Mit etwa fünf Dutzend Gästen war die Bürgerversammlung im Leutershäuser Stadtteil Wiedersbach kaum schlechter besucht als die eine Woche zuvor im Hauptort. Doch sie fiel mit knapp zweieinhalb Stunden deutlich kürzer aus als die Erstausgabe. Die Teilnehmenden waren allerdings auch weit weniger diskussionsfreudig.
Angesichts des Versammlungsortes stand zu erwarten, dass das direkt gegenüber geplante neue Feuerwehrhaus Leutershausen-Ost wie in der Vorwoche Gegenstand von Diskussionen sein würde. Doch dieses Thema würde aus den Reihen der Bürgerinnen und Bürger ebenso wenig angesprochen wie der tags zuvor bekannt gewordene Anstieg des Wasserpreises um gut 25 Prozent ab dem Jahreswechsel.
Die wenigen Fragen, die im Vorfeld des Termins schriftlich bei der Stadtverwaltung eingegangen waren, drehten sich in erster Linie um den Friedhof in Wiedersbach. Seit der letzten Sanierung im Jahr 2000 seien wieder allerlei Schäden zutage getreten, unter anderem Mauerrisse und Verwerfungen des Pflasters – hervorgerufen unter anderem durch die Fahrzeuge von Firmen, die auf dem Gottesacker tätig sind, wie eine Bürgerin anmerkte.
„Die Schäden sind bekannt, das wird zeitnah angegangen”, versicherte Bauamtsleiter Markus Schmitt. Im städtischen Haushalt für das kommende Jahr seien die nötigen Mittel bereitgestellt.
Ein Wunsch aus der Bevölkerung ist Platz für Rasenurnengräber auf dem Friedhof. Eine freie Fläche dafür gebe es. Dazu erläuterte Bürgermeister Markus Liebich, dass derzeit eine neue Friedhofssatzung in Arbeit sei. Die Stadtverwaltung freue sich über Ansprechpartner vor Ort für dieses Projekt.
Angesprochen wurde auch die Fortsetzung des Radweges von Straßenwirtshaus bis Lengenfeld, der südlich der Straße weitergeführt werden soll. Dazu habe es bereits ein Gespräch mit den Grundstückseigentümern gegeben, so Liebich. Ein weiteres stehe aber noch aus. „Wir haben das hintan stellen müssen”, räumte der Rathauschef Verzögerungen ein: „Manches dauert halt etwas länger, wenn man es aus fremden Töpfen finanziert bekommt.” Das Staatliche Bauamt sei hier zwar federführend, delegiere die Grundstücksverhandlungen aber aus Mangel an eigenen personellen Ressourcen an die Kommunen.
Sanierungsbedürftig ist der Kirchturm in Wiedersbach, erfuhren die Zuhörenden nach Abschluss des offiziellen Teils der Versammlung von Marc Kleinemeier. Derzeit bestehe eine Finanzierungslücke von 89.000 Euro. Um sie zu schließen, wolle man von März bis Juni kommenden Jahres verschiedene Benefiz-Aktionen anbieten, darunter ein Frühschoppen oder eine Bastelstunde. Genaueres werde Anfang Januar bekannt gegeben.
Schon jetzt gebe es indes einen Termin für einen Auftritt des Fürther Komödianten und Kabarettisten Volker Heißmann mit dem Pavel Sandorf Quartett am 6. Juni in der Kirche St. Peter in Leutershausen. „Das tut uns wirklich gut”, sagte Kleinemeier: „Wir wollen ja unser Wahrzeichen des Dorfes nicht mit einem Flachdach sehen.”