Kreuzgangspiele Feuchtwangen: Peter Heeg ist verstorben | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 25.02.2025 21:13

Kreuzgangspiele Feuchtwangen: Peter Heeg ist verstorben

Der Schauspieler Peter Heeg, 2021 im Feuchtwanger Kulturbüro. (Foto: Thomas Wirth)
Der Schauspieler Peter Heeg, 2021 im Feuchtwanger Kulturbüro. (Foto: Thomas Wirth)
Der Schauspieler Peter Heeg, 2021 im Feuchtwanger Kulturbüro. (Foto: Thomas Wirth)

Peter Heeg war eine Erscheinung bis ins hohe Alter. Das weiße Haar, der Bart, sein tragender Bass. Wenn er im Kreuzgang die Bühne betrat und mit Bedacht zu reden begann, wurde auch eine kleine Nebenrolle zu einem Ereignis.

Seine letzte Rolle bei den Kreuzgangspielen im vergangenen Sommer war von dieser Art. In Friedrich Dürrenmatts „Besuch der alten Dame” spielte er den Butler von Claire Zachanassian, einen ehemaligen Richter und Ankläger in Zachanassians Namen. Jeder Satz atmete die Würde des Hohen Gerichts. Peter Heeg musste die Bedeutung einer Figur nicht fingieren. Er verkörperte sie. Er strahlte sie aus.

Beim Rückblick auf ein reiches Schauspielerleben fällt auf, dass er Feuchtwangen schon früh in seiner Karriere kennengelernt hat, vor über 60 Jahren. Peter Heeg gab am 30. Juni 1963 sein Kreuzgang-Debüt. Er war der Theseus in Shakespeares „Sommernachtstraum”, der junge König von Athen. Eine solche Rolle passte zu ihm.

1963 das erste Mal bei den Kreuzgangspielen

Im Gespräch mit der Fränkischen Landeszeitung erinnerte er sich: „Damals gab es noch keine Tribüne, nur Bänke. Ach ja, noch ganz urig und ungezwungen war das. Ich fand das Theater, das wir damals machten, von einer Naivität, die man sich heute nicht mehr leisten kann. Aber die Leute haben es gerne gehabt und wir haben es gern gespielt.”

20 Jahre dauerte es, bis er wieder für zwei Spielzeiten in den Kreuzgang zurückkehrte. Die Pause danach war noch einmal lang. Seit 2010 aber gehörte regelmäßig zum Ensemble des Feuchtwanger Sommertheaters. Die Liste seiner Engagements zuvor ist eindrucksvoll und lang.

Das könnte Sie auch interessieren
Premiere für Feuchtwanger Bürgermeister: Erste Begrüßung des Kreuzgang-EnsemblesDer Feuchtwanger „Festspielfrühling” stimmt auf die Kreuzgangspiele einWilburgstetten: Theatergruppe Klappe begeistert mit „Das Gespenst von Canterville”Wettbewerb der Kreuzgangspiele: Kinder können „ihre kleine Hexe” gestaltenKreuzgangspiele extra: Was es in Feuchtwangen im Herbst und Winter zu sehen gibtKreuzgangspiele extra: Hochkomik von Karl Valentin und Liesl KarlstadtDer Neue am Landestheater Dinkelsbühl: „Ich war schnell Feuer und Flamme”Jazz und Soul bei den Kreuzgangspielen: Steffi Denk in Feuchtwanger StadthalleTheater in Oestheim: Wo ein ganzes Dorf in den Bühnenmodus wechseltKreuzgangspiele Feuchtwangen zum Verschicken: Sonderbriefmarken sind erhältlichSchauspieler erkrankt: Lesung der „Kreuzgangspiele extra” in Feuchtwangen abgesagtLiebesbriefe bekannter Personen: Emotionale literarische Reise in FeuchtwangenVorverkauf für die Kreuzgangspiele 2026: Tausende Tickets binnen Stunden wegFestspielsommer am Landestheater Dinkelsbühl 2026: Diese Stücke sind geplantEine Hommage an Astor Piazzolla im Feuchtwanger Kreuzgang

„Weil man da nicht mogeln kann.”

Peter Heeg

Peter Heeg, der 1939 in Stuttgart geboren wurde und dort seinen Beruf erlernte, war als Schauspieler in Landshut, Ulm, Wien und Salzburg engagiert, arbeitete auch für Fernsehen und Film. Er inszenierte an den Staatstheatern Oldenburg, Saarbrücken, Braunschweig, Augsburg, Basel, Stuttgart und Krefeld. Stationen seiner Laufbahn waren außerdem die Hamburger Kammerspiele, das Berliner Theater des Westens, das Theater Regensburg und die Luisenburgfestspiele in Wunsiedel, wo er 21 Sommer lang spielte.

Draußen spielte Peter Heeg immer gern: „Freilicht habe ich im Grunde am liebsten”, erzählte er einmal, „weil man da nicht mogeln kann. Ein Baum ist ein Baum, ein Felsen ist ein Felsen, ein Vogel ein Vogel, und ein Schauspieler muss sich da behaupten. Es gibt nicht den ganzen riesigen technischen Aufwand.” Peter Heeg war einer, der sich gegen Bäume, Felsen, Tiere, der sich gegen die Übermacht einer Natur- und Architekturkulisse mit seiner Kunst spielend behaupten konnte.


„Prägendes Gesicht der Festspiele”

Johannes Kaetzler

Anfang des Monats ist er, der Doyen des Feuchtwanger Ensembles, gestorben. Die Kreuzgangspiele trauern, so heißt es in der Pressemitteilung, „um einen großen Schauspieler, der ohne Zweifel als ein prägendes Gesicht der Festspiele bezeichnet werden kann”.

Intendant Johannes Kaetzler würdigte den Künstler: „Peter Heeg war ein großer Liebender des Theaters. Er umarmte als Schauspieler innerlich die Figuren, die er spielte und gab ihnen dadurch stets einen wunderbaren Zauber. Und er war ein Freund, den wir alle sehr vermissen werden.”

Alle, die mit ihm arbeiten durften, habe er tief berührt und weise begleitet. Johannes Kaetzler: „Ich verneige mich vor deinem riesigen Lebenswerk, das immer nur eines im Sinn zu haben schien: Freude zu schenken.”


Thomas Wirth
Thomas Wirth
Redakteur im Ressort „Kultur“
north