Klein, aber fein: Der Budenzauber im Herzen Feuchtwangens stieß bei den Gästen auf positive Resonanz. Mit dem Gegenentwurf zu den kommerziell geprägten Weihnachtsmärkten der Region liegt die Veranstaltung voll im Trend.
Es gibt keine Drängelei, kein Geschiebe und „niemand muss vor einem Glühwein- oder Bratwurststand 20 Meter anstehen”, umschreibt Wolfgang Guttropf, städtischer Veranstaltungsmanager, die Szenerie des Feuchtwanger Weihnachtsmarktes. Das Konzept, bei den Standbetreibern vornehmlich auf die Vereine der Stadt zu setzen, habe sich bewährt und werde hervorragend angenommen.
„Es ist weniger Rummel als anderswo, unser Markt ist ein Treff für Familie, Freunde und Bekannte. Inzwischen hat jede Bude ihre Stammkundschaft”, berichtet Guttropf nach insgesamt zwei Wochen des bunten Treibens. Gezählt oder hochgerechnet werden die Besucherinnen und Besucher in Feuchtwangen nicht, „der Zuspruch war aber Bombe”, bringt es Guttropf auf den Punkt. Immer mehr Gäste auch von außerhalb würden den Charme des kleinen Marktes genießen.
Ein Pluspunkt, so führt der in Zusammenarbeit mit dem Gewerbeverein „Spitze” für die Organisation zuständige Guttropf aus, sei die musikalische Begleitung des Geschehens, für die Birgit Mathes verantwortlich zeichnet. Beinahe jeden Tag gab es auf dem Kirchplatz oder in der Stiftskirche verschiedenste Stilrichtungen zu hören – vom eher traditionellen Posaunenchor bis hin zu den Kleinstadtakustikern mit entspannter Gitarrenmusik.
Bei zwei Premieren in diesem Jahr fällt die Bilanz recht unterschiedlich aus. „Ausbaufähig” sei das vorgezogene „Glühwein-Tasting” am Donnerstag vor der offiziellen Eröffnung verlaufen. Das müsse sich wohl „erst noch herumsprechen”, mutmaßt Guttropf, dennoch soll das Pre-Opening 2026 beibehalten werden.
Stark frequentiert wurde dagegen die erstmals angebotene Kindereisenbahn im Kreuzgang. Standen dort in den zurückliegenden Jahren mal eine große Tanne oder eine Krippe mehr oder minder verloren, war dieser Bereich mit der Eisenbahn und einem Lichtermeer über den Köpfen in diesem Jahr ein echter Gewinn. Nicht monetär, wie Guttropf einräumt, aber ideell. Und das dürfe sich die Stadt auch ein paar Euro und „ein erträgliches Defizit” kosten lassen, findet Guttropf. „Der Wert für die Kinder und die Gesellschaft sind wichtiger als ein kleines Minus.”
Neue Ideen für das kommende Jahr gebe es natürlich, lässt Guttropf wissen. So sei etwa denkbar, den bislang dunkel gebliebenen Forstamtsgarten vor dem Rathaus mit ins Geschehen einzubinden und als Zugangsweg 2026 zu beleuchten. Wolle sich ein Verein künftig beteiligen, sei eine frühzeitige Anmeldung ratsam. Bereits jetzt werden einige der insgesamt 16 Buden tageweise genutzt und bieten so mehreren Anbietern die Möglichkeit, ihre Waren zu veräußern.
Für den guten Zweck kam derweil auch etwas zusammen. In den Spendendosen, die an jeder Bude für das Rest- oder Pfandgeld Verwendung fanden, wurden insgesamt 826 Euro gesammelt, die der Kirchlichen Allgemeinen Sozialarbeit (KASA) des Diakonischen Werks Ansbach übergeben wurden. Das Geld kommt dem Projekt „Tafelma(h)l” zugute, bei dem sich Menschen, die alleine sind und ein geringes Einkommen haben, einmal im Monat ein warmes Mittagessen in Feuchtwangen im Haus am Kirchplatz schmecken lassen können.
Bei der Spendenübergabe, die Bürgermeister Patrick Ruh, Gewerbevereins-Vorsitzender Jürgen Kiderlen, Veranstaltungsmanager Guttropf und Christkind Nathalia Jordan übernahmen, wurde ein Scheck an Sozialpädagogin Karola Kreutner übergeben. Anschließend wurden die Gewinne der Weihnachtsverlosung des Gewerbevereins „Spitze” gezogen. Alle Gewinnerinnen und Gewinner, die bei der Ziehung nicht anwesend waren, bekommen ihren Gewinn auf dem Postweg zugestellt, teilen die Organisatoren mit.