Bauen und Wohnen im Denkmal sind die Themen des neuen Programms zu „Baukultur“ im Kulturforum Ansbach. „Bauen im Bestand“ beginnt im März und soll nicht nur Fachleute ansprechen, sondern richtet sich an alle Architekturinteressierten.
Elisabeth Meisel, Baudirektorin im Ruhestand und Vorsitzende des Kulturforums, hat ihre Erfahrungen und Kontakte genutzt, um renommierte Architekten für die Vorträge zu gewinnen. Sie freut sich über die Kooperation mit der Bayerischen Architektenkammer, die beim Pressegespräch von Jürgen König vertreten wird. „Das ist ein tolles Programm“, sagt der Architekt, der bei der Regierung von Mittelfranken den Bereich „Planung und Bau“ leitet.
Die Reihe beginnt mit einem Vortrag von Helmut Dasch, der aus Bad Windsheim stammt. Er wird einige seiner Projekte vorstellen, dazu gehören vor allem öffentliche Bauprojekte wie etwa die Neuapostolische Kirche in Ansbach, die Ende der 1990er-Jahre an der Ecke Nürnberger Straße und Othmayrstraße (13. März) errichtet wurde.
Während der Eröffnungsabend von der Programmlinie abweicht, passt der Vortrag der Architektin und Künstlerin Anika Gründer hervorragend zum Thema „Bauen im Bestand“: Anika Gründer hat ihre Dissertation über Denkmäler am Beispiel vom mittelalterlichen Schloss Bedheim in Thüringen geschrieben. Das Schloss ist Sitz des Studios Gründer Kirfel. In dem interdisziplinären Team arbeiten Personen aus den Bereichen Architektur, Kunst und Handwerk (10. April).
Gerhard P. Wirth hat die Sebald-Kontore in Nürnberg gebaut. Sie befinden sich in der Altstadt, die als Ensemble unter Denkmalschutz steht. Das Gebäude fügt sich trotz moderner Elemente durch Farbe und Material unaufdringlich ins Stadtbild ein. Wirth spricht über „Bauen im Ensemble“ (22. Mai).
Der Architekt Claus Arnold und der Regisseur Michael Appel bringen Ausschnitte der Serie „Traumhäuser“ des Bayerischer Rundfunks mit ins Kulturforum. Die beiden waren unter anderem an einer Folge über ein Wohnhaus aus den 1950er-Jahren beteiligt, das Arnold in ein geräumiges Mehrgenerationenhaus umgewandelt hat (10. Juli).
Um auch Kinder und Jugendliche für Architektur zu begeistern, organisiert die Junge Kunstschule Ansbach im August einen Modellbaukurs mit dem Motto „unsere Gartenstadt“.
Der Architekt Prof. Jasper Jochimsen hält einen Vortrag über „Die relative Autonomie“. Er hat zum Beispiel bei seinem Bau der Industrie und Handelskammer Nürnberg Denkmalreste aus dem frühen Mittelalter integriert (23. September).
Ebenfalls im September hat Meisel eine Exkursion zum Porzellanikon in Selb geplant. Der genaue Termin steht noch nicht fest.
„Denkmäler sanieren, aktualisieren und umnutzen“ lautet das Vortragsthema von Rainer Kriebel, der unter anderem das Gebäude des Staatlichen Rechnungsprüfungsamts, die ehemalige Villa Bischoff von 1799, in der Feuchtwanger Straße saniert hat (28. Oktober).
Außerdem will Elisabeth Meisel einen Film zeigen. „Die große Kunst, ein kleines Haus zu bauen“ des Journalisten Dieter Wieland aus 1980 ist immer noch aktuell (25. November).
Stefan Blach soll unter anderem über seine Arbeit als Projektleiter des Jüdischen Museums in Berlin sprechen. Er ist ein Architekt im Büro von Daniel Libeskind, auf dessen Entwurf auch das „One World Trade Center“ in New York zurückgeht. Ein Termin steht noch nicht fest.
Alle Vorträge der Reihe „Baukultur“ finden im Ansbacher Kunsthaus Reitbahn 3 statt und beginnen um 19 Uhr.