Seit Donnerstag gibt es die Karten für die Freilichtsaison 2026 der Kreuzgangspiele in Feuchtwangen: Bis 15.30 Uhr waren schon knapp 5000 Tickets für die Aufführungen im romanischen Geviert beziehungsweise im Nixel-Areal verkauft. „Das ist eine Leistung”, sagte Intendant Johannes Kaetzler bei einer Pressekonferenz.
Beim Vorverkaufsstart zeige sich relativ früh, ob man mit der Stückauswahl den Nerv des Publikums getroffen habe, meinte Bürgermeister Patrick Ruh. Bei den Zahlen ist das offensichtlich der Fall.
Die „sehr, sehr gute Auslastung” in den zurückliegenden Jahren sei „Ansporn und Verpflichtung” zugleich, betonte Kaetzler. Schließlich wolle man die „Erfolgsgeschichte” fortschreiben, sich dabei aber immer wieder neu erfinden. Die Figuren, die in der 78. Saison auf der Bühne stehen, verbindet eines: Sie haben Träume, Wünsche und Sehnsüchte.
Der Intendant selbst adaptiert für den Kreuzgang „Der große Gatsby” von F. Scott Fitzgerald und will damit gemeinsam mit Dramaturgin Dr. Maria Wüstenhagen an den Erfolg der Dramatisierung von Jane Austens „Stolz und Vorurteil” in der diesjährigen Spielzeit anknüpfen. Gatsby sehne sich nach einer Zeit, die längst vergangenen sei, sagte Kaetzler. Für ihn hat der „magische Roman”, der eine „enormen Tiefe” besitze, das Potenzial, Interesse bei den Zuschauerinnen und Zuschauern zu wecken. Premiere ist am 4. Juni.
Das zweite Abendstück im Kreuzgang ist „Diener zweier Herren” von Carlo Goldoni (Premiere 11. Juni). Sehr zur Freude von Kaetzler wird es von Achim Conrad – dem Kreuzgang-Publikum als Regisseur und Schauspieler bestens bekannt – inszeniert. Die Komödie sei hochaktuell: Der große Traum vom luxuriösen Leben, der, indem man zwei Jobs gleichzeitig hat, erfüllt werden soll.
Einen großen Traum hat laut Kaetzler auch „Die kleine Hexe”: Sie möchte bei den großen Hexen mitmachen. Die Geschichte von Otfried Preußler bringt Konstantin Krisch für Menschen ab fünf Jahren auf die Bühne im romanischen Geviert (Premiere 9. Mai).
Als eine „Riesenbereicherung” bezeichnete der Intendant das Nixel-Areal. Dort könne noch viel neu entwickelt werden, es gebe noch Luft nach oben. Auf den Bühnen der zweiten Spielstätte sind das Kleinkinder- und das Jugendstück sowie eine Produktion für Erwachsene zu sehen.
Die BühneBumm aus Hamburg spielt für die kleinsten Theaterbesuchenden ab drei Jahren das Stück „Die Prinzessin auf der Erbse” (Premiere 18. Juni). Ein Prinz träume von einer Prinzessin und müsse erkennen, dass dies hinfällig sei. Denn es komme auf den Menschen an und nicht auf den Titel, führte Kaetzler dazu aus.
Einen „anspruchsvollen Stoff” packen Meike Pintaske und Mario Schnitzler mit dem Klassiker „Der Sandmann” von E.T.A. Hoffmann an (Premiere 9. Juli). Das Regie-Duo habe „spannende Ideen” für die Inszenierung, die sich an Menschen ab 13 Jahren richtet, erzählte Wüstenhagen. Es werde der Frage nachgegangen, was geschehe, wenn man sich in künstlichen Welten verliere.
In der Produktion für Erwachsene geht es um den Traum von Freiheit: Anette Daugardt und Uwe Neumann zeigen das Schauspiel „1984” nach dem gleichnamigen Science-Fiction-Krimi von George Orwell (Premiere 25. Juni). Wüstenhagen rechnet damit, dass das Publikum nach den Vorstellungen Redebedarf hat und dass die Inszenierung für Jugendliche interessant sein werde. Daher gebe eine günstigere Preiskategorie für Schülerinnen und Schüler.
Wüstenhagen kündigte außerdem zwei Traditionsveranstaltungen an: den Theaterspaziergang (21. Mai) und die Mitternachtsrevue (17. und 27. Juli).
Noch bedeckt hielt sich Intendant Johannes Kaetzler, was das Ensemble angeht. Denn es sind noch nicht alle Verträge unter Dach und Fach. Soviel verriet er jedoch: Es wird ein Wiedersehen mit alten Bekannten und neue Gesichter geben.