Bilder für Gemüt und Geist in Schillingsfürst: Saisonstart im Doerfler-Museum | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.04.2026 19:44

Bilder für Gemüt und Geist in Schillingsfürst: Saisonstart im Doerfler-Museum

Sie eröffneten die Sonderausstellung (von links): Hans Emmert, Reiner Grunwald, Hai Yan Waldmann-Wang, Bürgermeister Michael Trzybinski und stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. (Foto: Margit Schwandt)
Sie eröffneten die Sonderausstellung (von links): Hans Emmert, Reiner Grunwald, Hai Yan Waldmann-Wang, Bürgermeister Michael Trzybinski und stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. (Foto: Margit Schwandt)
Sie eröffneten die Sonderausstellung (von links): Hans Emmert, Reiner Grunwald, Hai Yan Waldmann-Wang, Bürgermeister Michael Trzybinski und stellvertretender Landrat Stefan Horndasch. (Foto: Margit Schwandt)

Es ist Tradition, dass alljährlich am Ostersamstag das Ludwig-Doerfler-Museum seine Pforten öffnet, immer mit einer Sonderausstellung. In diesem Jahr steht der Ansbacher Künstler Reiner Grunwald mit seinen Werken im Mittelpunkt.

Er ist in der Region bekannt, hat er doch unter anderem für das Schloss Schillingsfürst eine Büste von Franz Liszt und Kurienkardinal Gustav Adolf zu Hohenlohe-Schillingsfürst gestaltet. Sein Schwerpunkt liegt jedoch auf der Malerei.

Schwerpunkt Aquarell- und Acrylmalerei

Bürgermeister Michael Trzybinski eröffnete die Sonderausstellung „Der Blick zurück – Malerei aus den letzten Jahren“ von und mit Reiner Grunwald. Er sei ein altbekannter Gönner und Künstler des Ludwig-Doerfler-Museums. Trotz seines Staatsexamens in den Fächern Französisch und Germanistik an der Universität Erlangen habe sich Grunwald für ein Leben als freischaffender Künstler entschieden. Schon früh habe er seine Liebe zu Griechenland entdeckt, gebe auf der Insel Patmos seit fast 40 Jahren Malkurse. In vielen großen Städten und Museen sei Grunwald vertreten, auch in Schillingsfürst. Dabei liege sein Tätigkeitsschwerpunkt auf der Aquarell- und Acrylmalerei.

Überdies dankte Michael Trzybinski der Kunstmäzenin Marga Ortner in Abwesenheit, die einen großen Teil ihrer Kunsteier-Sammlung dem Museum geschenkt hat und die dort dauerhaft ausgestellt sind. Beide Ausstellungen erklärte er für eröffnet.

„Mit allen Konsequenzen der Kunst gewidmet”

Ostern stehe für Entdeckung, Hoffnung und Aufbruch, so der stellvertretende Landrat Stefan Horndasch. Während andernorts nach Ostereiern gesucht werde, könne man in Schillingsfürst Kunst entdecken und diese sei „außerordentlich spannend”. Das Doerfler-Museum sei untrennbar mit Ludwig Doerfler verbunden, dessen Name bis heute den Ort prägt, ja ihn lebendig hält.

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In seiner Laudatio wertschätzte Hans Emmert vom Kulturförderverein Schloss Schillingsfürst die Werke seines Studienfreundes Reiner Grunwald. „Der Drang, sich mit Pinsel und Farbe auszudrücken,“ war stärker als eine sichere Beamtenlaufbahn als Lehrer. Reiner Grunwald habe sein Leben mit allen Konsequenzen der Kunst gewidmet. Die abenteuerliche Zeit als Straßenmaler in Griechenland und das konsequente Selbststudium in Kunstgeschichte habe rasch zur Perfektionierung seiner Maltechnik als Aquarellist geführt. Die Bilder hätten zunehmend an inhaltlicher Tiefe gewonnen, so Emmert.

„Liszt – Superstar“

Das große Portrait von Franz Liszt – „Liszt – Superstar“ stehe dafür. Den eigenwilligen Charakter des Musikgenies, das selbstsicher seine Musik verkörpert und von sich überzeugt auf die Welt blickt, hätte man nicht treffender malerisch ausdrücken können. „Wunderbare Bilder” habe er auf der Insel Patmos erschaffen, sie seien etwas für Herz und Seele. Landschaft, Meer und Natur würden eine besondere Art Ruhe und Besinnlichkeit ausstrahlen und durch die einzigartige Farbgebung positiv auf Gemüt und Geist wirken.

Er liebe „das besondere Blau“, das Grunwald auf die Leinwand zaubere, so Emmert. Für sein künstlerisches Wirken habe Grunwald den Kunstpreis der Stadt Ansbach erhalten. Immer wieder würden Ausstellungen von ihm nachgefragt, so beispielsweise im Stadthaus in Bonn, Köln oder Budapest.

Letztes Jahr für die Museumsleiterin

Reiner Grunwald äußerte sich „glücklich und stolz”, im Doerfler-Museum ausstellen zu dürfen. Er dankte allen, die ihn dabei unterstützt hatten, vor allem seiner Frau und der Museumsleiterin Hai Yan Waldmann-Wang. Diese sieht in Reiner Grunwald „einen fränkischen Paul Gauguin“ und wollte unbedingt noch eine Ausstellung mit ihm machen.

Für Hai Yan Waldmann-Wang ist das aktuelle Kunstjahr in der Doerfler-Galerie das letzte unter ihrer Leitung – sie geht danach in den Ruhestand. Schillingsfürst sei ihr zur zweiten Heimat geworden, so die in Shanghai geborene Malerin, Drehbuchautorin, Dozentin und Redakteurin. In der Malkunst sieht Waldmann-Wang eine „Weltsprache“, die verbindet.

Aufgelockert wurde die Vernissage mit jazzigen Rhythmen: Am Klavier saß Martin Querndt, ebenfalls ein Freund Reiner Grunwalds. Mit einem improvisierten Blues wollte er das „besondere griechische Blau“ anklingen lassen und entwickelte es zu einem überaus harmonischen Wort-Musik-Spiel.

Die Ausstellung der Werke von Reiner Grunwald ist bis zum 31. Mai zu sehen: immer von Mittwoch bis Sonntag von 12 bis 18 Uhr. An Feiertagen sind das Doerfler- und das benachbarte Jenisch-Museum ebenfalls geöffnet.


Von Margit Schwandt [MARGIT SCHWANDT] (USchwandt@t-online.de)
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