Stadtwerke Ansbach senken Preise: Deutliche Ersparnis für Strom- und Gaskunden | FLZ.de

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Veröffentlicht am 26.11.2025 10:00

Stadtwerke Ansbach senken Preise: Deutliche Ersparnis für Strom- und Gaskunden

Die Stadtwerke Ansbach drehen an der Preisschraube für die Kunden – nach unten. (Archivbild: Luca Paul)
Die Stadtwerke Ansbach drehen an der Preisschraube für die Kunden – nach unten. (Archivbild: Luca Paul)
Die Stadtwerke Ansbach drehen an der Preisschraube für die Kunden – nach unten. (Archivbild: Luca Paul)

Die Stadtwerke Ansbach senken die Preise für Strom und Gas. Und zwar deutlich. Für einen Durchschnittshaushalt, der Strom und Gas vom Energieversorger an der Rügländer Straße bezieht, ist eine Ersparnis von 650 Euro im Jahr drin.

Am Grundpreis wird sich nichts ändern, nur an den Entgelten für den reinen Verbrauch. Die Preissenkung macht mindestens 2,5 Cent je Kilowattstunde für beide Energieträger aus. Auch in Fürth und Schwabach sinken die Preise – allerdings nicht so deutlich wie in Ansbach. Die N-Ergie als großer Versorger in der Region hat hingegen angekündigt, etwas teurer zu werden.

Beim Gas liegen die neuen Stadtwerkepreise in der Grundversorgung um 2,5 Cent oder 15,6 Prozent unter den jetzigen, beim gebräuchlicheren Tarif Comfort sind es 3,01 Cent und damit etwas mehr als 20 Prozent weniger. Bei einem Jahresverbrauch von 18.000 Kilowattstunden ergibt das brutto 450 beziehungsweise gut 540 Euro im Jahr.

Die Preise gelten erst ab 1. April 2026

Beim Strom sind es sowohl in der Grundversorgung als auch im Tarif Comfort 3,01 Cent weniger je Kilowattstunde. Das sind in der Grundversorgung 7,0 Prozent und im Comfort-Tarif rund 7,6 Prozent weniger. Der Durchschnittshaushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden zahlt in beiden Tarifen 105 Euro brutto im Jahr weniger.

Manko: Die neuen Preise gelten erst ab dem Ende der Heizperiode, ab dem 1. April 2026. Heuer im April haben die Stadtwerke die Preise schon einmal gesenkt, das hat sich aber kaum bemerkbar gemacht. Für die Kilowattstunde Strom zahlen Kundinnen und Kunden der Stadtwerke im Tarif Comfort seitdem brutto 39,50 Cent. Das liegt minimal unter dem Durchschnittspreis, den das Statistische Bundesamt ausweist (39,92 Cent). Beim Gas sind es in Ansbach 14,49 Cent, bundesweit aber nur 12,13 Cent.

„Wir wollen wieder wettbewerbsfähig sein”, erklärte Stadtwerke-Geschäftsführerin Dr. Branka Rogulic. Zuletzt tauchten die Stadtwerke Ansbach in Preisvergleichen am falschen Ende der Skala auf – bei den teuersten Anbietern. Mit der Senkung, die der Aufsichtsrat vor wenigen Tagen beschloss, rückt man ins Mittelfeld. Doch da will Rogulic nicht bleiben: „Das ist jetzt ein Schritt auf dem Weg.”

In Zeiten, in denen die Menschen Strom sparen, sind einigen Ansbachern überhöhte Abschlagszahlungen ins Haus geflattert. (Foto: Jim Albright)
In Zeiten, in denen die Menschen Strom sparen, sind einigen Ansbachern überhöhte Abschlagszahlungen ins Haus geflattert. (Foto: Jim Albright)

Die Stadtwerke Ansbach räumen eine System-Panne ein

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Die Energiepreise zu senken, ist komplexer als man es sich als Laie vorstellt. „Der Dreh- und Angelpunkt ist immer der Einkauf”, erklärt Rogulic. Von der Strompreisbörse in Leipzig, wo im 15-Minuten-Takt abgerechnet wird, haben wohl die meisten im Zusammenhang mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien schon einmal gehört. Für die Stadtwerke viel wichtiger sind die langfristigen Verträge mit mehreren Großhändlern. Hier gilt: Je früher man einkauft, desto besser sind die Konditionen.

Doch man muss sehr genau die eigene Kundenstruktur kennen, um zu wissen, wann wie viel Strom oder Gas gebraucht wird. Das kann auch schiefgehen, wenn es eine unerwartete Entwicklung – wie eine lange Frostphase – gibt. Und dann sind da noch Dinge wie Netzentgelte oder die Stromsteuer. Erstere senkt die Bundesregierung nun für alle, die Steuer wird nur für Firmenkunden mit großem Verbrauch günstiger.

Ein neues Produkt ist in Arbeit

Der Aufsichtsrat der Stadtwerke hat schon länger darauf gedrängt, günstiger zu werden, doch es fehlte der Spielraum. Denn die Stadtwerke müssen aufgrund ihrer Struktur gewisse Einnahmen generieren. Zum einen will die Thüga, der 40 Prozent des Unternehmens gehören (die übrigen Anteile hält die Stadt über die Ansbacher Versorgungs- und Verkehrsholding GmbH), eine Gewinnausschüttung. Zum anderen finanzieren die Einnahmen aus Strom- und Gasverkauf das Defizit im Aquella komplett und jenes der Stadtbusse zum Teil mit.

Nach dem grünen Licht des Aufsichtsrats können nun die Prozesse für die Abwicklung in Gang gesetzt werden. Doch Rogulic denkt schon weiter. „Wir planen ein neues Produkt ganz speziell für unsere treuen Ansbacher Kunden.” Bis das marktreif ist, wird aber noch Zeit vergehen. Parallel dazu will die Stadtwerke-Chefin die bestehenden Tarife ausdünnen, damit es übersichtlicher wird. „Wir wollen das einfacher gestalten.”

Die CSU will den Erfolg für sich

Bemerkenswert: Schon drei Wochen, bevor der Aufsichtsrat die Preissenkung beschlossen hat, hat sich die CSU dafür bereits selbst auf die Schultern geklopft. In einer von den Fraktionsvorsitzenden Andreas Schalk und Jochen Sauerhöfer sowie Oberbürgermeister Thomas Deffner unterzeichneten Pressemitteilung wurden „die von den Stadtwerken Ansbach gesendeten Signale zur Preissenkung sowohl im Strom- als auch im Gasbereich” begrüßt. Damit würden Bürgerinnen und Bürger sowie die Wirtschaft entlastet.

Den Erfolg reklamierten die Christsozialen im Kommunalwahlkampf schon einmal vorsorglich für sich: „Die CSU-Stadtratsfraktion unter dem Vorsitz von Andreas Schalk und Jochen Sauerhöfer sowie Oberbürgermeister Thomas Deffner haben sich über einen langen Zeitraum konsequent für eine faire und sozial ausgewogene Preisgestaltung eingesetzt.”

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