Die Bürgermeisterin von Wörnitz geht ohne Groll in den neuen Lebensabschnitt | FLZ.de

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Die Bürgermeisterin von Wörnitz geht ohne Groll in den neuen Lebensabschnitt

Nach sechs Jahren im Rathaus von Wörnitz beginnt für Friederike Sonnemann ein neuer Lebensabschnitt. Die 64-Jährige nimmt trotz der Probleme, die es gab, viele positive Erfahrungen mit. (Foto: Jürgen Binder)
Nach sechs Jahren im Rathaus von Wörnitz beginnt für Friederike Sonnemann ein neuer Lebensabschnitt. Die 64-Jährige nimmt trotz der Probleme, die es gab, viele positive Erfahrungen mit. (Foto: Jürgen Binder)
Nach sechs Jahren im Rathaus von Wörnitz beginnt für Friederike Sonnemann ein neuer Lebensabschnitt. Die 64-Jährige nimmt trotz der Probleme, die es gab, viele positive Erfahrungen mit. (Foto: Jürgen Binder)

Friederike Sonnemanns Zeit als Bürgermeisterin von Wörnitz war schwierig und über eine längere Strecke geprägt von Konflikten mit dem Gemeinderat. Doch sie endet geordnet. Die 64-Jährige geht ohne Groll und wird in ihren nächsten Lebensabschnitt mit einem längeren Auslandsaufenthalt starten.

„Ich freue mich auf Neues und bin offen für Abenteuer”, antwortet Friederike Sonnemann auf die Frage, mit welchen Gefühlen sie die letzten Wochen als Rathauschefin der fränkischen Gemeinde erlebt. Es kämen viele positive Reaktionen. Gerade jüngere Familien seien begeistert über einige Veränderungen der vergangenen Jahre.

Von der Buchhandlung ins Rathaus

„Ich habe den Job sehr gerne gemacht”, sagt die gelernte Buchhändlerin, die aus der niedersächsischen Stadt Celle stammt und als Coach für Gesundheitsmanagement sowie in der Unternehmensberatung tätig gewesen war, bevor sie als Quereinsteigerin in der Kommunalverwaltung landete. So wurde Friederike Sonnemann 2014 im operpfälzischen Waldershof Bürgermeisterin. 2019 entschied sie sich für die Kandidatur in Wörnitz und wurde im März 2020 ohne Konkurrenz zur Nachfolgerin von Karl Beck gewählt.

Das Amt trat sie im Mai 2020 mit breiter Unterstützung der Ratsmitglieder an. Im März 2022 änderte sich dann die Konstellation. Es bildete sich eine Fraktion, aus der heraus die mangelnde Bereitschaft der Rathauschefin moniert wurde, das Gremium in Entscheidungsprozesse einzubinden. Die Rathauschefin zeigte dafür wenig Verständnis. Die Atmosphäre im Gremium war gestört.

Bisweilen drastische Abstimmungsergebnisse

Die verbalen Auseinandersetzungen zwischen einzelnen Ratsmitgliedern und der Bürgermeisterin häuften sich. Bei einzelnen Entscheidungen wurde der Dissens im Abstimmungsverhalten deutlich. Es kam mehrmals vor, dass das Gremium geschlossen anders votierte als die Rathauschefin.

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Die Probleme gipfelten im Rücktritt Elmar Büttners vom Amt des zweiten Bürgermeisters Anfang 2024. Zum neuen Stellvertreter Friederike Sonnemanns wurde damals vom Gremium Oliver Frank gewählt. Danach verbesserte sich die Atmosphäre im Gemeinderat. Der Beantwortung der Frage, ob Friederike Sonnemann für eine erneute Bürgermeister-Kandidatur mit Unterstützung aus dem Ratsgremium würde rechnen können, kam sie selbst im April 2025 mit der Erklärung zuvor, auf eine erneute Bewerbung verzichten zu wollen. Stattdessen wurde Oliver Frank vorgeschlagen und am 8. März als ihr Nachfolger gewählt.

Es sollte schon etwas länger gehen

Der ursprüngliche Wunsch sei natürlich schon gewesen, eine zweite Dienstperiode folgen zu lassen, erklärte die 64-Jährige im Gespräch mit der Redaktion. Aber ihre persönliche Art der Amtsführung habe mit den Vorstellungen des Gemeinderats offenbar nicht so gut zusammengepasst. Die Situation sei mitunter sehr schwierig und belastend gewesen. „Es tut mir auch leid, dass es zu diesen Irritationen kam”, sagt sie. Umso erfreulicher sei, dass vor zwei Jahren eine atmosphärische Wende gelungen sei.

Ihre Bilanz fällt trotz der Turbulenzen grundsätzlich positiv aus. „Ich bin dankbar, dass ich das hier sechs Jahre habe machen dürfen”, sagt Friederike Sonnemann. Als Bürgermeisterin sei es ihr darum gegangen, „die Welt im Kleinen ein wenig besser zu machen”. Und da sei nach ihrer Überzeugung viel passiert. Als Beispiele nennt die 64-Jährige die baulichen Verbesserungen und Modernisierungen am und im Rathaus, etwa zur Herstellung der Barrierefreiheit.

Bemüht um mehr Serviceorientierung

Bemüht habe sie sich auch darum, die Verwaltung serviceorienter zu gestalten und das Freizeitgelände am Bastenauer Weiher aufzuwerten. Viele dieser vermeintlich kleinen Veränderungen kämen gut an bei den Leuten. Große und kostenintensive Projekte seien aber auch umgesetzt und angegangen worden, etwa die Zukunftslösung für den Bauhof, der demnächst an seinem neuen Standort loslegen könne, oder die Kläranlagen-Erneuerung.

Ein Meilenstein sei in der Gemeinde im Bereich der Jugendarbeit gesetzt worden, so Friederike Sonnemann. So habe es für das Projekt „Zukunftsplan Wörnitz” erhebliche staatliche Fördermittel gegeben, mit denen Dinge umsetzbar gewesen seien, die nicht nur vorübergehend funktioniert hätten, sondern erfreulicherweise nachwirkten: „Da wurde etwas aufgebaut.”

Der Gemeinde Wörnitz bescheinigt die scheidende Bürgermeisterin großes Entwicklungspotenzial. Die Verkehrslage sei günstig. Es gebe Einkaufsmöglichkeiten vor Ort und im gewerblichen Bereich einen gesunden Branchenmix. Die Rahmenbedingungen für Familien seien gut, sagt sie.

Schwetzingen als Lebensmittelpunkt

Einblick gibt die 64-Jährige auch in ihre persönlichen Zukunftspläne. So wird sie zusammen mit ihrem Partner künftig in Schwetzingen bei Heidelberg leben. „Darauf freue ich mich nach fünf Jahren Ferbeziehung”, sagt sie. Das in Wörnitz erworbene Haus soll verkauft werden. Allerdings bestehe da kein Zeitdruck, so Friederike Sonnemann.

Beruflich will sie sich selbstständig machen, und zwar als freie Rednerin, die für Trauungen gebucht werden kann, aber auch für Trauerfeiern. Das hatte sie während ihrer Bürgermeister-Zeit auch schon ein bisschen nebenher gemacht und weiß deshalb, dass ihr das liegt. Auch als Fitness-Trainerin und Personal-Coach für Seniorinnen und Senioren möchte die 64-Jährige sich etablieren.

Für drei Monate nach Kopenhagen

Nur um Arbeit soll es aber nicht gehen im neuen Lebensabschnitt. Friederike Sonnemann möchte sich auch mehr Zeit für Hobbys nehmen und ihren Horizont erweitern, unter anderem in Skandinavien. Im Juli steht ein mehrwöchiger Schweden-Urlaub an und danach will sie mit ihrem Lebensgefährten für drei Monate nach Kopenhagen ziehen, wo ihr Sohn mit seiner Familie lebt. „Wir haben uns dort für diese Zeit eine Wohnung gemietet”, erzählt sie.

In Verbindung bleiben will die scheidende Rathauschefin aber auch mit dem Raum Wörnitz. Es seien da einige Freundschaften entstanden, die ihr sehr am Herzen lägen, so Friederike Sonnemann, die die Region, ihre Besonderheiten und ihre Veranstaltungen mag: „Wir werden sicher immer wieder in die Gegend kommen, wenn es passt, gern auch zur Kirchweih oder zum Straßenfest im Amselweg.”

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