Zwei türkischstämmige Familien sind am Donnerstag als erste Bewohner in die neue Flüchtlingsunterkunft in Burgoberbach eingezogen. Vertreter des neuen Helferkreises nahmen sie in Empfang.
Der Wirbel über die Aufnahme der Asylbewerber war im Vorfeld groß. Denkbar unproblematisch gestaltete sich im Vergleich der eigentliche Einzug. Die beiden Familien, die bereits vorher im Landkreis Ansbach untergebracht waren, wurden mit dem Bus hertransportiert.
Der Wechsel soll nichts mit etwaigen Schwierigkeiten in den vorherigen Unterkünften zu tun haben, sondern mit den Gebäuden an sich, stellte Christine Krüger vom Helferkreis Neuses klar. Sie unterstützt die Burgoberbacher Helfer mit ihrer Erfahrung. Von Seiten des Landratsamtes habe man ihr versichert, dass es sich nicht um eine Verlegung von „Problemfällen“ handelt.
Die erste, die vor ihrem neuen Heim in Empfang genommen wurde, war eine schwangere Frau mit kleinen Kindern. Freundlich lächelnd gab sie jedem die Hand. Als unbegründet erwies sich die Sorge des Helferkreises bezüglich einer schnellen Organisation der notwendigsten Dinge: Die beiden Familien hatten Berge an Gepäck dabei, sogar eine Schultüte war darunter.
Vertreterinnen des Landratsamtes teilten den Familien ihre Zimmer zu. Mitarbeiter der Immobilienfirma, die das Gebäude an die Behörde vermietet, bauten noch einige Betten auf. Handtücher und Decken wurden auf den Matratzen bereitgelegt. Außerdem Schokoladen-Herzen – ein kleiner Willkommensgruß.
Der Helferkreis hatte einen Obstkorb besorgt. Alles Weitere wird mit den Familien gemeinsam eingekauft. So kann auf die kulturell bedingten Essgewohnheiten besser Rücksicht genommen werden.
Mit Hilfe einer Dolmetscher-App knüpften die Ehrenamtlichen erste Kontakte zu den Neuankömmlingen. Schließlich gilt es, in den nächsten Tagen einiges zu erledigen, so auch die Anmeldung in der Gemeindeverwaltung. Die Sprach-Arbeitsgruppe will zeitnah ein Treffen organisieren, um zu sehen, welche Deutschkenntnisse schon vorhanden sind, erzählte Barbara Nuhn.
Bald ziehen noch einige Männer in das Haus ein. Sobald der Helferkreis weiß, mit wem er es zu tun hat, kann er loslegen. An Motivation mangelt es den Ehrenamtlichen nicht. Bürgermeister Gerhard Rammler kam ebenfalls auf einen Sprung vorbei und drückte seine Hoffnung aus, dass nun – wenn sich die erste Aufregung gelegt hat – wieder Ruhe einkehrt in Burgoberbach.