30 Jahre Gemeindewerke Emskirchen: Vom Wasserversorger zum Kommunalunternehmen | FLZ.de

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Veröffentlicht am 15.03.2026 07:00

30 Jahre Gemeindewerke Emskirchen: Vom Wasserversorger zum Kommunalunternehmen

Die Kläranlage in Emskirchen. Auch diese wird von den Gemeindewerken betreut. (Foto: Mirko Fryska )
Die Kläranlage in Emskirchen. Auch diese wird von den Gemeindewerken betreut. (Foto: Mirko Fryska )
Die Kläranlage in Emskirchen. Auch diese wird von den Gemeindewerken betreut. (Foto: Mirko Fryska )

Drei Jahrzehnte sind es nun schon her, seit die Gemeindewerke Emskirchen als eines der ersten Kommunalunternehmen in Bayern mit einem Startkapital von 500.000 Mark gegründet wurden. Auch wenn sich die Aufgaben seither gewandelt haben, so ist vieles im Kern gleichgeblieben: die Wasserversorgung und die Entsorgung des Abwassers.

Dies erklärten der heutige Vorstand der Gemeindewerke, Peter Kreibich, und Bürgermeisterin Sandra Winkelspecht im Gespräch mit unserer Redaktion. Als technologisch anspruchsvollsten Sektor nannten sie die Abwasserentsorgung. Dafür wurden die Kläranlagen in den vergangenen Jahren kontinuierlich modernisiert, um so den steigenden Umweltauflagen und dem Gewässerschutz gerecht zu werden. Nahezu alle 30 Ortsteile werden im Bereich Abwasser und Wasser von den Gemeindewerken betreut. Als Ausnahme nannte Kreibich Weiler oder kleinere Ansiedlungen.

Hohe Kosten stehen an

Neben drei technischen Kläranlagen und vier Klärteichen gibt es noch acht Abwasser-Pumpwerke, die die Schmutzfracht zu den zentralen Kläranlagen überführen. Mit der Gemeinde Hagenbüchach hat man vor einigen Jahren eine Gemeinschaftskläranlage in Pirkach errichtet – nach der vorläufigen Bilanz ein gutes Modell für alle Beteiligten.

Zu betreuen gilt es ein mehr als 80 Kilometer umfassendes, weitverzweigtes Kanalnetz. Viel Geld muss in die Hand genommen werden, um diese Infrastruktur zu erhalten. Da ein Großteil der Leitungen in den 1960er und 70er Jahren gebaut wurde und ihre Lebenszeit bei rund 60 bis 80 Jahren liegt, sei man nun in der Phase, wo kostenintensive Sanierungen anstehen. Kostete ein Meter Kanal vor 60 Jahren noch 200 bis 300 Mark, sind es jetzt 2000 bis 3000 Euro rechnet Winkelspecht vor.

Früher nahmen die Anschlussnehmer selbst die Schaufel in die Hand

Die Bürgermeisterin erinnert daran, dass in den Ortsteilen früher oft 40 bis 50 Bürger die Leitungen in Eigenregie verlegt hätten. Ein Bild, das in den Räumen der Gemeindewerke zu finden ist, zeigt eine Gruppe von Männern, die im Jahr 1927 die Aurach in Emskirchen verrohren. Das war wahre Knochenarbeit.

Als Großprojekt stehen ab Ende März Arbeiten in der Bahnhofstraße im Kreuzungsbereich mit der Neustädter Straße an. Nachdem der Kanal erneuert wurde, geht es mit dem Straßenbau weiter. Wenn hier Sanierungen anstehen, schaue man auch gleich, wie es um Wasser und Kanal bestellt sei, betont Kreibich.

Damit ist man auch gleich bei weiteren Aufgabenfeldern, die die Gemeindewerke neben Wasser und Abwasser zu beackern haben. Betreut werden müssen die gemeindlichen Liegenschaften. Zuständig ist man zudem für die Instandhaltung der Gemeindestraßen. Das ist finanziell und zeitlich ein dicker Brocken für den Markt Emskirchen. Besonders stark gefordert waren dieses Mal die Bauhofkräfte beim Winterdienst, mehr als 38 Einsätze waren nötig. Die Pflege von Grünanlagen im Sommer und die Absicherung und Unterstützung von Festen nehmen ebenfalls viel Zeit in Anspruch. „Das Bauhofteam ist eine sichtbare Stütze der Gemeindewerke”, betonte Kreibich. Insgesamt 18 Mitarbeitende sind für die Gemeindewerke im Einsatz. Zu ihren Aufgabenfeldern zählt unter anderem die Gebührenabrechnung.

Selbständiges Unternehmen, aber 100-prozentige Tochter

Die Herausforderungen sind auch nach 30 Jahren noch groß. Die Versorgungsinfrastruktur gilt es zu erhalten und stetig auszubauen sowie die strenger werdenden Umweltschutzauflagen im Abwasserbereich umzusetzen. Digitalisierung hält im Bereich des Kanal- und Wassernetzes nach und nach Einzug, Grünflächen müssen mit Blick auf den Klimawandel angepasst werden.

Die Gemeindewerke seien, wie Sandra Winkelspecht betont, rechtlich ein selbstständiges Unternehmen, aber eine hundertprozentige Tochter des Marktes Emskirchen. Der Verwaltungsrat der Gemeindewerke sei, so Winkelspecht, mit Gemeinderäten besetzt. Der Gemeinderat mit Bürgermeisterin/Bürgermeister an der Spitze fungiere als Kontrollorgan. Winkelspecht und Kreibich stehen in regelmäßigem Austausch und unterhalten sich einmal im Monat. „So bleibt man auf dem Laufenden.” Wenn Baustellen wie etwa die in der Bahnhofstraße oder an der Sixtmühle anstehen, müsse die Abstimmung besonders gut funktionieren.

Im Sommer ist anlässlich des 30-jährigen Bestehens der Gemeindewerke ein Tag der offenen Tür geplant. Dann soll es auch eine Führung durch die Kläranlage geben. Der Termin wird rechtzeitig mitgeteilt.

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