„Regenerative Landwirtschaft“: Warum die Methode Bauern eher nicht hilft | FLZ.de

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Veröffentlicht am 25.02.2025 14:15

„Regenerative Landwirtschaft“: Warum die Methode Bauern eher nicht hilft

Voll besetzt war die Veranstaltung des Erzeugerrings beim Vortrag von Dr. Kurt Möller (links). (Foto: Fritz Arnold)
Voll besetzt war die Veranstaltung des Erzeugerrings beim Vortrag von Dr. Kurt Möller (links). (Foto: Fritz Arnold)
Voll besetzt war die Veranstaltung des Erzeugerrings beim Vortrag von Dr. Kurt Möller (links). (Foto: Fritz Arnold)

Der Begriff „Regenerative Landwirtschaft“ gewinnt im Agrarbereich an Bedeutung. Auf Einladung des Erzeugerrings für landwirtschaftliche Qualitätsprodukte Mittelfranken hat Dr. Kurt Möller vom Landwirtschaftlichen Technologiezentrum in Augustenberg bei Karlsruhe das Thema aus wissenschaftlicher Sicht beleuchtet.

Regenerativ hört sich positiv an und lässt den Laien vermuten, dass es sich um eine Zwischenlösung zwischen konventioneller Landwirtschaft und den verschiedenen ökologischen Anbaurichtungen handelt. Das Interesse daran, wie dieser Ansatz tatsächlich funktioniert, war auf jeden Fall groß. Der Veranstaltungsraum Landgasthof zum Bergwirt in Herrieden-Schernberg war voll besetzt.

Die Ackerbauern aus der Region wollten sich von neutraler Seite über die Kernelemente der Methode informieren. Von Kurt Möller erfuhren sie, dass sie mit ihren bisher praktizierten Methoden nicht so falsch liegen.

Wenig Erfolg mit „Kompost-Tee“

Laut Möller wirkt sich intensiver Zwischenfruchtanbau positiv auf die Bodenfruchtbarkeit und den Humusaufbau aus. Bei verschiedenen Versuchen, die der Experte zitierte, zeigte sich aber, dass ein doppelter Zwischenfruchtanbau, bei dem eine früh gesäte Zwischenfrucht im Herbst umgebrochen und die Fläche noch einmal neu angesät wird, eher nachteilig und humuszehrend wirkt.

Auch der Einsatz von „Kompost-Tee“ kam in Versuchen und in der Beurteilung des Referenten nicht gut weg. Die Annahme, dass damit chemisch-synthetischer Pflanzenschutz ersetzt oder reduziert werden könnte, konnte er ebenso wenig bestätigen wie dass Unkraut, zum Beispiel Ackerfuchsschwanz, dadurch unterdrückt wird.

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Gefahr von Kaliummangel

In seinem Fazit verwies Kurt Möller auf seit 50 bis 70 Jahren laufende Forschungen. Nach deren Erkenntnissen verursache die „Regenerative Landwirtschaft“ hohe Kosten für Bodenuntersuchungen und die Anschaffung von Düngemitteln. Zudem bestehe die Gefahr eines gesteigerten Kaliummangels insbesondere auf leichten Böden sowie einer erhöhten Schwefelauswaschung. Die Unterschiede in den festgestellten Humusgehalten zwischen regenerativen und Referenzflächen bezeichnete Möller als „irrelevant“.

Aus den von Tobias Niklas, Herbert Weiskopf, Jürgen Hufnagel und Jürgen Reingruber vorgelegten Zahlen des Erzeugerrings ging hervor, dass die abnehmende Tendenz beim Anbau von Sommergetreide weiter anhält. Beim Dinkel hat der Höhenflug nachgelassen, könnte aber wieder anziehen.

Sorge um das Saatgetreide

Großen Schwankungen unterliege die Saatgutvermehrung bei Körnerleguminosen, während der Anbau von Rotklee vom Kulturlandschaftsprogramm profitiert habe, sagte Hufnagel. Er wies auch auf die Problematik hin, die die von vier auf eine Stunde verkürzte Einarbeitungsfrist nach der Gülledüngung mit sich bringt. Das sei ohne einen zweiten Schlepper auf dem Acker fast nicht einzuhalten.

Wie Weiskopf berichtete, habe Mittelfranken nur eine Selbstversorgung von 25 Prozent bei Saatgetreide. Befürchtet werde, dass sich mit dem Umbau der BayWa das Unternehmen aus dem Saatgutgeschäft zurückzieht. Das könne einen Rückgang der Vermehrungsfläche von 2000 Hektar in Bayern zur Folge haben.


Von Fritz Arnold
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