigkeit, Kritik auszuhalten, umschrieb er das „Jobprofil” eines Bürgermeisters. Dessen Arbeit müsse künftigen Generationen dienen. Patrick Ruh habe diese Aufgabe ausdauernd erfüllt.

Demokratie wiederum erlaube Veränderung und wahre die Würde des Amtes, ging er auf das Fundament des Staates ein. Wahlen seien dabei das Fundament und auch der Ausdruck des Veränderungswillens, erklärte Lindörfer. Die Verabschiedung des bisherigen Rathauschefs Ruh im Stadtrat sei ein „Zeichen politischer Reife”.

Nach dieser Rede standen alle Stadträtinnen und Stadträte auf und zollten Patrick Ruh lange und laut Applaus. Der so Gewürdigte ergriff danach ebenfalls das Wort.

Arbeit von gegenseitigem Respekt geprägt

Er habe dreimal das Vertrauen der Menschen in Feuchtwangen bekommen, blickte Ruh auf seine Amtszeit zurück. In den vergangenen 18 Jahren sei Feuchtwangen seine Heimatstadt geworden, der er auch treu bleibe. Dem Stadtrat schrieb er ins Poesiealbum, dass die Zusammenarbeit stets professionell und konzentriert gewesen und von gegenseitigem Respekt geprägt gewesen sei

Zuvor waren die Mitglieder des Gremiums verabschiedet worden, die ab 1. Mai nicht mehr dabei sind: Angela Beck war seit 2020 Mitglieder CSU-Fraktion. Holger Giese (SPD) war 2023 für Georg Sperling ins Gremium nachgerückt. Zwei Wahlperioden war Wolfgang Hauf von 2014 bis 2026 Mitglied der Grünen-Fraktion. Maximilian von Jacobs war für die Unabhängige Bürgerschaft seit 2020 im Gremium.

Abschied auch von Ortssprechern

Martin Schneider (CSU) erlebte bereits seinen zweiten Abschied: Zweimal war er Nachrücker. Von 2019 bis 2020 und in der aktuellen Wahlperiode seit 2023. Die längste Stadtratserfahrung hat Friedrich stark (CSU) gesammelt: Er war seit 2002, also vier Wahlperioden lang, Mitglied im Gremium.

Auch einige Ortssprecher wurden verabschiedet: Michael Köhnlein aus Larrieden und Dieter Wagner aus Banzenweiler. Schließlich galt der Dank auch zweitem Bürgermeister Walter Soldner und drittem Bürgermeister Herbert Lindörfer.

north