Vorerst werden nur ein gutes Dutzend Geflüchtete in der Unterkunft in Lichtenaus Gemeindeteil Immeldorf leben. Im Kernort stehen in einem Gebäude der Gemeinde Plätze für 15 Personen zur Verfügung. Dies teilte Fabian Hähnlein, Sprecher des Landratsamtes Ansbach, auf FLZ-Nachfrage mit.
Insgesamt sollen in Immeldorf 41 neue Plätze zur Verfügung gestellt werden. Ursprünglich wollte das Landratsamt dort rund 50 Geflüchtete unterbringen. Die Immeldorfer Bürger hatten die hohe Zahl im Verhältnis zu den rund 300 Einheimischen jedoch scharf kritisiert und auch auf die fehlende Infrastruktur – kein Arzt, keine Schule, keine gute Busverbindung – hingewiesen.
Von den 41 Personen wohnen zunächst nur rund 15 in einem Wohnhaus in der Büschelbacher Straße. Nach Angaben des Landratsamtes handelt es sich um Einzelpersonen, die unter anderem aus Palästina, Benin, Pakistan und Tadschikistan stammen. Sie sind vor wenigen Tagen aus der Wassertrüdinger Unterkunft, die aufgelöst wird, hergebracht worden.
Hinzu kommen später bis zu 26 weitere Personen in einer benachbarten ehemaligen Gewerbehalle. Da noch nicht feststeht, wann der notwendige Umbau zu Wohnungen abgeschlossen sein wird, ist das Einzugsdatum aktuell nicht bekannt.
„Die konkrete Bewohnerzusammensetzung hängt von der Zuweisung der Regierung von Mittelfranken ab und wird dort erst kurz vor dem Einzug entschieden“, so Hähnlein. Betreut wird die Immeldorfer Unterkunft von einer privaten Betreiberfirma. In der Lichtenauer Gemeinderatssitzung hat das Gremium am Donnerstag gegen zwei Stimmen die Aufhebung der Veränderungssperre für den Planbereich Immeldorf-Mitte beschlossen. Erlassen hatten die Räte diese in der Juni-Sitzung mit dem erklärten Ziel, die städtebauliche Neuordnung in Immeldorf voranzutreiben.
Durch die Sperre wären Bauvorhaben im Geltungsbereich unzulässig beziehungsweise nur im Einvernehmen mit der Gemeinde möglich, darunter auch der Umbau des ehemaligen Gewerbegebäudes.
Im Juli hatten die Gremiumsmitglieder den Antrag auf Baugenehmigung zwecks Errichtung einer Unterkunft für Geflüchtete in eben dieser Gewerbehalle mit Verweis auf die Veränderungssperre abgelehnt. Vorausgegangen war der jetzigen Aufhebung laut Landratsamtssprecher Hähnlein die Reduzierung der Anzahl der Zuweisungen für die Halle.
Bezüglich der kritisierten Busverbindungen informierte Fabian Hähnlein: „Der Betreiber hat einen wöchentlichen Bustransfer sowie Deutschunterricht (zwei Stunden wöchentlich pro Gruppe) angeboten. Darüber hinaus fährt von Immeldorf unter der Woche zwischen 6.20 Uhr und 19.20 Uhr elf Mal ein Linienbus nach Ansbach, am Samstag viermal zwischen 9.58 Uhr und 17.58 Uhr.“ Bei der letzten Fahrt handelt es sich um einen Rufbus, der vorbestellt werden muss.
Von Ansbach aus können die Fahrgäste montags bis freitags zwischen 8.07 Uhr und 19.27 Uhr neunmal einen Bus nach Immeldorf nehmen. Am Samstag wird die Route zwischen 9.06 Uhr und 17.06 Uhr vier Mal bedient, die letzte Verbindung wiederum als Rufbusfahrt.
Weitere 15 Plätze für Geflüchtete stehen im Kernort in der Badstraße zur Verfügung. Die Wohnungen hat die Gemeinde Lichtenau zur Verfügung gestellt. Früher waren sie zu günstigen Konditionen an einkommensschwache Bürger vermietet. Aktuell ist die Unterkunft mit drei syrischen Familien belegt.
Für die Betreuung der Geflüchteten in Lichtenau will die Rathausverwaltung den früheren Helferkreis wieder aktivieren. Dafür werden Freiwillige gesucht.
Wer unterstützen möchte, kann sich unter Telefon 09827/92110 bei der Rathausverwaltung melden.