Der Evangelische Konvent Kloster Heilsbronn unterstützt die Arbeit mit geflüchteten Menschen in Neuendettelsau. Jetzt übergab er im Selma-Haffner-Haus zwei hochwertige Kicker-Tische, um den Bewohnerinnen und Bewohnern eine Möglichkeit zur Freizeitgestaltung in der Sammelunterkunft zu bieten.
„Die Migrations- und Integrationsarbeit liegt dem Konvent sehr am Herzen“, betonte dessen Prior, Pfarrer Martin Reutter. Aus seiner Tätigkeit als Vorsitzender des Diakonischen Werks Ansbach wisse er, dass der Integrationsbereich nicht kostendeckend finanziert werde. „Sport und Spiel bringt die Menschen zusammen“, begründete er die Spende. Und scherzend fügte er hinzu, dass es schön wäre, wenn „der eine oder andere Bewohner sich zu einem richtigen Club-Fan entwickelt“.
Bürgermeister Christoph Schmoll begrüßte die Spende. Denn die Menschen in der Unterkunft hätten in den zurückliegenden Monaten und Jahren viel Leid und Entbehrung erfahren, stünden zudem jetzt vor einer ungewissen Zukunft. Das gemeinsame Spiel könne sie ein wenig ablenken.
Das erhofft sich auch die Integrationsbeauftragte Susanne Wittmann, die sich um die Anschaffung der beiden Kicker-Tische gekümmert hat. Sie wünscht sich außerdem eine Stärkung der Hausgemeinschaft, weil beim Kickern neue Kontakte entstehen könnten. Mit Taim Halibi, der aktuell die neunte Klasse der Mittelschule besucht, bedankte sich ein Bewohner des Hauses für die Spende und lud „zum Festchen“ ein.
Das Selma-Haffner-Haus betreibt die Regierung von Mittelfranken seit über einem Jahr als Sammelunterkunft. Dort wohnen etwa 140 Menschen unterschiedlicher Nationalitäten.
Der Konvent Kloster Heilsbronn wurde vor 18 Jahren gegründet und versteht sich als spirituelle Gemeinschaft. Die Mitglieder treffen sich einmal in der Woche zum Abendgebet im Münster, halten einmal im Monat eine Abendveranstaltung und viermal im Jahr ein gemeinsames Wochenende. Wie Prior Reutter berichtete, fördert der Konvent immer wieder soziale Projekte, unter anderem seit Jahren die Frauenarbeit in der Demokratischen Republik Kongo.