Nicht wenige Menschen dürften sich kürzlich mächtig gewundert haben, als ihnen die Jahresabrechnung der Stadtwerke nebst neuer Abschlagszahlung zugestellt wurde. Und das hat in diesem Fall nur am Rande mit den gestiegenen Kosten für Energie zu tun.
Grundsätzlich werden die Abschlagszahlungen basierend auf der vorangegangenen Abrechnungsperiode (Jahresrechnung 2022) und der aktuell gültigen Preise berechnet. „Im Regelfall umfasst die vorangegangene Abrechnungsperiode den kompletten Vorjahresverbrauch“, erklärt Robert Hlava, Leiter Vertrieb der Ansbacher Stadtwerke, das übliche Prozedere.
So weit, so gut. Nur weist die übliche Vorgehensweise bei den diesjährigen Abrechnungen für eine bestimmte Personengruppe einen gravierenden Fehler auf. Denn wer erst im Laufe des vergangenen Jahres als Kunde bei den Stadtwerken registriert wurde, weil er neu nach Ansbach gezogen ist oder innerhalb des Jahres den Anbieter gewechselt hat, könnte auf seiner Abrechnung einen deutlich überhöhten Betrag vorfinden.
Grund dafür ist eine falsche Kalkulation, weil in derartigen Fällen keine komplette Jahresverbrauchsprognose vorliegt. Robert Hlava von den Stadtwerken bestätigt auf FLZ-Anfrage dieses Problem. „Unsere Recherchen haben ergeben, dass es dazu kommen kann, dass das Abrechnungssystem in solchen Fällen Jahresprognosen hinterlegt, die in der Folge zu unplausiblen Abschlagsberechnungen führen können. Mit dem Systemhersteller sind wir im Austausch, um diesbezüglich eine technische Lösung zu erreichen.“
Betroffen von den „Über-Zahlungen“ könnten in Ansbach mehrere tausend Bürger sein. Wie eine Nachfrage bei der Verwaltung ergab, sind im vergangenen Jahr 3562 Menschen neu nach Ansbach gezogen und 2400 innerhalb der Stadt umgezogen – ihnen allen könnte der Systemfehler Geld kosten.
Mit einem Anruf bei den Stadtwerken lässt sich das Problem aber beheben, verspricht Robert Hlava. Abschlagszahlungen werden von den Mitarbeitern kurzfristig manuell neu berechnet. Nur etwas Geduld müsse man möglicherweise mitbringen. „Aufgrund des derzeitigen erhöhten Nachfrageaufkommens, verursacht durch die umfangreiche Jahresabrechnung 2022, kann es zu Wartezeiten kommen.“