Eine grüne Gurke als Anhänger am Weihnachtsbaum? Was wie ein modischer Gag wirkt, hat vor allem in den USA eine lange Tradition. Wer sie zuerst entdeckt, bekommt dort auch zuerst ein Geschenk. Besucherinnen und Besucher können eine solche Weihnachtsgurke am Christbaum in der neuen Sonderausstellung im Haus der Geschichte suchen.
Die Schau soll die Besuchenden zum Mitmachen anregen, sagte die Museumsleiterin anlässlich der Vernissage. Bereits vor einem Jahr sei dazu aufgerufen worden, dem Haus der Geschichte zu berichten, welche Bedeutung Weihnachten für die Dinkelsbühlerinnen und Dinkelsbühler persönlich habe. „Solche Projekte sind riskant“, meinte Heiß. Denn die Aufgerufenen durften auch Schmuck für den Christbaum beisteuern.
Dass es gar nicht so einfach gewesen sei, bereits Mitte November an einen passenden Baum zu kommen, berichtete Heiß ebenfalls. Aber da habe die Familie Adler aus Sinbronn geholfen. Exponate beigesteuert hat auch das Weihnachtsmuseum in Rothenburg.
So entstand eine vielfältige Ausstellung mit klassischem Baumschmuck, Skurriles ist zu sehen und historische Schwarz-Weiß-Fotografien, die Dr. Hans-Dieter Metzger digital aufbereitet hat. „Ein Dinkelsbühl-Bezug sollte da sein“, meinte die Leiterin des Hauses.
Thematisiert wird auch der „Lichtenauer Zucker“ – ein traditionelles Gebäck mit einer besonderen Geschichte. Als „Docke“ für die Mädchen und „Reiter“ für die Buben waren die ursprünglich etwa 25 Zentimeter großen Figuren das traditionelle Geschenk der Paten an ihre Patenkinder. Auffälligstes Merkmal der ausgestochenen Figuren ist die rote Farbe des Teigs.
Natürlich darf in Dinkelsbühl, vor allem an Weihnachten, auch Christoph von Schmid nicht fehlen. Auszüge aus seiner Geschichte „Der Weihnachtsabend“ begleiten die Sonderausstellung. Der arme Waisenknabe namens Anton verläuft sich am Heiligabend im Wald und droht zu erfrieren. Sein Schicksal kann im Sonderausstellungsraum nachgelesen werden.
Die Besucherinnen und Besucher können in den kommenden Wochen außerdem ihre Gedanken zum Weihnachtsfest aufschreiben. Ute Heiß ist schon auf das Ergebnis gespannt. Die Ausstellung solle in einer „Zeit des Wandels und der Veränderung die Ursprünglichkeit in den Mittelpunkt stellen“, hoffte sie.
Die Sonderausstellung „Es weihnachtet sehr“ kann bis Lichtmess, 2. Februar 2024, im Haus der Geschichte Dinkelsbühl besucht werden. Die Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 17.30 Uhr, Samstag, Sonntag und an Feiertagen von 10 bis 16 Uhr.