So mancher Stadtwerke-Kunde war beim Studium seiner Jahresabrechnung verwirrt: Trotz einer Rückerstattung wurde der monatliche Abschlag erhöht. Dabei haben die Stadtwerke sogar angekündigt, im April die Strompreise zu senken. Weniger Verbrauch, mehr Geld. Wie passt das zusammen?
Auf Anfrage der FLZ räumten die Stadtwerke ein, dass sich in die Berechnung der Abschlagszahlungen ein Fehler eingeschlichen hat. Im System war ein Faktor nicht angepasst worden. Die Variable stand noch auf dem Wert des Vorjahres. „Dies gilt sowohl für Strom und Gas als auch für Wasser“, teilten die Stadtwerke mit. Entsprechend wurden die Abschläge automatisch mit einer prozentualen Erhöhung berechnet.
Die Stadtwerke betonen, dass den Kunden in der Summe kein Schaden entstehen würde. Etwaige Überzahlungen würden am Jahresende als Guthaben zurückerstattet. Aber natürlich bedeute der zu hohe Abschlag zunächst eine Mehrbelastung für die Kunden. „Wir möchten uns in alle Form für die Unannehmlichkeiten bei unseren Kunden entschuldigen“, macht der Strom-, Gas- und Wasserversorger in seiner Stellungnahme deutlich.
Die Stadtwerke-Kunden haben die Möglichkeit, die Abschläge zu reduzieren. In den vergangenen Tagen hätten dies bereits etliche Ansbacher gemacht, indem sie persönlich ins Kundencenter der Stadtwerke kamen oder dort anriefen. „Leider war unser Kundenservice aufgrund krankheitsbedingter Ausfälle deutlich unterbesetzt, so dass nicht alle Anfragen bearbeitet werden konnten“, bedauern die Stadtwerke. Kunden berichteten gegenüber der FLZ, dass sie mehr als eine Stunde in der Warteschlange hingen und keinen Mitarbeiter erreicht haben.
Die schnellste Methode, um den Abschlag selbst zu ändern, ist über den QR-Code, der auf der Rechnung abgedruckt ist. Üblicherweise sind über diese Plattform nur Abweichungen um maximal zehn Prozent nach unten möglich. Das haben die Stadtwerke aufgrund des Berechnungsfehlers angepasst und die Spanne vergrößert.
Wenn möglichst viele Menschen das so umsetzen, würde das die Mitarbeiter im Kundencenter entlasten. Dann würden diejenigen, die die Änderung aus technischen Gründen nicht selbst vornehmen können, leichter einen Berater erreichen. Zusätzlich haben die Stadtwerke den Kundenservice mit Unterstützung eines Dienstleisters personell verstärkt. Wegen des hohen Aufkommens werde es aber zu Verzögerungen bei der Abarbeitung kommen.