Den Abschluss der – wie immer zum Ende einer Wahlperiode – größeren Zahl an Bürgerversammlungen bildete Losaurach. Einen großen Aufreger gab es dort nicht, das Hauptthema waren Straßen. Auch in Linden, der schon traditionell bestbesuchten Bürgerversammlung in der Gemeinde, hatte dieses Thema im Vordergrund gestanden.
Bürgerversammlungen in Linden, Eschenbach und Markt Erlbach finden jährlich statt. Alle sechs Jahre werden zum Ende der Wahlperiode dazu einige kleinere Gemeinden mit aufgenommen, in diesem Jahr Altziegenrück, Jobstgreuth und Losaurach. Bei der letzten Versammlung in Losaurach war die Redaktion dabei. Bürgermeisterin Dr. Birgit Kreß informierte auch über die vorangegangenen Bürgerversammlungen.
Wie immer fand auch in diesem Jahr in Linden die bestbesuchte und zugleich die Bürgerversammlung statt, bei der am heftigsten diskutiert wurde. Mit der Umgehung gibt es dort auch ein Thema, das die Gemüter erhitzt. Kreß fasste den Themenstand aus ihrer Sicht in Losaurach noch einmal zusammen.
Es sei im Nachhinein bedauerlich, dass eine Delegation aus Linden mit ihr vom Staatsminister Christian Bernreiter die Botschaft empfangen hatte: „Wir planen nicht an den Bürgern und Bürgerinnen vorbei.” Viel Zeit, viel Energie und viel Geld war deshalb in die Planung der ortsfernsten Trasse 7a geflossen, bevor das enttäuschende Aus für diese Variante kam: Die Eingriffe in die Natur seien zu groß, hatte die Begründung gelautet.
Aus Sicht der Bürgermeisterin hat man Glück, dass man noch im Ausbauplan steht, und sollte unbedingt die Chance nutzen, noch eine Umgehung zu bekommen. Einzig möglich sei aber nur die Variante 1 – auch wenn laut dem Lindener Gemeinderat Friedrich Täuber die 7a nur 50 Meter weiter vom Dorf entfernt verläuft und insgesamt 280 Meter länger ist.
Die Behörde plane nur weiter, wenn alle 15 betroffenen Grundstücksbesitzer oder Grundstücksbesitzerinnen dem nötigen Landverkauf zustimmen. Kreß äußerte sich in Losaurach pessimistisch, dass das gelingt. Sie habe aber einen dringenden Appell gestartet, dass die Betroffenen sich zu diesem Schritt durchringen und werde gerne auch in Einzelgesprächen noch versuchen zu überzeugen.
In Losaurach hieß es, auch in Schellert habe es vor langer Zeit die Möglichkeit einer Umgehung gegeben, doch damals empfanden die betroffenen Betriebe den Landverkauf als existenzbedrohend. Sowohl für Linden als auch für Eschenbach seien bereits bei der Flurbereinigung Pläne für eine Umgehung vorgelegen.
Losaurach wartet aber auch auf die Sanierung eigener Straßen: Eigentlich hätte die eine Hälfte der Losaurach-Schleife von der Staatsstraße bereits im vergangenen Jahr wieder neu gemacht werden sollen, die Steigung zum Sportheim und zur Firma Gubesch in Richtung Schellert. Diese Maßnahme war aber bei einer Klausur, auf der nach Sparmöglichkeiten gesucht wurde, verschoben worden.
„Alleine dieses kurze Stück Straße hätte 900.000 Euro gekostet, das ist der Wahnsinn”, sagte Kreß. Dabei sei die andere Hälfte, die Steigung in Richtung Markt Erlbach, vielleicht sogar noch in einem schlechteren Zustand. In der Versammlung war die Hoffnung anscheinend begrenzt, dass die Straße in absehbarer Zeit grundlegend saniert wird. Man solle zumindest vorhandene Löcher und Risse flicken, hieß es. Auch der schlechte Zustand eines Wegs zwischen Buchen und Mettelaurach wurde bemängelt.
In der Markt Erlbacher Bürgerversammlung – mit etwa 45 Gästen nicht nur schlechter besucht als Linden, sondern auch als Eschenbach, das es zahlenmäßig mit Linden (70 bis 80 Besucher und Besucherinnen) aufnehmen konnte – wurde noch einmal über das BRK als neuen Träger der gemeindlichen Kindergärten diskutiert, informierte Kreß die Presse. Nach dem Eindruck der Bürgermeisterin werde die Zeit der kommunalen Trägerschaft im Nachhinein etwas verklärt: Auch früher habe es schon Zeiten mit Notbetreuung gegeben und auch damals kamen Elternbeschwerden vor.
In Eschenbach beschäftigten die Bürger und Bürgerinnen Gräben und der Gewässerunterhalt. In den kleinen Ortsteilen kamen jeweils um die 25 Besucher, in Losaurach etwas weniger, in Jobstgreuth etwas mehr. Insgesamt erreichte man bisher also gut 250 Menschen, die sich aus erster Hand über die Geschehnisse in ihrem Ort informierten.
Es folgt noch eine Bürgerversammlung, beim Seniorencafé im Bürgerhaus zum Löwen. Eingeladen sind am Donnerstag, 19. Februar, ab 14 Uhr nicht nur ältere Bürger und Bürgerinnen, sondern alle, denen der Nachmittagstermin besser passt als eine der Abendveranstaltungen.