Neues Zuhause für Geflüchtete in Lichtenau und Immeldorf | FLZ.de

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Veröffentlicht am 17.01.2025 17:00

Neues Zuhause für Geflüchtete in Lichtenau und Immeldorf

In Immeldorf sollen für den Anfang ein gutes Dutzend Geflüchtete ein Quartier finden. (Archivfoto: Jim Albright)
In Immeldorf sollen für den Anfang ein gutes Dutzend Geflüchtete ein Quartier finden. (Archivfoto: Jim Albright)
In Immeldorf sollen für den Anfang ein gutes Dutzend Geflüchtete ein Quartier finden. (Archivfoto: Jim Albright)

Vorerst werden nur ein gutes Dutzend Geflüchtete in der Unterkunft in Lichtenaus Gemeindeteil Immeldorf leben. Im Kernort stehen in einem Gebäude der Gemeinde Plätze für 15 Personen zur Verfügung. Dies teilte Fabian Hähnlein, Sprecher des Landratsamtes Ansbach, auf FLZ-Nachfrage mit.

Insgesamt sollen in Immeldorf 41 neue Plätze zur Verfügung gestellt werden. Ursprünglich wollte das Landratsamt dort rund 50 Geflüchtete unterbringen. Die Immeldorfer Bürger hatten die hohe Zahl im Verhältnis zu den rund 300 Einheimischen jedoch scharf kritisiert und auch auf die fehlende Infrastruktur – kein Arzt, keine Schule, keine gute Busverbindung – hingewiesen.

Vor wenigen Tagen aus Wassertrüdingen hergebracht

Von den 41 Personen wohnen zunächst nur rund 15 in einem Wohnhaus in der Büschelbacher Straße. Nach Angaben des Landratsamtes handelt es sich um Einzelpersonen, die unter anderem aus Palästina, Benin, Pakistan und Tadschikistan stammen. Sie sind vor wenigen Tagen aus der Wassertrüdinger Unterkunft, die aufgelöst wird, hergebracht worden.

Hinzu kommen später bis zu 26 weitere Personen in einer benachbarten ehemaligen Gewerbehalle. Da noch nicht feststeht, wann der notwendige Umbau zu Wohnungen abgeschlossen sein wird, ist das Einzugsdatum aktuell nicht bekannt.

„Die konkrete Bewohnerzusammensetzung hängt von der Zuweisung der Regierung von Mittelfranken ab und wird dort erst kurz vor dem Einzug entschieden“, so Hähnlein. Betreut wird die Immeldorfer Unterkunft von einer privaten Betreiberfirma. In der Lichtenauer Gemeinderatssitzung hat das Gremium am Donnerstag gegen zwei Stimmen die Aufhebung der Veränderungssperre für den Planbereich Immeldorf-Mitte beschlossen. Erlassen hatten die Räte diese in der Juni-Sitzung mit dem erklärten Ziel, die städtebauliche Neuordnung in Immeldorf voranzutreiben.

Die Unterkunft wurde zunächst abgelehnt

Durch die Sperre wären Bauvorhaben im Geltungsbereich unzulässig beziehungsweise nur im Einvernehmen mit der Gemeinde möglich, darunter auch der Umbau des ehemaligen Gewerbegebäudes.

Im Juli hatten die Gremiumsmitglieder den Antrag auf Baugenehmigung zwecks Errichtung einer Unterkunft für Geflüchtete in eben dieser Gewerbehalle mit Verweis auf die Veränderungssperre abgelehnt. Vorausgegangen war der jetzigen Aufhebung laut Landratsamtssprecher Hähnlein die Reduzierung der Anzahl der Zuweisungen für die Halle.

Bezüglich der kritisierten Busverbindungen informierte Fabian Hähnlein: „Der Betreiber hat einen wöchentlichen Bustransfer sowie Deutschunterricht (zwei Stunden wöchentlich pro Gruppe) angeboten. Darüber hinaus fährt von Immeldorf unter der Woche zwischen 6.20 Uhr und 19.20 Uhr elf Mal ein Linienbus nach Ansbach, am Samstag viermal zwischen 9.58 Uhr und 17.58 Uhr.“ Bei der letzten Fahrt handelt es sich um einen Rufbus, der vorbestellt werden muss.

Busverbindungen nach Ansbach

Von Ansbach aus können die Fahrgäste montags bis freitags zwischen 8.07 Uhr und 19.27 Uhr neunmal einen Bus nach Immeldorf nehmen. Am Samstag wird die Route zwischen 9.06 Uhr und 17.06 Uhr vier Mal bedient, die letzte Verbindung wiederum als Rufbusfahrt.

Weitere 15 Plätze für Geflüchtete stehen im Kernort in der Badstraße zur Verfügung. Die Wohnungen hat die Gemeinde Lichtenau zur Verfügung gestellt. Früher waren sie zu günstigen Konditionen an einkommensschwache Bürger vermietet. Aktuell ist die Unterkunft mit drei syrischen Familien belegt.

Für geflüchtete Menschen

Helferkreis zur Unterstützung

Für die Betreuung der Geflüchteten in Lichtenau will die Rathausverwaltung den früheren Helferkreis wieder aktivieren. Dafür werden Freiwillige gesucht.

  • „Dieser Helferkreis sollte – wie 2015 auch – für alle Geflüchteten da sein“, sagt Bürgermeister Markus Nehmer. Aus seiner Sicht ist es sinnvoll, die Asylbewerber in Immeldorf und im Hauptort „unter einen Hut zu bringen“, unabhängig davon, ob sie von der Gemeinde und dem Landkreis untergebracht wurden oder privat untergekommen sind. Ein gutes Miteinander soll erreicht werden.
  • Ziel sei, die Menschen im Alltag zu begleiten, damit ein gutes Miteinander gelingt. „Es geht ja darum, den Menschen Deutschland zu erklären: Wie funktioniert hier was? Wie kommt man zum Arzt, wo gibt es etwas zum Einkaufen? Diese ganz grundlegenden Geschichten betreffen alle.“
  • Die Verwaltung will ein Treffen mit den Freiwilligen organisieren, um über die Gegebenheiten zu informieren, Kontakte zu vermitteln und herauszuarbeiten, was getan werden muss. Nehmer hofft, dass sich bald ein Helferkreis zusammenfindet. „Momentan sind die Leute auf sich allein gestellt.“

Wer unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 09827/92110 bei der Rathausverwaltung melden.


Andrea Walke
Andrea Walke
... ist Redakteurin in der Lokalredaktion Ansbach und seit Dezember 2012 bei der FLZ. Sie fühlt sich in Rathäusern genauso wohl wie in Gerichtssälen und trifft am liebsten Menschen, die eine interessante Geschichte zu erzählen haben. Seit 2017 betreut sie redaktionell die Aktion "FLZ-Leser helfen".
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