In Rothenburg ist die kommunale Wärmeplanung auf der Zielgeraden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.04.2026 07:00

In Rothenburg ist die kommunale Wärmeplanung auf der Zielgeraden

Welche Energiequellen werden zukünftig genutzt, um in den Wohnräumen für wohlige Wärme zu sorgen? Die kommunale Wärmeplanung dient für diese Frage als Leitfaden.  (Symbolbild: Simone Hedler)
Welche Energiequellen werden zukünftig genutzt, um in den Wohnräumen für wohlige Wärme zu sorgen? Die kommunale Wärmeplanung dient für diese Frage als Leitfaden. (Symbolbild: Simone Hedler)
Welche Energiequellen werden zukünftig genutzt, um in den Wohnräumen für wohlige Wärme zu sorgen? Die kommunale Wärmeplanung dient für diese Frage als Leitfaden. (Symbolbild: Simone Hedler)

Der Prozess der kommunalen Wärmeplanung ist in Rothenburg abgeschlossen. Im letzten Schritt standen die Entwicklung eines Zielszenarios und von denkbaren Umsetzungsstrategien im Mittelpunkt.

Nico Bollinger und Daniel Schäffler von den Stadtwerken Rothenburg stellten die Ergebnisse im Stadtrat vor. Bis Ende April können Bürgerinnen und Bürger nun Stellungnahmen dazu abgeben.

In einer früheren Projektphase wurden bereits eine Bestands- und eine Potenzialanalyse durchgeführt. Bollinger betonte bei der Präsentation im Gremium, dass die kommunale Wärmeplanung als ein Leitfaden für Entscheidungen und Planungen gedacht sei, jedoch keine konkreten Maßnahmen im Detail analysiere.

Wie kommt die Stadt weg von Gas und Öl?

Der Kerngedanke der kommunalen Wärmeplanung ist: Wie kann eine Kommune bei der Wärmeversorgung klimaneutral werden? Welche Möglichkeiten bieten sich auf Basis der Situation vor Ort an, um weg von Gas und Öl, hin zu erneuerbaren Energien, Fernwärme und effizienteren Lösungen zu kommen?

Das Zielszenario skizziert die Entwicklung der zukünftigen Wärmeversorgung der Stadt Rothenburg bis zum Jahr 2045. Dazu gehört auch, die Stadt in mögliche Wärmeversorgungsgebiete einzuteilen, denen dann geeignete Versorgungsarten zugewiesen werden. Das soll den Eigentümerinnen und Eigentümern Planungssicherheit geben. Eine Grunderkenntnis für Rothenburg: Wärmenetze sind punktuell sinnvoll, die Stadt bleibt aber überwiegend dezentral versorgt, erklärte Bollinger.

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Dafür wurden neben der Altstadt zwei Fokusgebiete ausgewählt, anhand derer diese Entwicklung beispielhaft durchgespielt wurde: die Mehrfamilienhausbebauung in der Lindenstraße – ein Bestandsgebiet von 2,2 Hektar Fläche mit 14 Gebäuden; und das Neubaugebiet auf dem ehemaligen BayWa-Areal mit sieben geplanten Mehrfamilienhäusern, inklusive des umliegenden Bestandsgebiets mit rund 35 Wohngebäuden und einem Gewerbegebäude.

Dezentrale Pumpenlösung

In der Lindenstraße wäre demnach sowohl eine dezentrale Wärmeversorgung per Luft-Wasser-Wärmepumpe in Kombination mit Gas geeignet, als auch die zentrale Versorgung per Erdsonde oder Pelletkessel. Für das Neubaugebiet auf dem BayWa-Areal wird die Kombination aus Wärmepumpe, Pelletkessel und PV-Anlage empfohlen.

In der Altstadt empfiehlt der Wärmeplan aufgrund der baulichen Herausforderungen und des Denkmalschutzes, nicht auf Wärmepumpen oder Fernwärme zu setzen, sondern weiterhin Gasheizungen zu verwenden. Die sollten dann aber mit Biomethan statt mit Erdgas betrieben werden. Erlaubt und möglich seien Wärmepumpen in diesem Gebiet trotzdem, betonten Bollinger und Schäffler auf Nachfragen aus dem Gremium hin.

Als letzter Schritt der kommunalen Wärmeplanung wurde eine konkrete Umsetzungsstrategie erarbeitet. Sie enthält Maßnahmen zur Senkung des Wärmebedarfs und zur Umstellung auf eine treibhausgasneutrale Versorgung bis 2045 – stets basierend auf den Erkenntnissen aus den vorangegangenen Analysen. Dafür stellten die beiden Referenten strategische Handlungsfelder vor. Nummer eins: den Energiebedarf senken. Denkbar wäre hier eine Sanierungskampagne im gesamten Stadtgebiet und eine Weiterentwicklung des städtischen Förderprogramms.

Nummer zwei: die zentrale Versorgung stärken. Dafür schlugen die beiden vor, den Transformationsplan Fernwärme umzusetzen und Machbarkeitsstudien für Prüfgebiete umzusetzen.

Dienstleistungen ausbauen

Ein weiteres Handlungsfeld sieht vor, Wärmedienstleistungen auszubauen und ab 2028 Biomethanmengen zu sichern. Außerdem sollten stadtinterne Maßnahmen zur klimaneutralen Wärmeversorgung geplant und die Wärmeplanung verstetigt werden. Empfohlen wird zudem eine energetische Sanierungskampagne, in deren Rahmen private Eigentümerinnen und Eigentümer informiert und beraten werden. Denn sie tragen – gemeinsam mit dem örtlichen Energieversorger, den Stadtwerken – einen wesentlichen Teil der Investitionen. Die Stadt übernehme vorwiegend Koordinations-, Steuerungs- und Monitoringaufgaben.

Bollinger und Schäffler klärten noch einen weiteren Punkt: Die Bundesregierung hat im Februar 2026 ein Eckpunktepapier vorgelegt, das das bisherige Gebäudeenergiegesetz (GEG) durch ein neues Gebäudemodernisierungsgesetz (GMG) ersetzen soll. Das Inkrafttreten ist für den 1. Juli 2026 geplant. Kommunen müssen aber dennoch weiterhin Wärmepläne aufstellen. Allerdings: Die Vorgabe, dass 65 Prozent Anteil an erneuerbaren Energien Pflicht ist, entfällt. Anders als bisher vorgesehen, bleiben Gas- und Ölheizungen erlaubt. Wer ab 2029 eine fossile Heizung einbaut, muss jedoch einen steigenden Anteil an CO₂-neutralen Brennstoffen verwenden.

Regionale Gegebenheiten nutzen

Aus den Reihen der Stadträte und Stadträtinnen wurde mehrfach der Wunsch nach konkreteren Informationen laut. Beispielsweise, ob eine Kooperation mit den regionalen Landwirten bei der Nutzung von Biomethan geplant sei. Oder ob aufgrund der großen Waldgebiete die Nutzung von Pellets aus eigenem Holz möglich ist. Diese Details können allerdings nicht im Wärmeplan festgelegt werden, betonten die beiden Referenten. Vielmehr seien dafür dann die Stadtwerke als regionaler Energieversorger und die Stadt selbst zuständig.

Ein Entwurf des Abschlussberichts steht auf der Internetseite stadt.rothenburg.de unter der Rubrik Stadt/Stadtentwicklung/Kommunale Wärmeplanung zur Verfügung. Bürgerinnen und Bürger haben bis zum 30. April die Möglichkeit, Stellungnahmen an kwp@rothenburg.de zu senden.

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