Die Hauptgewerke für die Aischgrund Kläranlage wurden auf den Weg gebracht. Die Räte des Abwasserverbandes aus den Gemeinden Baudenbach, Gutenstetten, Münchsteinach und Uehlfeld haben diese am Mittwoch einstimmig beschlossen. Baubeginn ist im Mai.
Der Spatenstich soll im April stattfinden, ergab ein Vorschlag des Baudenbacher Verbandsrates Werner Weglehner. Das wird gemacht, das sei man der Bevölkerung schuldig. Schließlich zahlen die Bürgerinnen und Bürger dafür, hieß es. Im Baudenbacher Rathaus ging es um drei Gewerke in Höhe von rund 12,14 Millionen Euro. Beim kostenintensivsten, der Bautechnik, weiß man frühestens am kommenden Montag, wer das ist.
Nach der europaweiten Ausschreibung der Bautechnik und der Submission steht der „Bieter 1” im Raum, der mit 7,2 Millionen Euro das wirtschaftlichste Angebot abgegeben hatte. Dieser darf noch nicht öffentlich bekannt gegeben werden. Grund ist die „Stillhaltefrist”, die am 30. März endet. Bis dahin werden die unterlegenen Bieter informiert. Diese haben die Möglichkeit, Einspruch oder Nachprüfungen einzuleiten. Dies ist im Paragraf 134 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) geregelt. Sofern bis dahin keine Beanstandungen eingehen, darf der Zuschlag erteilt werden. Dazu ermächtigten die Räte ihren Vorsitzenden, Gutenstettens Bürgermeister Gerhard Eichner, einstimmig. Dieser merkte in der Sitzung an: „Die ersten Ausschreibungen sind gut verlaufen.” Die Bautechnik steht zwischen Mai 2026 und Dezember 2027 auf dem Plan.
Für die Maschinentechnik und die EMSR-Technik (Elektrisches Messen, Steuern und Regeln) war ein öffentliches Ausschreibungsverfahren durchgeführt worden. An 23 interessierte Unternehmen gingen die Unterlagen. Nur drei Betriebe reichten ein Angebot ein, davon war eines unvollständig. Für 4,94 Millionen Euro erhielt die Scharr Tec GmbH & Co. KG aus Hunderdorf in Niederbayern den Zuschlag. Davon entfallen rund 3,38 Millionen Euro auf die Maschinentechnik und rund 1,58 Millionen Euro auf die EMSR-Technik. Beide Gewerke sollen von Anfang 2027 bis Ende 2028 gebaut werden.
Wir sind auf einem sehr guten Weg.
Wie der Planer Uwe Härtfelder im Rahmen der Vergabe hinzufügte, seien die Angebotspreise derzeit von einer angespannten Marktsituation geprägt. Die Fachunternehmen seien ausgelastet, die Material- und Lohnkosten gestiegen. Die Angebotssituation sei als „marktgerecht und nachvollziehbar” zu betrachten. Härtfelder fügte an: „Wir sind auf einem sehr guten Weg.”
Die Bauingenieurin Jaqueline Ehrmann erläuterte den aktuellen Stand. Demnach sind geologische und archäologische Untersuchungen bereits abgeschlossen. In der Sitzung wurde die geologische Baubegleitung für rund 16.000 Euro vergeben. Die Zufahrten sind hergestellt. Naturschutz-Maßnahmen sind teils abgeschlossen, teils noch am Laufen. Die Stromzuleitung für die Energie wurde verlegt und die Ausführungsplanung beschlossen. Der Trafo wird Mitte dieses Jahres geliefert.
Die Ausschreibungen des Faulturms, der Laborausstattung und der Photovoltaik werden dann zeitnah durch das Ingenieurbüro Härtfelder eingeleitet, ergab eine Rückfrage von Leonhard Dümmler, Verbandsrat aus Uehlfeld. Der Energieverbrauch der Aischgrund Kläranlage und die Photovoltaik interessierten Dietmar Rückert, Verbandsrat aus Gutenstetten. Die Unterschiede Sommer-Winter diesbezüglich fragte sein Kollege Gerhard Winkler aus Uehlfeld nach. Härtfelder schlug dazu vor: „Wir lassen das Ding erst mal ein Jahr laufen.” Erst danach ließen sich präzise Angaben machen.
Näheres zum Abwassergast aus Dettendorf, der Deponie, wollte Bernd Kaiser, Münchsteinacher Verbandsmitglied, wissen. Dazu blieb Uwe Härtfelder die Antwort schuldig, erklärte aber auf eine andere Anfrage, dass die Zuleitungen aus nunmehr vier Brauereien und menschlichem Abwasser „ein schönes Abwasser” ergäben.
Aus Münchsteinach merkte Verbandsrat Jürgen Riedel an, dass die Einleitung von Mönchsberg, Baudenbach, in die Münchsteinacher Leitung im Steinachgrund gestattet wird. Baudenbach hat bereits in Richtung Stübach mit dem Trassenbau begonnen.