Schnelldorf: Der jahrelang umstrittener Solarpark wird jetzt doch gebaut | FLZ.de

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Veröffentlicht am 24.04.2026 12:28

Schnelldorf: Der jahrelang umstrittener Solarpark wird jetzt doch gebaut

Nicht ganz unumstritten: Die Bauarbeiten zu dem Projekt Solarpark an der Autobahn haben bereits begonnen. (Foto: Friedrich Strohmeier)
Nicht ganz unumstritten: Die Bauarbeiten zu dem Projekt Solarpark an der Autobahn haben bereits begonnen. (Foto: Friedrich Strohmeier)
Nicht ganz unumstritten: Die Bauarbeiten zu dem Projekt Solarpark an der Autobahn haben bereits begonnen. (Foto: Friedrich Strohmeier)

Was der Gemeinderat im April 2024 abgelehnt hatte, wird nun doch realisiert. Eine Änderung in der bayerischen Bauordnung im vergangenen Jahr stellt eine geplante Photovoltaikanlage nun nicht nur genehmigungsfrei, sondern auch verfahrensfrei.

Damit besteht für die Gemeinde kaum noch die Möglichkeit, Photovoltaikanlagen entlang der Bahnlinie oder den Autobahnen zu verhindern. Der Geschäftsführer der Anumar GmbH, Markus Brosch, stellte die geplanten Solarparks in Hilpertsweiler (5,49 Hektar) und am Autobahnkreuz (3,4 Hektar) vor.

Sechs Millionen Euro sollen investiert werden

Sein Unternehmen baut und betreibt seit 2010 in Deutschland und in Chile mit 350 Projektgesellschaften Solaranlagen mit unterschiedlicher Kapazität. In Schnelldorf sollen sechs Millionen Euro investiert werden. Für die Anlagen ist auch ein eigenes Umspannwerk geplant. Zum Rückbau der Produktionsanlagen nach dem Ablauf der Pachtdauer von 30 Jahren ist das Unternehmen vertraglich verpflichtet.

Die Projektgesellschaft wird ihren Sitz in Schnelldorf haben, wodurch auch die Einnahmen an Gewerbesteuer der Gemeinde zugutekommen werden, erläuterte Brosch in seinem Vortrag. In der geplanten Betriebslaufzeit könnten damit rund eine Million Euro an Steuern erzielt werden.

Außerdem garantiere das Gesetz eine finanzielle Beteiligung von 0,2 Cent je eingespeister Kilowattstunde, was bei einer Jahresproduktion von 11.000 Megawattstunden zu weiteren jährlichen Einnahmen von etwa 21.000 Euro führen würde. Den Bürgern biete das Unternehmen günstigeren Strom an als andere Stromversorger.

Regionale Wertschöpfung wird erhöht

Für die Gemeinde erhöhe das Projekt die regionale Wertschöpfung und entlaste die Verwaltung, hieß es. Mit der schonenden Bauweise leiste man auch einen Beitrag für den Umweltschutz und stärke die Akzeptanz dieser Energiegewinnung. Sein Unternehmen liefere grünen Strom in einem zu hundert Prozent nachhaltigen Verfahren. Abschließend ermunterte Brosch die Räte dazu,„gemeinsam die Energiewende zu gestalten“.

Bürgermeister Tobias Strauß zeigte sich überzeugt, dass das vorgestellte Projekt funktioniert. Durch die Gesetzesänderung habe sich die Sachlage verändert. Gemeinderat Michael Ulrich fragte nach, ob auch private Anlagen von Bürgern ihren Strom über die neuen Anlagen ins Netz einspeisen könnten, wenn sie bei einem Überangebot vom bisherigen Netzbetreiber „abgeregelt“ würden.

Dem Wunsch erteilte Brosch eine Absage, weil diese Übergabe viel zu teuer wäre. Wenig überzeugt von den Ausführungen des Referenten zeigte sich Bernd Heilmann: „Ich kann nur an jeden Eigentümer appellieren, sich nicht darauf einzulassen“. Bürgermeister Strauß bedankte sich beim Referenten.

Landratsamt war anderer Ansicht

Zwei Bauanträge eines Reiterhofs in Theuerbronn genehmigte der Gemeinderat einstimmig. Der Bau einer Photovoltaikanlage auf dem Gelände einer Logistikfirma wurde bei zwei Gegenstimmen genehmigt. Der Rat hatte noch im vergangenen Dezember die Genehmigung verweigert, mit der Begründung auf der Grünfläche seien Belange des Naturschutzes nicht ausreichend berücksichtigt worden.

Das Landratsamt vertrat jedoch die Ansicht, dass keine naturschutzrechtlichen Ablehnungsgründe vorlägen. Das Unternehmen habe außerdem seinen Grünordnungsplan so geändert, dass die Versagensgründe für ihn entfallen seien, begründete Michael Ulrich seine Zustimmung. Bernd Glasauer störte sich daran, dass man dem Unternehmen bereits sehr häufig Planabweichungen gestattet habe, stimmte aber trotzdem zu.

Für die Schuljahre 2027 bis 2030 schreibt die Gemeinde erneut eine Stelle im Bundesfreiwilligendienst (BFD) aus. Vor allem wegen der gesetzlichen Verpflichtung zur Ganztagesbetreuung sei eine Fortführung der Besetzung über das Schuljahr 2026/2027 hinaus unbedingt erforderlich, erläuterte Bürgermeister Strauß den Personalbedarf. Der Gemeinderat beschloss einstimmig die Wiederbesetzung der Stelle und verpflichtete sich, die erforderlichen Mittel bereitzustellen.

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