Der Helferkreis der Gemeinde Wilburgstetten steht vor einer großen Herausforderung: Ein neues Domizil muss gefunden werden. Zum Ende des Jahres, spätestens Ende Februar 2026, muss der ehemalige Kindergarten an der Bahnhofstraße, der seit über zehn Jahren als Begegnungsstätte dient, geräumt werden.
Auf dem knapp 6000 Quadratmeter großen Grundstück soll ein Seniorenwohnprojekt entstehen, für das der Baubeginn im kommenden Frühjahr vorgesehen ist.
Der ehemalige Kindergarten sei ideal gewesen, betonten Vorsitzende Evi Siebachmeyer und ihre Stellvertreterin Claudia Schilling im Gespräch mit der FLZ. Nicht nur gesellschaftliches Miteinander sei dort möglich, sondern auch Möbel, Haushaltswaren, Bekleidung, Kleinelektrogeräte, Spiele oder Bücher für den Second-Hand-Basar könnten untergebracht werden.
Bei der Suche nach einer neuen Bleibe kann der Helferkreis auf die Unterstützung der Gemeinde bauen, die die geleistete Arbeit zu würdigen weiß. Zwei Objekte im Kernort kämen durchaus in Betracht, berichteten Siebachmeyer und Schilling. Aber es müssten noch viele Hürden genommen werden. Weitere Unterstützung und Ideen seien willkommen. Denn: „Wir wollen und werden die geflüchteten und uns anvertrauten Menschen nicht hängen lassen.”
Bei der Gelegenheit blickten Siebachmeyer und Schilling zusammen mit Marion Winkel aus dem Vorstandsteam auf die bisherige Arbeit des Helferkreises zurück. Ende 2015 seien die ersten Geflüchteten in Wilburgstetten angekommen. Die Regierung von Mittelfranken plante seinerzeit auf einem Gelände im Gewerbegebiet eine Aufnahmeeinrichtung für 500 Menschen, was als unverhältnismäßig angesehen worden sei und zu Protesten führte. In Zusammenarbeit mit der Stadt Dinkelsbühl sei sich auf eine Aufteilung ankommender Geflüchteter geeinigt worden. Die Einrichtung in Wilburgstetten wurde auf 250 Personen ausgelegt, aber nicht genutzt.
Verlässliche Anlaufstation sei die Begegnungsstätte an der Bahnhofstraße gewesen. Ein etwa 30-köpfiges Team organisierte Integrations- und Sprachkurse sowie gemeinsame Abende und Aktionen. Die Männer wollten unbedingt und sofort arbeiten, erinnern sich Siebachmeyer und Schilling. Das gleiche Bild ergab sich bei den Jugendlichen. Weitaus mehr als 50 Lehrstellen hätten vermittelt werden können. Für die Verantwortlichen eine kleine Erfolgsgeschichte.
In den vergangenen zehn Jahren betreute der Helferkreis rund 250 Geflüchtete. Sie alle sahen die Begegnungsstätte an der Bahnhofstraße als einen Treffpunkt für Gleichgesinnte, als ein Stück Heimat an, waren aktiv und brachten sich ein. So wurden etwa beim Frühjahrsmarkt Essens- und Unterhaltungsangebote gemacht, Ausflüge, ein Tag der offenen Tür oder gemeinsames Tanzen fanden statt.
Vor drei Jahren wurde der Helferkreis als Verein gegründet, den zunächst Anita Ilg führte; seit einem Jahr ist Evi Siebachmeyer an der Spitze. Mittlerweile hat der Verein 52 Mitglieder.