Heilsbronns Bürgermeister Dr. Jürgen Pfeiffer sorgt sich um die Wirtschaft in seiner Stadt und im Landkreis Ansbach. „Wir leiden stark unter der Krise der Autobranche“, klagte er in seinem Rückblick am Ende der letzten Ratssitzung des Jahres.
In der Region seien Zulieferbetriebe der kriselnden Autobauer stark vertreten. Man könne nur hoffen, „dass es nicht so schlimm kommt, wie es sich abzeichnet“. Die Entwicklung des Arbeitsmarkts und das Wohl der Kommunen hängt laut Bürgermeister Pfeiffer stark von der Politik der künftigen Bundesregierung ab. Er hoffe auf „ruhiges Blut“, damit sie gute Entscheidungen treffen. „Ich wünsche den Politikern den Mumm, die Bürokratie zu reduzieren“, sagte er.
Nach seinen Angaben schaut es bei den städtischen Finanzen zwar aktuell „gar nicht so schlecht aus“. Die Einnahmen aus der Gewerbesteuer liegen 20 Prozent über dem Ansatz von 5,3 Millionen Euro, der Anteil an der Einkommensteuer erreiche knapp den Ansatz von 6,3 Millionen Euro. Von den acht Millionen Euro an Zuschüssen seien bisher rund 60 Prozent bei der Stadtkasse eingegangen. Deswegen sei in diesem Jahr keine Kreditaufnahme nötig gewesen. Nur die Kreisumlage – der Bürgermeister rechnet mit über sieben Millionen Euro im kommenden Jahr – sei ein Wermutstropfen. Angesichts des Defizits von ANregiomed und der Ausweitung des ÖPNV werde eine Erhöhung des Kreisumlage-Hebesatzes diskutiert.
Wie aus dem Jahresbericht ersichtlich, arbeiten Stadtrat und Verwaltung daran, zusätzliches Bauland zur Verfügung zu stellen. Immerhin gebe es aktuell über hundert Anfragen seitens von Bauwerbern im Rathaus. Zwischen dem Freibad und der Ansbacher Straße werde an zwei Bebauungsplänen gearbeitet. Einmal um das „Sonnenfeld Ost“ zu erweitern – dafür habe die Stadt kürzlich den Grund erworben –, zweitens um den „städtebaulichen Missstand an der Ansbacher Straße“ zu beseitigen. Dort gibt es einen nicht mehr genutzten Gewerbebetrieb.
Auch nördlich der Fabrikstraße, wo vor über sieben Jahren der Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan gefasst worden ist, laufen laut Bürgermeister aktuell „Abstimmungs- und Eigentümergespräche“.
Ein Problemfall bleibt weiter die Baufläche an der Sankt-Gundekar-Straße, wo ein Ölschaden die Pläne über den Haufen geworfen hat. Für eine Teilfläche soll allerdings in naher Zukunft eine Erschließung ermöglicht werden.
Mit dem neuen Kindergarten in der Bauhofstraße hat Heilsbronn aktuell einen Überhang an Betreuungsplätzen, berichtete Jürgen Pfeiffer. „Diese Kita-Kapazität wollen wir auslasten.“ Die Zahl der Geburten ist mit 80 in diesem Jahr bisher zwar höher als 2023. Aber dennoch erhofft sich der Bürgermeister mehr Kinder – auch für die Auslastung der Grundschule, die bald erweitert und modernisiert werden soll.
Das aufregendste Bauvorhaben der näheren Zukunft ist nach den Worten des Bürgermeisters die „Riesenmaßnahme“ Altstadtsammler. Der Kanal soll das Wasser aus dem Norden der Kernstadt im Bereich der Götz-Kreuzung auffangen und so ableiten, dass es rund um den Marktplatz nicht mehr zu Überschwemmungen kommt. Die ersten Überlegungen stammen aus den 1990er Jahren, jetzt sind mit Entwurfsplanungen und Baugrunduntersuchung Schritte zur Umsetzung erfolgt. Für den Altstadtsammler muss ein Gebäude abgebrochen werden, es ist mit einer mehrmonatigen Sperrung der Götz-Kreuzung zu rechnen.