Ein neuer Spielplatz, der von Kindern mit und ohne Handicap gleichermaßen genutzt werden kann, entsteht derzeit an der Jean-Paul-Allee in Neustadt. Durch dieses Angebot möchte man seitens der Stadt einen wichtigen Beitrag zur Inklusion leisten, betonte Bürgermeister Klaus Meier.
Verständnis und Toleranz sollen für den jeweils anderen gefördert werden – und zwar sowohl auf Seiten der Kinder als auch auf Seiten der Erwachsenen. Der neue Spielplatz mit attraktiven und pädagogisch sinnvollen Spiel- und Bewegungsgeräten entsteht auf einem Areal, das bisher schon als Spielplatz gedient hatte. Die Anlage war jedoch eingewachsen, wirkte düster und bestand, wie Frank Maes vom Stadtbauamt ausführte, im Grunde genommen nur aus Erdhügeln und Betonrohren. Kurzum: Der Spielwert war gering. Das ändert sich nun.
Über den Stand der Arbeiten informierten sich dieser Tage neben Bürgermeister Klaus Meier und Frank Maes vom Bauamt auch Bauamtsleiter Gerald Schorr vor Ort. Frieder Lunz vom Bauhof war ebenfalls dabei. Er sorgt mit seinen Kollegen dafür, dass das Vorhaben Gestalt annimmt.
Die Arbeiten, die in Einklang mit den Handlungsempfehlungen aus der Studie „Inklusion auf Spielplätzen in Deutschland – Aktion Mensch 2023“ erfolgen, sind schon weit fortgeschritten. Das ist gut, hat man doch die Eröffnung für November ins Auge gefasst. Die Wege am Spielplatz sind bereits angelegt, das Areal ist hergerichtet. Im Vorfeld musste das Gelände teilweise aufgefüllt werden, um eine ebene Fläche zu erhalten. Zudem galt es, einen Teil des Bewuchses zu entfernen. Zudem wurde die denkmalgeschützte Stadtmauer, an die der Platz grenzt, freigelegt, der Blick auf sie so verbessert.
Das Gefälle der Wege wurde so gewählt, dass alles per Rollstuhl oder Rollator erreichbar ist. Auch für sehbehinderte Menschen sind die Pfade speziell als natürliches Leitsystem konstruiert, erklärte Maes. Momentan werden der Fallschutz ausgelegt und die Spielgeräte aufgebaut. Letztgenannte sind so ausgelegt, dass sie für Kinder mit und ohne Behinderung erreichbar und nutzbar sind. Zum Spielen laden eine spezielle Rutschbahn, eine Vogelnestschaukel, eine rotierende Optikscheibe, eine Stehwippe, die Spielwände „Kugelspiel“ und „Zahlenspiel“, ein Klangspiel und ein Karussell ein.
Die Wassermatschanlage wird zwar fertiggestellt, aber erst in der warmen Jahreszeit aktiviert. Nicht fehlen werden beim inklusiven Spielplatz auch Schilder, die mit dem Rollstuhl unterfahren werden können. Angedacht ist, so Maes, diese mit einem QR-Code zu versehen, der auf die Homepage der Stadt weiterleitet. So soll es möglich werden, einen virtuellen und akustischen Rundgang zu unternehmen.
In unmittelbarer Nähe des Areals gibt es zudem zwei Parkplätze für Menschen mit Handicap und eine barrierefreie Toilette. Die Kosten des Spielplatzes betragen rund 140.000 Euro. Froh ist man über eine Förderung in Höhe von 68.500 Euro durch die LAG Aischgrund.
Ein besonderer Dank geht seitens der Stadt an die LAG-Geschäftsführerin Anne Billenstein. Durch den neuen Spielplatz soll forciert werden, dass Mädchen und Jungen mit oder ohne Einschränkungen zusammen spielen und Freundschaften entstehen, wurde betont.
Kindergärten und Schulen profitieren ebenso von diesem Leader-Projekt. Jetzt heißt es, sich noch ein wenig in Geduld zu üben, bis der neue attraktive und inklusive Spielplatz wie geplant im November fertiggestellt ist und freigegeben werden kann.