Die Finanzlage in der Gemeinde Petersaurach ist nach wie vor sehr angespannt. Die Zuführung in den Vermögenshaushalt fällt auf das bislang niedrigste Niveau in den vergangenen zehn Jahren. Bauvorhaben spielen im Haushalt für 2026, der sich auf rund 24,8 Millionen Euro beläuft, eine große Rolle. Das alte Gremium hat ihn verabschiedet.
Bis die Verbesserungsbeiträge für die Kläranlage in Adelmannssitz eintreffen, befindet sich die Gemeinde auf einer „Durststrecke”. Das verdeutlichte Geschäftsleiter Martin Huber in der Gemeinderatssitzung. Diesem Themenkomplex wird eine zusätzlich einberufene Sitzung gewidmet. Denn die Beiträge sind eine wichtige Einnahmequelle im Vermögenshaushalt, der ein Volumen von 11,1 Millionen Euro hat. Die Kläranlage wurde in der vergangenen Woche in Betrieb genommen.
Die beiden Großprojekte Abwasserbeseitigung und Schulzentrum zerren nach wie vor am stärksten am Geldbeutel der Kommune. Alleine die Turnhalle, die derzeit gebaut wird, ist mit etwa 2,4 Millionen Euro veranschlagt. Die Gesamtkosten für das Schulzentrum stehen laut Huber noch nicht fest. „Das ist alles noch relativ theoretisch”, sagte er. „Wir haben weiterhin viel vor.” Die nächsten Jahre werden laut der Verwaltung genutzt, um die Neuerrichtung der Kläranlage in Petersaurach vorzubereiten.
„Wie man sieht, sind wir groß am Bauen”, ergänzte der Geschäftsleiter, während er durch den Haushaltsentwurf ging. Von den Ausgaben im Vermögenshaushalt lassen sich heuer mehr als 80 Prozent auf alle geplanten Bauvorhaben der Gemeinde zurückführen. So sei etwa angedacht, zwei neue Baugebiete zu erschließen: „Am Klostersteig” und „Wicklesgreuth Weiherfeld”.
Aus dem vergangenen Jahr steht noch ein Kassenkredit in Höhe von 1,5 Millionen Euro bereit, der noch nicht abgerufen wurde. Huber glaubt, dass das auch dieses Jahr nicht nötig sein wird. Den Rücklagen werden aber 868.000 Euro entnommen.
Mit zwei Millionen Euro an Zuschüssen für Investitionen wird in diesem Jahr gerechnet, wie den Haushaltsunterlagen zu entnehmen ist. Der geplante Verkauf von Grundstücken (2,0 Millionen Euro) ist der letzte der drei großen Einnahmeposten im Vermögenshaushalt. Diesem werden heuer 626.950 Euro aus dem Verwaltungshaushalt zugeführt. Zum Vergleich: Vor zwei Jahren war es noch das Doppelte. Huber wies darauf hin, dass die Verwaltung die Zuführung etwas vorsichtiger plane.
Im Verwaltungshaushalt (Volumen: 13,7 Millionen Euro) schlagen wie üblich die Personalkosten stark zu Buche. Derzeit wird mit etwa 3,6 Millionen Euro kalkuliert. Die Kreisumlage in Höhe von 3,1 Millionen Euro verlangt auch einiges von der Gemeinde ab. Sie ist im Vergleich zum Vorjahr etwas angestiegen.
Am meisten Geld fließt durch die Einnahmen von Steuern in den Petersauracher Verwaltungshaushalt: Die Grundsteuer A wird mit 31.000 Euro ausgewiesen, die Grundsteuer B mit 642.000 Euro. Von den Unternehmen erhofft sich die Verwaltung Gewerbesteuereinnahmen in Höhe von rund 1,2 Millionen Euro. Das wäre vergleichsweise ein Anstieg um etwa 200.000 Euro. Geschäftsleiter Martin Huber hat den Gemeinderat in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen: „Wenn einer eine große Rückzahlung hat, kann das auch schnell in die andere Richtung gehen.” Der Gemeindeanteil der Einkommenssteuer wird mit 3,9 Millionen Euro veranschlagt.
Dass Petersaurach einer der „besten Schlüsselzuweisungsempfänger” ist, ist kein sonderlich gutes Zeichen – die Verwaltung sieht es notgedrungen mit Humor. Rund 2,2 Millionen Euro sind es für das laufende Jahr. Dieses wird die Gemeinde Petersaurach laut Huber wohl mit einem Schuldenstand von knapp sechs Millionen Euro abschließen.