Ansbach: Salaputia Brass bringt Weihnachtshits zum Swingen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 22.12.2025 15:15

Ansbach: Salaputia Brass bringt Weihnachtshits zum Swingen

Brachte Weihnachtshits zum Swingen: das Blechbläser-Ensemble Salaputia Brass. (Foto: Martina Kramer)
Brachte Weihnachtshits zum Swingen: das Blechbläser-Ensemble Salaputia Brass. (Foto: Martina Kramer)
Brachte Weihnachtshits zum Swingen: das Blechbläser-Ensemble Salaputia Brass. (Foto: Martina Kramer)

„Let it Swing!“, lautete das Motto des Konzertabends am Samstag im Onoldiasaal. Weihnachtslieder einmal ganz anders präsentierte die zwölfköpfige Formation Salaputia Brass. Elf Bläser und ein Schlagzeuger sorgten für eine Weihnachtsstimmung der besonderen Art.

Im Reisegepäck hatten die zwölf „kleinen geilen Knirpse“ – so eine der Möglichkeiten, den Bandnamen aus dem Lateinischen zu übersetzen – ihre noch ofenwarme CD. „Christmas with Salaputia Brass – Let it Swing“ heißt die silberne Scheibe, auf der eine hinreißende Mischung aus klassischen, traditionellen und zeitgenössischen Weihnachtsliedern zu hören ist.

Erfrischungskur für alte Songs

Frei interpretiert im Salaputia-Stil, erwachen diese Kompositionen vor allem im Live-Konzert zu neuem Leben, fernab der gängigen Klischees. Das gilt ins Besondere für solch abgeliebte Nummern wie „Dreaming of a White Christmas“, weltberühmt durch Bing Crosby, „Driving Home for Christmas“ von Chris Rea oder die notorische Mariah-Carey-Hymne „All I Want for Christmas Is You“. Nur „Last Christmas“ von Wham! fehlt.

Aber Salaputia Brass hat den Zirkel seines Programms viel weiter geschlagen. Neben diesen populären Weihnachtskrachern steht viel traditionelles Liedgut auf der Playlist. Gleich zu Anfang gibt es ein Medley zum Mitswingen, das „Santa Clause is Coming to Town“, „Süßer die Glocken nie klingen“, „O Tannenbaum“, „Fröhliche Weihnacht“ und „Morgen, Kinder, wird’s was geben“ zusammenmischt.

Darüber hinaus scheut die Formation auch vor der Klassik nicht zurück, was wenig verwundert, haben doch alle Ensemblemitglieder ein Musikstudium absolviert. Salaputia Brass ist eigentlich ein Hobby, wenn auch auf höchst professionellem Niveau. Hauptamtlich spielen die Mitglieder etwa im Leipziger Gewandhausorchester, in der Dresdener Staatskapelle oder dem Symphonieorchester des Bayrischen Rundfunks. Tubist Joel Zimmermann übrigens ist im Landkreis Ansbach daheim, in Mörsach.

Damit die ausgebildeten Klassiker den typischen Swing-Sound ins Ohr bekommen, haben sie sich sogar einen Jazz-Coach engagiert. Das Ergebnis: lockerer, entspannter, voller Sound, der nicht wenig von einer Big Band hat. Dabei mit höchster Präzision dargeboten, ohne kühl zu klingen. Dafür abwechslungsreich mit spannenden Tempiwechseln, die von temperamentvoll bis katzenpfötig sanft reichen.

Man merkt, dass dieses Blechbläser-Orchester mühelos alle Facetten seiner Stücke auszuloten weiß. Das gilt auch für Georg Friedrich Händels „Lascia ch’io pianga“ aus seiner Oper „Rinaldo“, einer Mischung aus Freude und Melancholie – hier mit einem jazzigen Überzug versehen. Da können in der Tat Tränen, allerdings der Freude, fließen.

Anfänge im Bundesjugendorchester

Die zwölf Knirpse sind zwar längst erwachsen geworden, besinnen sich aber gerne ihrer gemeinsamen Wurzeln, die noch in der Schulzeit liegen. Am Ende derselben stand schließlich auch der Austritt aus dem Bundesjugendorchester, dem fünf Mitglieder der heutigen Formation angehörten.

So beschloss das Quintett etwas Eigenes ins Leben zu rufen, konsultierte des Bandnamens wegen ein Latein-Wörterbuch und gründete die Stammbesetzung, die sich inzwischen auf zwölf Mitglieder ausgewachsen hat. Mit ihrer ausschließlich aus Blechblasinstrumenten – bis auf die Ausnahme des Schlagzeugs – basierenden Besetzung dürften sie zumindest in der Jazzszene zu den Ausnahmeerscheinungen zählen. Vor allem ausnehmend gut, um nicht zu sagen „geil“.


Von MARTINA KRAMER
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