Seit 100 Jahren hat das Fränkische Museum Feuchtwangen sein Zuhause in der Museumstraße. Das soll gefeiert werden. Ab Herbst ist eine Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums geplant.
Museumsleiterin Dr. Uta Karrer steckt derzeit mitten in den Vorbereitungen für die Schau, die mit „Auserwählt – Angesehen – Neu betrachtet: 100 Jahre Dauerausstellung im Fränkischen Museum Feuchtwangen” überschrieben ist und vom 18. Oktober bis zum 11. April 2027 zu sehen sein wird.
Karrer erinnert im Gespräch mit der FLZ an die Gründung des Vereins für Volkskunst und Volkskunde Feuchtwangen, dessen 125. Geburtstag dann nächstes Jahr ansteht. Der Verein ist der Träger des Museums. Ziel war und ist, Volkskunst aus Franken zu sammeln, zu dokumentieren und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So werden die künstlerischen Leistungen und Alltagsgegenstände der Menschen bewahrt.
Teile der Dauerausstellung, insbesondere die Epochenzimmer, seien heute fast noch genauso wie vor 100 Jahren zu sehen, erklärt Karrer. Diese Zimmer bieten den Museumsbesucherinnen und Museumsbesuchern einen Einblick in die Wohnkultur vergangener Epochen. Zeittypisch ausgestattete bürgerliche Wohnräume veranschaulichen die Entwicklung vom Barock über Rokoko, Empire und Biedermeier bis hin zum Jugendstil. Bauernstuben und eine historische Küche vermitteln darüber hinaus einen Eindruck vom Alltagsleben der ländlichen Bevölkerung.
In der Sonderausstellung sollen laut Karrer einzelne Exponate in den Mittelpunkt gerückt werden. Darunter auch welche, die sonst nicht gleich ins Auge stechen. Es gehe um die Wahrnehmung der Objekte im historischen Kontext, darum, wie sich der Blick darauf über die Zeitspanne eines Jahrhunderts hinweg geändert habe, aber auch darum, neu hinzuschauen und neu zu entdecken.
Für Bürgermeister Patrick Ruh, den Vorsitzenden des Vereins für Volkskunst und Volkskunde, ist die Schau eine gute Gelegenheit, das Charakteristische des Museums hervorzuheben, einen Zugang dazu zu finden und neu zu denken.
Karrer möchte die Sonderausstellung möglichst interaktiv gestalten. Dazu soll die Einbindung des bavarikon-Projekts beitragen, zu dessen Abschlusspräsentation ebenfalls im Rahmen der Schau eingeladen wird. Dank einer Förderung in Höhe von knapp 158.000 Euro durch den Freistaat Bayern können insgesamt 2000 ausgewählte Objekte aus der umfangreichen Sammlung des Fränkischen Museums digitalisiert werden.
Ungefähr 1800 Exponate wurden nach Mitteilung der Museumsleiterin bereits erfasst und sind zum Teil auf dem Online-Portal www.bavarikon.de weltweit einsehbar. Die Fotodokumentation wird mit wissenschaftlichen Texten ergänzt. In der aktuell laufenden zweiten Projektphase liegt der Fokus auf der Textilsammlung des Museums.
Vor der Sonderausstellung anlässlich des Jubiläums ist laut Karrer noch eine andere Schau geplant: Vom 20. März bis zum 6. September sind Röhrenradios aus dem Zeitraum zwischen 1920 und 1960 zu sehen. Die Präsentation von Holger Knauer und Marcus Baierlein bietet eine Zeitreise durch vier Jahrzehnte technischer, sozialer und politischer Entwicklungen rund um das Radio.
Außerdem kündigt Karrer an, dass sich das Fränkische Museum wieder mit Aktionen am Sommerferienprogramm der Stadt beteiligen wird. Besonders gut komme immer das Waffelbacken an. Zudem sollen in der Vogelscheune, dem Mehrzweckraum des Museums, wieder Workshops angeboten werden.