Das große Interesse der Bevölkerung an den Bürgerversammlungen 2025 setzte sich auch in Leuzenbronn fort. Es mussten sogar einige zusätzliche Stühle aufgestellt werden, damit alle Platz fanden, um Aktuelles aus dem Stadtgeschehen zu erfahren.
Nach der Begrüßung durch den Stadtrat und Leuzenbronner Hermann Uhl blickte Oberbürgermeister Dr. Markus Naser zunächst auf die Finanzen der Stadt. Die Gewerbesteuereinnahmen würden rund sieben Millionen Euro höher ausfallen als anfangs prognostiziert. Allerdings – „ich muss gleich Wasser in den Wein gießen”, so Naser – sei das in etwa die Summe, die durch die Verzögerungen im Baugebiet Himmelweiher im Haushalt fehle. Denn hier konnten noch keine Grundstücke verkauft werden. „Wir gönnen uns keine extravaganten Ausgaben”, betonte Naser. Dadurch sei auch der Schuldenstand der Stadt seit mehreren Jahren rückläufig.
Stadtbaudirektor Michael Knappe gab einen Überblick über die Bauaktivitäten der Stadt. Unter anderem stellte er Überlegungen für eine Agri-Photovoltaikanlage bei Schnepfendorf vor. Der Stadtrat habe bereits grünes Licht für den Eintritt in die entsprechende Bebauungsplanung auf einer Fläche von 24 Hektar gegeben. Die Besonderheit im Vergleich zu anderen Solarparks: Bei dieser Variante sind die Modulreihen so angeordnet, dass dazwischen genug Platz für landwirtschaftliche Nutzung bleibt, etwa für Getreide-Anbau. Außerdem richten sich die Module der Sonne nach aus, was für eine bessere Stromausbeute sorgt.
Dazu gab es eine kritische Nachfrage aus dem Publikum. Denn zuvor hatte der Oberbürgermeister bereits erklärt, dass die Stadt weniger Strom als gewünscht aus erneuerbaren Energiequellen erzeugen könne, weil die notwendigen Einspeisepunkte der Stromversorger fehlen würden. „Hat man mit der Agri-PV-Anlage dann nicht das gleiche Problem”, wollte der Besucher wissen. „Ja, aber wir wollen damit auch Druck auf die N-Ergie aufbauen”, antwortete Naser. „Wir machen mit solchen Projekten unsere Bereitschaft deutlich.”
Bereits im Jahr 2024 war die rund 1,2 Kilometer lange Straße zwischen Leuzenbronn und Schnepfendorf saniert worden. Doch direkt danach gab es Kritik aus der Bevölkerung: Aufgrund der relativ schlechten Sicht sollte die Geschwindigkeit auf der Durchgangsstraße auf 70 Kilometer pro Stunde beschränkt werden. Außerdem konnte das Regenwasser nicht richtig versickern.
Mittlerweile sei eine Drainage eingebaut, was die Situation deutlich verbessert habe, so Knappe. Allerdings: Die Geschwindigkeitsbegrenzung sei nur in eine Richtung durchsetzbar gewesen, so Hauptamtsleiter Roland Pfaffelhuber – nämlich von Schnepfendorf nach Leuzenbronn. In der Gegenrichtung sei der Straßenverlauf aufgrund des Gefälles übersichtlicher, habe eine Verkehrsschau ergeben.
Auch zur Anregung aus der Bürgerversammlung 2024, an der Doppelbrücke einen Verkehrsspiegel anzubringen, hatte Pfaffelhuber eine Absage in der Tasche. Das Staatliche Bauamt habe an dieser Staatsstraße keine Notwendigkeit festgestellt.
Einen Hinweis aus dem Publikum gab es auch zur Straße durch Schnepfendorf. Zwar seien zu Beginn des Jahres Risse versiegelt worden, mittlerweile seien aber wieder neue entstanden. Man plane, alle Straßen, die zehn bis 15 Jahre alt sind, anzuschauen und einen frost- und salzsicheren Zustand zu bringen, antwortete Naser darauf. Dann ließen sich hoffentlich schlimmere Schäden vermeiden.
Gibt es, nachdem der Bau des neuen Feuerwehrhauses in Bettenfeld schon weit fortgeschritten sei, bereits Überlegungen für das Leuzenbronner Gebäude, war eine weitere Frage. Man halte sich hier an den Feuerwehr-Bedarfsplan, so der Oberbürgermeister. Wenn Bettenfeld fertig ist, könne man sich Vorschlägen zur Verbesserung des Hauses in Leuzenbronn widmen. Knappe merkte dazu an: „Wenn sicherheitsrelevante Dinge anfallen, dann wird das natürlich vorgezogen.”
Zum Ende der Versammlung ergriff Hermann Uhl noch einmal das Wort. Nach 24 Jahren im Stadtrat werde er nicht mehr kandidieren. Er bedankte sich beim städtischen Bauamt und dem Bauhof, der sehr viel leiste, und das oft sehr schnell. Seine Stadtratskollegen- und -kolleginnen hätten auch bei Belangen der Ortsteile „meist” zugehört, meinte er mit einem kleinen Schmunzeln.
Dem Oberbürgermeister bescheinigte er „immer ein offenes Ohr” für die Belange Leuzenbronns. Dabei schloss er auch die beiden Vorgänger Herbert Hachtel und Walter Hartl ein, in deren Amtszeiten die Dorferneuerung gefallen sei.
Und auch die Menschen in Leuzenbronn lobte Uhl. „Das Dorfleben macht den Zusammenhalt aus.” Allerdings verändere sich das Gesicht des Dorfes, Hofstellen würden verkauft. Manche stehen dann leer, andere würden ausgebaut. Und nicht alle neuen Bewohnerinnen und Bewohner seien am Dorfleben interessiert. „Das ist schade.”