Das „urbane Leben” in der Rothenburger Wolffstraße nimmt Formen an | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.11.2025 14:17

Das „urbane Leben” in der Rothenburger Wolffstraße nimmt Formen an

So kann man sich die geplante Bebauung an der Wolffstraße vorstellen. Der grüne Innenhof wurde in der aktuellen Planung vergrößert.  (Grafik: Ströbel Immobilien)
So kann man sich die geplante Bebauung an der Wolffstraße vorstellen. Der grüne Innenhof wurde in der aktuellen Planung vergrößert. (Grafik: Ströbel Immobilien)
So kann man sich die geplante Bebauung an der Wolffstraße vorstellen. Der grüne Innenhof wurde in der aktuellen Planung vergrößert. (Grafik: Ströbel Immobilien)

Sieben Häuser mit insgesamt 104 Wohnungen und einer Wohnfläche von rund 6400 Quadratmetern sollen auf dem ehemaligen BayWa-Areal am Bahnhof entstehen. Jetzt geht das Vorhaben in die nächste Runde. Im Stadtrat wurden die zum Bebauungsplan eingegangenen Stellungnahmen behandelt. Größeren Diskussionsbedarf gab es nicht.

Als „urbanes Gebiet” ist das Bauprojekt an der Wolffstraße deklariert. Laut Definition ist dies eine Mischung aus Wohnen, Dienstleistung und Gewerbe. Mit der Aufstellung des Bebauungsplans hatte der Stadtrat in seiner Juli-Sitzung den Weg für dieses in Rothenburg neuartige Projekt geebnet.

Tiefgarage mit 145 Stellplätzen

Im Erdgeschoss ist bislang eine Tagespflege mit rund 360 Quadratmetern Fläche vorgesehen. In den Obergeschossen – je nach Gebäude sind drei bis vier plus Penthouse geplant – soll Wohnraum entstehen. Aktuell sehen die Planungen des Bau- und Immobilienunternehmens Ströbel-Gruppe 20 Einzimmer-Appartements, 45 Zweizimmer-Wohnungen, 38 Dreizimmer-Wohnungen und eine Vierzimmer-Wohnung vor. Zusätzlich zu 37 Außenstellplätzen ist eine Tiefgarage mit 145 Stellplätzen vorgesehen.

Bei einem Tag der offenen Tür des Unternehmens hatte Christian Ströbel das Projekt den Besucherinnen und Besuchern vorgestellt. Die Resonanz sei mit rund 120 Zuhörerinnen und Zuhörern sehr gut gewesen. In der Bevölkerung scheine also Interesse an einem solchen Projekt zu bestehen: Am Ende des Vortrages habe es eine ganze Reihe von Fragen und Anregungen aus dem Publikum gegeben, die alle „sehr konstruktiv und positiv waren”, heißt es dazu von Seiten des Unternehmens.

Im Juni 2024 hatte die Ströbel-Gruppe das etwa zwei Hektar umfassende Area des ehemaligen BayWa Bau- und Gartenmarktes erworben. Es umfasst mehrere zum ZentRo hin gelegene alte Lager- und Nutzgebäude der BayWa. Im Februar 2026 sollen planmäßig die Abbrucharbeiten beginnen.

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Großzügige Grünfläche wurde ergänzt

Nach der ersten öffentlichen Auslegungsrunde wurden nun einige Änderungen am Bebauungsplan vorgenommen, so dass die zweite Auslegungsphase starten kann. Diese wurden im Stadtrat vorgestellt. Unter anderem musste ein Lärmgutachten zur abschließenden immissionsschutzrechtlichen Beurteilung erstellt werden. Auf dieser Grundlage wurde beispielsweise eine Lärmschutzwand festgesetzt. Außerdem wurde eine großzügige Grünfläche im Innenhof ergänzt, um die Versiegelung es Areals zu minimieren.

Bei der Behandlung des Themas in der Stadtratssitzung erklärte Stadtbaudirektor Michael Knappe, dass von den zum vorhabensbezogenen Bebauungsplan eingegangenen Stellungnahmen keine besonders kritisch ausgefallen sei. Vieles habe auch schon redaktionell eingearbeitet werden können, etwa die Erhöhung des Grünanteils.

Eine Wortmeldung kam von Gabriele Müllender (Grüne). Sie erklärte, dass nach ihrem Gefühl der Plan insgesamt zu viele Gebäude auf relativ begrenztem Raum vorsehe, mit der Folge, dass es da „sehr viele Menschen” geben werde. „Ein bisschen mehr Ruhe wäre schön”, meinte sie und kündigte an, das Konzept deshalb so nicht mittragen zu wollen.

Geringere Anforderungen an den Lärmschutz

In der Folge ging es noch um die Widmung des Gebiets als „Urbanes Wohnen”. Stadtbaudirektor Knappe betonte, dass hier die Anforderungen an den Lärmschutz entsprechend geringer seien als in einem reinen Wohngebiet. Vorgabe sei überdies, dass auch andere Nutzungen gewährleistet seien, in diesem Fall etwa die Tagespflege.

Auch Rechtsdirektor Michael Sommerkorn unterstrich diesen Aspekt. Dass es dort andere Dinge gebe, etwa aus dem Dienstleistungssektor, sei bei dieser Widmung tatsächlich absolute Voraussetzung, nicht etwa nur eine Möglichkeit.

Der Billigungs- und Aufstellungsbeschluss wurde vom Gremium schließlich bei einer Gegenstimme, jener von Gabriele Müllender, gefasst.


Von Simone Hedler und Jürgen Binder
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