Ortssprecher Gerhard Rohn begrüßte zu Beginn der Bürgerversammlung in Bettenfeld Oberbürgermeister Dr. Markus Naser und Mitglieder des Stadtrates sowie Andreas Singer, stellvertretender Leiter des Stadtbauamtes und Mareike Bialojan, Leiterin des Straßenverkehrsamtes.
Naser berichtete zunächst über die positive Entwicklung der Gewerbesteuer und den zurückgehenden Schuldenstand der Stadt Rothenburg. Weniger erfreulich sei hingegen der aktuelle Stand bei den erneuerbaren Energien (Photovoltaik und Wind) aufgrund mangelnder Netzeinspeisungspunkte.
Andreas Singer, stellvertretender Leiter des Stadtbauamtes, legte bei seinem Bericht einen Schwerpunkt auf den Neubau des Feuerwehrhauses in Bettenfeld. Mit Hilfe einer Präsentation konnte er die Entwicklung des Bauzustandes von März bis Oktober 2025 verständlich erläutern. Der Innenausbau habe bereits begonnen und er rechne mit der Fertigstellung des Gebäudes im zweiten Quartal 2026.
Eine ehemalige Trafostation in Bettenfeld wurde – ähnlich wie schon im Steinsfelder Ortsteil Ellwingshofen - zu einem Artenschutzturm umgebaut. Eine Agri-PV-Anlage in Schnepfendorf ermögliche die doppelte Nutzung von landwirtschaftlichen Flächen. Über das Thema Tourismus, Kunst und Kultur berichtete der Oberbürgermeister in Vertretung für Tourismusdirektor Dr. Jörg Christöphler.
Fragen aus der Bürgerversammlung im vergangenen Jahr wurden von Mareike Bialojan beantwortet. Dazu gehörten unter anderem das Radwege-Konzept, das Verkehrsaufkommen auf der Straße Reusch-Bettenfeld, ein Tempolimit im Ortsbereich von Bettenfeld und die Rückverlegung des Buswartehäuschens an den ursprünglichen Standort.
Verschiedene Risse in der Ortsstraße sollten möglichst zeitnah geschlossen werden. Diese Maßnahme könne jetzt noch mit einem überschaubaren finanziellen Aufwand durchgeführt werden, meinte ein Bettenfelder Bürger. Ihm wurde versprochen, dass man der Sache nachgehen werde.
„Wie können wir den Schwerlastverkehr aus Bettenfeld herauskriegen?“, lautete eine weitere Anfrage. Teilweise würden größere Last- und Sattelzüge sogar den Gehsteig befahren, was vor allem bei Gegenverkehr für kritische Situationen sorge. „Man muss sich wundern, dass noch nichts passiert ist.“
Aufgrund des deutlich erhöhten Gewerbesteuer-Einkommens wollte ein Versammlungsteilnehmer wissen, ob dieser Trend wohl auch in den kommenden Jahren anhalten werde. „Die Gewerbesteuer ist ein Glücksspiel. Das kann nächstes Jahr schon wieder ganz anders sein. Da gibt es keine Garantie“ antwortete der OB. „Es kann allerdings sein, dass wir das gute Ergebnis spätestens in zwei Jahren bei den Umlagen wieder büßen müssen.“ Die höheren Einnahmen gehen auf eine breite Entwicklung zurück und nicht auf eine einzelne Firma. Die stabilen Zahlen von heute könnten morgen durch einen Einmaleffekt auch wieder gewaltig nach unten gehen.
Kritik kam zum Kreisverkehr zwischen Rothenburg und Neusitz. „Die meisten Besucher der Stadt kommen hier vorbei und werden sich über den Zustand der Bepflanzung ihren Teil denken.“ Oberbürgermeister Naser stellte erst einmal klar, dass es sich um einen Kreisverkehr außerhalb einer geschlossenen Ortschaft handelt. „Das staatliche Bauamt lehnt Fahnen, Wahrzeichen oder Plakate kategorisch ab. Außerdem haben wir in dem Erdhügel momentan eine Wühlmauspopulation.“ Deshalb müsse man auch mit einer schöneren Bepflanzung warten, bis die Wühlmäuse wieder weg sind. „Wenn wir Erfolg haben, wird der Kreisverkehr bestimmt wieder schöner gestaltet.“
Ob die Grundsteuer-Einnahmen der Stadt nach der Grundsteuerreform gestiegen sind, wollte ein Besucher wissen. Der OB lieferte die passende Erklärung: „Bei uns ist das Grundsteueraufkommen neutral. Wir nehmen nie mehr Geld ein als vorher. Wir legen den Hebesatz fest, der innerhalb der Stadt nicht differenziert werden darf.“
Zur Sprache kam abschließend auch die Erlaubnis zum Parken auf dem Lidl-Parkplatz in der Erlbacher Straße. Das müsste eigentlich außerhalb der Geschäftszeiten und an Wochenenden für die Öffentlichkeit erlaubt sein, hieß es. Stattdessen wurden aber, wie berichtet wurde, Parkende mit 35 Euro zur Kasse gebeten. Das sei jedoch beim Bau des Einkaufsmarktes anders vereinbart worden. „Das kann schon sein“, so der OB, „aber ich befürchte, dass diese Vereinbarung nie verschriftlicht worden ist. Wir sind schon an die Firma herangetreten und wir hoffen, dass uns wenigstens die Sonn- und Feiertage zugestanden werden. Aber eine vertragliche Regelung gibt es offenbar nicht.“