Rund 7,7 Millionen Euro nehmen die Dinkelsbühler Stadtwerke in diesem Jahr für Ausbau und Erneuerung der Infrastruktur in die Hand. In der Sitzung des Werkausschusses legte technischer Leiter Andreas Karl den Investitionsplan vor. Dort enthalten ist auch die seit Längerem geplante Entlandung der Wörnitz, die 2026 endlich klappen soll.
Der entsprechende Posten beläuft sich im Wirtschaftsplan auf 400.000 Euro. Mit einem Schwimmbagger soll zunächst das Sediment im stark verlandeten Bereich des Strandbades abgesaugt werden. Wie Karl erläuterte, werde das Material über eine Rohrleitung zur Lagerstätte befördert, wo der Schlamm „ausbluten“, also Wasser verlieren soll. Im kommenden Jahr stehe dann die Entsorgung an. Die Vorplanung wird derzeit beim Wasserwirtschaftsamt geprüft. Im Herbst soll dann der Baggereinsatz erfolgen.
Heinrich Piott (Wählergruppe Land) wollte wissen, ob der Schlamm vorher untersucht werde, um bei eventuellen Belastungen rechtzeitig gewappnet zu sein. Der technische Werkeleiter bejahte dies. Das Projekt werde entsprechend begleitet und sei mit der Unteren Naturschutzbehörde abgestimmt.
Zu den wichtigsten Posten im Bereich des E-Werkes gehört eine Restzahlung in Höhe von 150.000 Euro für das neue Blockheizkraftwerk im Hallenbad. Die Technik werde, so Karl, in den kommen zwei Wochen in Betrieb genommen. Knapp eine halbe Million Euro wurden unter dem Strich in die Wärme- und Stromerzeugung im Hallenbad investiert.
200.000 Euro sind für die Sanierung der Trafostation in der Bechhofener Straße vorgesehen. Die Arbeiten stehen im Zuge des Brückenbaus an. 150.000 Euro stehen für eine weitere Trafostation zur Verfügung, die für die Anbindung des neuen Gewerbegebiets an der B25 bei Neustädtlein benötigt wird. Für dieses Vorhaben stehen außerdem noch 350.000 Euro für Netzkabel bereit.
Als „großen Packen“ bezeichnete der technische Werkeleiter die Fertigstellung der neuen Leitwarte, die sich im Wirtschaftsplan mit 200.000 Euro niederschlägt. In diesem Zusammenhang wird zudem ein spezielles Programm zur Anpassung der Leistungseinspeisung angeschafft, das 150.000 Euro ausmacht. Darüber hinaus stehen 600.000 Euro als Einlage an die Stadtwerketochter SWD Plus sowie eine weitere Einlage an die Glasfasergesellschaft Dinkelsbühl (GGD) in Höhe von 500.000 Euro im Plan.
Während im Gasbereich aktuell keine größeren Investitionen anstehen, schlägt sich im Wasserbereich die neue Druckleitung nach Bernhardswend mit 700.000 Euro Euro nieder. Das eigentlich schon für 2025 vorgesehene Projekt wurde verschoben und geht aktuell über die Bühne. Weiter beschäftigen werden die Stadtwerke im Wasserbereich die Erschließungsarbeiten im Baugebiet Gaisfeld (350.000 Euro).
Ein stattlicher Posten in Höhe von einer Million Euro stehen in der Wärmesparte für die Erweiterung des großen Heizwerkes der Stadtwerke zur Verfügung. Wie Karl dem Gremium erläuterte, soll zum einen der bestehende Gaskessel ausgetauscht werden. Zum anderen wollen die Stadtwerke weitere Wärmeerzeuger anschließen, um die Leistung zu steigern und die Anlage zu optimieren. Welche Technik konkret zum Einsatz kommen soll, stehe allerdings noch nicht abschließend fest, wie es hieß.
Die kaufmännische Seite des Zahlenwerkes erläuterte kaufmännischer Werkeleiter Steffen Fensterer, der von einer konservativen Planung sprach. Im Bereich der Vermögensplanung sei die Rückzahlung des Kredites berücksichtigt, den der Versorger der Stadt Dinkelsbühl gegeben hatte.
Die Dinkelsbühler Stadtwerke gehen in diesem Jahr von Umsätzen in Höhe von insgesamt 34 Millionen Euro aus. Den Materialaufwand bezifferte Fensterer auf rund 24,5 Millionen Euro. In diesen Bereich fallen beispielsweise Aufwendungen für den Einkauf von Gas und Strom. Den Personalbereich bezifferte Fensterer auf zirka 4,6 Millionen Euro. Die Abschreibungen sind mit 1,6 Millionen Euro angesetzt. Der „sonstige Aufwand“ beträgt 3,1 Millionen Euro.
Unter dem Strich bleibt schließlich ein planmäßiger Jahresüberschuss von knapp 7000 Euro. Der kaufmännische Leiter wies noch auf eine Besonderheit im Jahr 2026 hin. Dieses ist ein Fotojahr Strom, bei dem die Bundesnetzagentur die Netzkosten ermittelt.
Dem Werkausschuss vorgelegt wurde auch der fünfjährige Finanzplan der Stadtwerke. Wie Andreas Karl mitteilte, habe man dort die für die Hallenbadsanierung angesetzten 16 bis 17 Millionen Euro noch nicht aufgenommen. OB Dr. Christoph Hammer machte deutlich, dass das angepeilte Bundesförderprogramm voraussichtlich stark überfrachtet sein werde.