Der Feuchtwanger „Festspielfrühling” stimmt auf die Kreuzgangspiele ein | FLZ.de

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Veröffentlicht am 14.04.2026 11:41

Der Feuchtwanger „Festspielfrühling” stimmt auf die Kreuzgangspiele ein

Gaben beim „Festspielfrühling” Einblicke in den Feuchtwanger Theatersommer (von links): Johannes Kaetzler, Sophie Militzer, Marié Detlefsen, Herbert Lindörfer und Philipp Peters. (Foto: Elke Walter)
Gaben beim „Festspielfrühling” Einblicke in den Feuchtwanger Theatersommer (von links): Johannes Kaetzler, Sophie Militzer, Marié Detlefsen, Herbert Lindörfer und Philipp Peters. (Foto: Elke Walter)
Gaben beim „Festspielfrühling” Einblicke in den Feuchtwanger Theatersommer (von links): Johannes Kaetzler, Sophie Militzer, Marié Detlefsen, Herbert Lindörfer und Philipp Peters. (Foto: Elke Walter)

Wenn der Verein zur Förderung der Kreuzgangspiele zu seinem alljährlichen „Festspielfrühling” einlädt, dann steht eines fest: Es geht bald los im Kreuzgang. Intendant Johannes Kaetzler stellte am Sonntag in der Stadthalle Kasten die Stücke der diesjährigen Saison vor.

Braucht man Kultur in Krisenzeiten? Eine Frage, die Herbert Lindörfer, Vorsitzender des Fördervereins, mit einem entschiedenen „Ja“ beantwortete. In Zeiten knapper werdender Kassen, sei Kultur dennoch kein Luxus, sondern Bestandteil einer freien und offenen Gesellschaft. Kultur sei so viel mehr als nur Unterhaltung, bilde Verstand und Herz und schärfe den Blick auf andere Lebenswelten. Und, das betonte Lindörfer ganz besonders, Kultur sei das Herzstück der Stadt Feuchtwangen. Sie ermögliche Begegnungen auf vielen Ebenen, sei identitätsstiftend, dürfe aber durchaus auch einmal vom Alltag ablenken.

Corona-Schulden weitgehend abgebaut

Im Anschluss gab Intendant Johannes Kaetzler einen Einblick in die diesjährigen Stücke. Zuvor aber blickte er zurück auf eine sehr erfolgreiche Spielzeit 2025. Die aufgelaufenen Schulden aus der Corona-Zeit habe man weitgehend abbauen können, könne sogar an neue Projekte denken, etwa eine Vernebelungsanlage im Kreuzgang, um die Auswirkungen an heißen Tagen zu mildern, oder auch rückenfreundliche Stühle mit Lehne für den Nixel-Garten anzuschaffen.

Eines der beiden Hauptstücke ist „Der große Gatsby“, nach dem Roman von F. Scott Fitzgerald. 1925 erschienen, beleuchtet der Schriftsteller die Zeit der „Roaring Twenties“, eine Zeit der Umbrüche, nur wenige Jahre nach Ende des Ersten Weltkriegs. Vergleichbar mit den Goldenen Zwanzigern in Deutschland, sei dies eine sehr aufregende Zeitspanne, in der man auch das Heute spiegeln könne. Es gehe um verlorene Träume, Dekadenz oder auch den Widerstand gegen Veränderungen. Kaetzler hat den Roman für die Bühne dramatisiert und inszeniert ihn auch.

Für das zweite große Abendstück geht die Theaterreise noch weiter zurück. Carlo Goldonis „Diener zweier Herren“, 1746 in Mailand uraufgeführt, gilt heute als eines der größten Werke der Commedia dell'arte. Ein heiteres, komisches Verwirrspiel um Beatrice und Florindo, ein Liebespaar, das untertauchen muss, weil er verdächtig wird, seinen künftigen Schwager ermordet zu haben. Sie mieten sich unerkannt in Venedig in einer Pension ein. Beatrices Diener Truffaldino glaubt derweil, sein Salär aufbessern zu können, wenn er auch Florindo heimlich seine Dienste anböte. In seiner Doppelrolle verstrickt er sich immer mehr in ein Lügengerüst. Regie führt hier Achim Conrad.

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Keine Angst vor Hexen

In einem kurzen Gespräch mit Konstantin Krisch, der „Die kleine Hexe“ von Otfried Preußler inszenieren wird, stellte Kaetzler das beliebte Kinderbuch vor. So erfuhr das Publikum, dass Preußler mit der Geschichte Kindern die Angst vor bösen Hexen habe nehmen wollen. Die Bühnenfassung zu diesem Klassiker hat Krisch entwickelt.

Auch im Nixel-Garten gibt es ein feines Programm. Für die Kleinsten, von der BühneBumm die „Prinzessin auf der Erbse“, für das jüngere Publikum George Orwells „1984“ oder auch E.T.A. Hoffmanns „Der Sandmann“. Alle Produktionen umrahmten Marié Detlefsen, Sophie Militzer und Philipp Peters, drei junge Ensemblemitglieder, mit ausgewählten Textpassagen.

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