In Neuendettelsau muss die Stellplatzfrage geklärt werden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 07.04.2025 14:53

In Neuendettelsau muss die Stellplatzfrage geklärt werden

So sah der Siegerentwurf für das Wohngebiet „Oberer Schaltengarten“ in Neuendettelsau aus. Die Planer haben mittlerweile leichte Anpassungen vorgenommen. (Foto: Florian Schwab)
So sah der Siegerentwurf für das Wohngebiet „Oberer Schaltengarten“ in Neuendettelsau aus. Die Planer haben mittlerweile leichte Anpassungen vorgenommen. (Foto: Florian Schwab)
So sah der Siegerentwurf für das Wohngebiet „Oberer Schaltengarten“ in Neuendettelsau aus. Die Planer haben mittlerweile leichte Anpassungen vorgenommen. (Foto: Florian Schwab)

Ein urbanes Quartier soll es werden: Vor vier Monaten wurde der Siegerentwurf im Rahmen des städtebaulichen Realisierungswettbewerbs „Oberer Schaltengarten“ gekürt. In der Zwischenzeit hat das Architekturbüro die Planungen überarbeitet. Das Ergebnis wurde jetzt im Neuendettelsauer Gemeinderat präsentiert.

Bei dem Areal „Oberer Schaltengarten“ handelt es sich um ein Areal, das aus landwirtschaftlichen und unbewirtschafteten Brachflächen besteht. Das etwa 6,41 Hektar große Gebiet liegt westlich der Bahngleise und grenzt an einer Seite unmittelbar an den früheren Baronswald. „Das Ziel war, einen neuen Ansatz zu finden“, wie das Wohnen in einer ländlichen Gemeinde in Zukunft aussehen könnte, wie Moritz Unger vom siegreichen Büro aus Berlin im Gemeinderat zurückblickte.

Unterschiedliche Wohnformen

Was damit gemeint ist? Es soll ein durchgrüntes Stadtquartier entstehen, in dem sich verschiedene Wohnformen wiederfinden. Diese reichen vom frei stehenden Einfamilienhaus bis zu Reihenhäusern und Geschosswohnungsbau. Gerade was das Wohnen betrifft, haben die Neuendettelsauer Verantwortlichen in mehreren Gesprächen Änderungsbedarf gesehen. Ihnen war der Anteil an Einfamilienhäusern zu wenig.

Folglich haben Unger und Jörg Wessendorf den Anteil der Einfamilienhäuser von 25 auf 26 Prozent leicht erhöht und gleichzeitig die Anzahl der Mehrfamilienhäuser reduziert. Dies hat laut Unger zur Folge, dass rund 40 Wohneinheiten wegfallen werden.

Vorgesehen war zudem ein fester Platz für eine Kindertagesstätte. Dieser Platz wurde Moritz Unger zufolge durch eine Vorhaltefläche an der Waldstraße ersetzt. Die Begründung: Es ist noch gar nicht sicher, ob und wann die Einrichtung gebaut werden muss.

In dem Quartier sollen ebenfalls ein zentraler Dorfanger und ein Park entstehen. Daran hat sich durch die Gespräche in den vergangenen Monaten auch nichts geändert. Auch an dem Ziel, das Quartier weitestgehend autofrei zu halten, will man festhalten. Das hat freilich auch Auswirkungen darauf, wo die künftigen Bewohner ihre Fahrzeuge abstellen können. Während an den Einfamilienhäusern nach den Worten von Unger oberirdisch geparkt werden soll, sind für die Reihenhäuser Tiefgaragen sowie für den Geschosswohnungsbau gemeinschaftliche Tiefgaragen und auch Parkstadel vorgesehen.

Die Tiefgarage für die Reihenhäuser sah Gemeinderat Christian Scheuerpflug (SPD) kritisch. Er kann sich nicht vorstellen, „dass wir dafür einen Markt haben“, begründete er. Auch Marcus Schomber (CSU) zeigte sich skeptisch beim Thema Stellplätze. Er mahnte Vorsicht an, damit die Quadratmeterpreise nicht in eine Höhe schnellten, die keiner wolle.

„Müssen eine klare Entscheidung treffen“

Bürgermeister Christoph Schmoll (SPD) sprach von einem schwer zu lösenden Problem. Er machte aber auch deutlich: „Wenn wir den Anger ehrlich autofrei halten wollen, dann bleibt uns keine andere Wahl“, als mit Tiefgaragen und Parkstadeln zu arbeiten. Lob für das Projekt gab es derweil von Grünen-Gemeinderat Georg Meier. Er findet das Vorhaben „sehr gelungen“.

Einen Beschluss musste das Neuendettelsauer Gremium nicht fassen. Gleichwohl hob Bürgermeister Christoph Schmoll hervor, dass sich die Gremiumsmitglieder mit Blick auf die Fragestellungen beim Parken Gedanken machen müssen. „Wir müssen gemeinsam eine klare Entscheidung treffen, wo wir unsere Schwerpunkte setzen.“ Diese Entscheidung soll zeitnah fallen.


Florian Schwab
Florian Schwab
Redakteur
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