Ein Thema stand besonders im Mittelpunkt der Bürgerversammlung der Gemeinde Gallmersgarten. Deutlich über 50 Bürger waren gekommen, um von Bürgermeister Michael Schlehlein den neuesten Stand zur Sperrung der Gemeindeverbindungsstraße zwischen Gallmersgarten und Mörlbach zu erfahren.
Zur Erinnerung: Das Landratsamt in Neustadt hatte die Sperre vor wenigen Wochen angeordnet. Grund sei die fehlende Standfestigkeit durch einen zu nahen Gesteinsabbau des dort ansässigen Schotterwerkes samt Steinbruch. Betroffen ist auch ein Feldweg unmittelbar nördlich des Abbaugebietes, der laut Michael Schlehlein noch gefährdeter sei als besagte Straße.
Für Mörlbachs Einwohner ist es dabei doppelt bitter, dass mit der Sperre auch die Umleitung nach Burgbernheim wegfällt, nachdem aktuell die Kreisstraße zwischen dem Gallmersgartener Ortsteil und dem Burgbernheimer Ortsteil Hilpertshof saniert und ausgebaut wird und damit nicht zur Verfügung steht.
Nachdem allem Anschein nach das Schotterwerk „viel zu weit abgebaut“ hatte, so Schlehlein, und das „in beträchtlichem Zeitraum, der ins Land gegangen ist“, war die entscheidende Frage vieler Bürger: Wie geht es weiter? Des Bürgermeisters klare Aussage: „Ich bin selbst ratlos“. Ziel der Gemeinde müsse es sein, dass die Straße, sprich das sichere Befahren, so wiederhergestellt werde wie vorher.
Auf einen früheren Beschluss angesprochen, bei dem die Gemeinde Gallmersgarten einen Verkauf der Straße an das Schotterwerk Burgbernheim in Erwägung zog, erteilte Schlehlein eine klare Absage. „Wir werden jetzt definitiv nichts machen, ohne dass von der Schotterwerkseite alles geklärt ist.“
Auf nochmalige Nachfrage eines Bürgers zum Verkauf wurde Schlehlein noch deutlicher: „Solange die Standsicherheit nicht geklärt ist, werden wir uns mit einem Verkauf nicht befassen.“ Oder noch klarer: Auch einer ins Gespräch gebrachten Verlegung der Straße um rund 30 Meter nach Westen werde man seitens der Kommune nicht zustimmen. Zurück blieben ratlose Bürger und ein Gemeindeoberhaupt, das zum weiteren Geschehen und zur Wiedereröffnung der Straße letztlich noch keinerlei belastbare Aussagen treffen konnte.
Michael Schlehlein hatte in seinem Bericht zur Lage der Gemeinde und ihren 854 Einwohnern vorab einen Überblick gegeben und dabei unter anderem den Wasserpreis sowie grundlegende Einnahmen und Ausgaben der Kommune erläutert. Unter anderem sei die Pro-Kopf-Verschuldung in der Gemeinde Gallmersgarten von 621 Euro (2022) auf 421 Euro im Jahr 2023 gesunken.
Als wichtige aktuelle Aufgaben erwähnte Schlehlein die Sanierung der Kanalisation in Mörlbach sowie die Erstellung eines Hochwasser-Schutzkonzeptes. Daraus folgen für die kommenden Jahre Maßnahmen zur Hochwasser-Rückhaltung.
Außerdem soll in Bergtshofen in vier bis fünf Jahren die Dorferneuerung beginnen. Fragen und Anregungen aus dem Plenum befassten sich unter anderem mit einem fehlenden Buswartehäuschen für Schulkinder in Steinach/Bahnhof, einem möglichen Anbau an das Feuerwehrhaus in Mörlbach für Lagerzwecke und das leidige Thema Biberschäden – hier am Bahndamm in Mörlbach mit bereits abgestorbenen Bäumen.
Die Wünsche, Anträge und Hinweise müssen nun innerhalb von drei Monaten im Gemeinderat behandelt werden.