Für Angela Beck gehört das Schmücken der Feuchtwanger Stiftskirche zur Seelsorge am Menschen, vor allem an Hochfesten des Kirchenjahrs wie Weihnachten. „Es wird wertgeschätzt“, freut sich die Mesnerin. Von den kleinen und großen Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern, als auch von den Geistlichen der Kirchengemeinde.
Sie höre immer wieder, dass es gut tue, in ein geschmücktes Gotteshaus hereinzukommen, sagt Angela Beck.
Zum Weihnachtsschmuck in der Stiftskirche gehört neben einem großen leuchtendem Stern auch ein großer Adventskranz, der bewusst schlicht gehalten ist. Rote Kerzen, rote Schleifen. Letztere zieren zusammen mit Zweigen auch Bänke im Kirchenschiff.
Stimmig dazu sind die Gestecke, die Angela Beck aus Zweigen und roten Nelken selbst gestaltet hat. Diese bleiben vom ersten bis zum vierten Advent stehen. An Heiligabend werden sie von Weihnachtssternen „abgelöst“.
Ein Hingucker sind die beiden großen Christbäume neben dem Marienaltar, dessen Flügel an Heiligabend wieder geöffnet werden. Die Bäume, die bis Mariä Lichtmess stehen bleiben, sind mit Lichterketten und zahlreichen Fröbelsternen, die von weitem golden leuchten, geschmückt.
Außerdem baut Angela Beck jedes Jahr in der Woche vor dem ersten Advent eine Krippe auf. Zu sehen ist von Anfang an die komplette Szenerie: die Hirten mit ihren Schafen, Maria und Josef mit dem Jesuskind, der Engel, der über der Krippe wacht, die Heiligen Drei Könige mit ihren Kamelen.
Sie werde oft gefragt, warum gleich alles zu sehen ist, so die Mesnerin. Sie antworte dann immer, dass sie es schade fände, wenn die vielen Kinder, die vor Weihnachten anlässlich von Gottesdiensten in die Stiftskirche kommen, vor einer leeren Krippe stehen würden. Zudem könne die Weihnachtsgeschichte besser erzählt und nachvollzogen werden.
Die Figuren sind Egli-Figuren, die im Frauenkreis unter Leitung von Ruth Müller, der Frau des damaligen Dekans Helmut Müller, angefertigt und der Kirchengemeinde gestiftet wurden. Sie schätze es sehr, dass die Figuren keine Gesichter haben, sondern Gefühle und Absichten durch Gestik ausgedrückt werden, hebt Angela Beck hervor.
Wichtig ist ihr bei der Gestaltung der Krippe Naturmaterialien zu verwenden. Jedes Jahr aufs Neues sammelt sie Zweige und Moos. In Ehren hält sie die Äste und Wurzeln, die „vernestet“, wie Angela Beck es nennt, die Krippe bilden.
Damit Kinder zusätzlich etwas zu entdecken haben, versteckt die Mesnerin eine Ziege und einen Hund zwischen den Schafen, platziert eine Schlange auf einem Stein oder einen Adler auf der Krippe.
Doch auch für Angela Beck gibt es in der Krippe immer wieder was zu entdecken: Ein Briefchen, das zum Jesuskind gelegt wurde, ein Teelicht oder mehrere Engelchen, die sich dazugesellt haben. „Das lasse ich dann so“, meint die Mesnerin mit einem Lächeln.