Das Jahr geht zu Ende und wie immer um diese Zeit verschicken die Stadtwerke Ansbach die Karten, um die Zählerstände abzulesen. Doch ein paar Dinge sind diesmal anders als sonst.
Kommende Woche sollten alle Haushalte die Ablesekarten erhalten, um Strom- und Gaszählerstände zu erfassen. Die Ablesung sollen die Kundinnen und Kunden selbst vornehmen. Bis Montag, 5. Januar, sollen die Daten bei den Stadtwerken vorliegen, damit die Abrechnungsmaschinerie anlaufen kann.
Kaum jemand macht sich Gedanken, wie viel Arbeit dahinter steckt, bis die Zählerstände im System stehen und bis daraus Rechnungen werden, die dann an die Kundschaft verschickt werden können. Besonders fehleranfällig war in der Vergangenheit die telefonische Durchgabe der Zählerstände. Deshalb hat Stadtwerke-Geschäftsführerin Dr. Branka Rogulic diese Möglichkeit abgeschafft. „Wir hoffen da auf das Verständnis unserer Kunden.”
Am liebsten ist es der Stadtwerke-Chefin natürlich, wenn die Zählerstände direkt eingegeben werden. Auf den Ablesekarten ist ein QR-Code abgedruckt. Wer den mit dem Smartphone scannt, kann direkt eintippen, was der jeweilige Zähler zeigt. Ebenso einfach ist das mit der Stadtwerke-App, in der man sich bei der ersten Benutzung allerdings registrieren muss. So läuft alles digital. Die einzige mögliche Fehlerquelle ist ein Vertippen. Doch dafür ist eine Plausibilitätsprüfung geschaltet. Wenn sich der Stromverbrauch verzehnfacht hat, schlägt das System Alarm und fordert zur Kontrolle auf.
„Wir hoffen auf eine stärkere Digitalisierung”, bekennt die Stadtwerke-Chefin. Denn das sorgt nicht nur für weniger Fehler, sondern auch für schnellere Abläufe. Außerdem reduziert sich der Personaleinsatz und das spart Kosten.
Wer sich technisch nicht so fit fühlt, muss aber keine Sorge haben, auf der Strecke zu bleiben. Es wird auch weiterhin die Möglichkeit geben, die Daten analog zu übermitteln. Einfach die Zählerstände auf die Ablesekarte eintragen und diese bei den Stadtwerken in der Rügländer Straße oder in einen Post-Briefkasten einzuwerfen. Gebühr zahlt Empfänger.
Für alle, die diesen Weg wählen, gibt es zwei ganz wichtige Regeln, sagt Rogulic: „Deutlich schreiben und kein Komma setzen!” Denn die Zählerstände werden nicht händisch abgetippt. Das würde angesichts von abertausenden Zählern, die in Ansbach und den Ortsteilen installiert sind und über die Stadtwerke abgerechnet werden, ewig dauern.
Stattdessen laufen die Karten durch einen Scanner, der die Werte abliest und ins System überspielt. Auch hier ist die Plausibilitätsprüfung aktiviert und meldet sich bei starken Abweichungen. In diesem Fall schaut jemand vom Serviceteam den Vorgang nochmal an.
Das klingt einfacher, als es ist. Denn es sind kistenweise Karten, die durch den Scanner laufen müssen. Damit das Serviceteam über dieser Arbeit bleiben kann, haben die Stadtwerke nach Neujahr ein paar Tage für Publikumsverkehr geschlossen. Das gilt für Freitag, 2. Januar, und Montag, 5. Januar. Ab Mittwoch, 7. Januar, sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder telefonisch erreichbar – wenn auch nur eingeschränkt.
Menschen, die aufgrund einer Beeinträchtigung die Zählerstände nicht selbst ablesen können, können sich ab nächster Woche telefonisch an die Stadtwerke wenden. Dann kommt ein Mitarbeiter vorbei und macht das.
Wenn die Daten im System erfasst sind, erstellt ein Dienstleister in Veitshöchheim daraus die Abrechnung. Ein Unternehmen in Chemnitz übernimmt das Drucken und den Versand. „Unser Ziel ist es, dass jeder, der seine Daten bis 5. Januar gemeldet hat, Mitte Februar seine Rechnung hat”, erklärt Rogulic. „Unser Kundenservice gibt wirklich sein Bestes.”
Die Stadtwerke senken zum 1. April die Verbrauchspreise bei Strom und Gas um mindestens 2,5 Cent. Das sind bis zu 7,6 Prozent Nachlass beim Strom und bis zu 20 Prozent beim Gas – je nach Tarif. Ausdrücklich weist die Stadtwerke-Chefin darauf hin, dass in die neue Abschlagsberechnung diese Preissenkung nicht eingerechnet wird. Dafür winkt bei der nächsten Jahresabrechnung eine deutliche Erstattung. Wer nicht so lange warten will, kann entweder über die Smartphone-App oder über das Internetportal der Stadtwerke selbst den monatlichen Abschlag reduzieren.
Begleitet wird die Abrechnung in diesem Jahr durch umfangreiche Erläuterungen. Die Stadtwerke verteilen die nächsten Tage ein neues Kundenmagazin, in dem sämtliche Details noch einmal erläutert sind. Falls jemand mehrere Ablesekarten bekommt und sich über die unterschiedlichen Farben wundert: Die haben tatsächlich eine Bedeutung: Rot sind die Standardkarten, gelbe Karten erhalten alle, die auch Energie ins Netz einspeisen, grüne stehen für Gartengrundstücke und blaue gehen an Kundinnen und Kunden anderer Anbieter, die ihre Abrechnung über die Stadtwerke erledigen lassen.