Der nächste Festspielsommer in Dinkelsbühl soll heiter und unbeschwert werden. „Wir bleiben beim gewohnten Genre“, verkündete die neue Intendantin des Landestheaters, Jasmin Meindl, als sie den Spielplan vorstellte. Mit dem Lustspiel „Kohlhiesls Töchter“ erwartet das Publikum ein Klassiker. Dazu gibt es noch eine Komödie und eine Revue.
Es ist Meindls erste Freilichtsaison in Dinkelsbühl. „Kohlhiesls Töchter“ hat am 26. Mai Premiere. Auf die Freilichtbühne kommt dabei eine Bühnenfassung, die Jörg Doppelreiter für das Landestheater Coburg geschrieben hat – befreit vom Staub der 1960er-Jahre, wie Jasmin Meindl am Donnerstag bei der Vorstellung der Stückauswahl in Anspielung auf den bekannten Film erläuterte.
Stattdessen gibt es Wirtshausstimmung, Chorgesang und Blasmusik. Letztere, so Meindls Eindruck, gehöre zu Dinkelsbühl einfach mit dazu. Bei der Titel-Auswahl sei von Ernst Mosch bis LaBrassBanda alles dabei. Die Intendantin versprach „eine Riesengaudi“. Regie führt Till Rickelt, Intendant am Theater Ravensburg. Die musikalische Leitung übernimmt Armin Bestelmeyer. Das Landestheater will außerdem mit der Berufsfachschule für Musik sowie mit örtlichen Chören und Musikerinnen und Musikern zusammenarbeiten.
Noch relativ neu ist die Komödie „Eine Mords-Freundin“ des britischen Drehbuchautors Steven Moffat. Das Stück werde derzeit auf den deutschen Bühnen entdeckt, sagte Meindl. Insoweit sei es sehr schön, dass Dinkelsbühl quasi gleich am Anfang mit dabei ist. Die Handlung ist skurril und komisch: Debbie und Peter freunden sich auf einer Schiffsreise mit der rüstigen Witwe Elsa an und laden diese zu sich nach Hause ein. Schon bald hat das Paar die Einladung wieder vergessen. Doch plötzlich steht Elsa vor der Haustür und die Kinder des Paares beginnen mit ihren Recherchen. Diese ergeben, dass die Besucherin scheinbar eine gesuchte Serien-Killerin ist. Regie führt Gisela Maria Schmitz, Premiere ist am 2. Juni.
Beim dritten Abendstück handelt es sich um „Wunder gibt es immer wieder“ von Gisela Maria Schmitz. Die Idee zu der Revue über Frauenbilder und Männerrollen hatte Jasmin Meindl 2019, als an die Einführung des Wahlrechts für Frauen vor 100 Jahren erinnert wurde. Schlager führen die Zuschauerinnen und Zuschauer durch die Geschichte und vermitteln dabei den jeweiligen Zeitgeist. Premiere ist am 30. Juni.
Für Kinder wird „Der Räuber Hotzenplotz“ gespielt, ein Klassiker der Kinderliteratur. Die Regie übernimmt Juliane Putzmann, die Leiterin des Bandhaus Theaters Backnang (Premiere 9. Mai). Die Mädchen und Jungen können sich auf eine atemlose Erzählung mit viel „Hallo und Holldrio“ und einer musizierenden Kaffeemühle freuen. Im Zusatzprogramm werden der Kabarettist Christian Springer sowie die „Schlagertherapie“ zu Gast sein. Und dann soll es noch eine Überraschung geben, die Meindl zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht verraten wollte.
„Ich weiß nicht, wie das Wetter wird, aber der Freilichtsommer wird schön“, zeigte sich Meindl beim Pressetermin überzeugt. Es sollen weiterhin viele Menschen aus Dinkelsbühl sowie der näheren und weiteren Umgebung zu den Festspielen kommen. Diese tragen 2026 das Motto „Leicht. Luftig. Freilicht“. Auch wenn das Landestheater bei der Auswahl der Stücke beim gewohnten Genre bleibe, so werde bei Umsetzung und Ästhetik dennoch einiges neu sein, betonte Meindl. Dies betrifft auch den Spielort. Dort will die Intendantin den Wehrgang wieder stärker mit einbeziehen.
Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer freute sich über die Stückauswahl für den Festspielsommer 2026. Schon damals, als sich Jasmin Meindl in Dinkelsbühl vorgestellt habe, sei darüber gesprochen worden, dass es nicht sinnvoll sei, den bisherigen sehr erfolgreichen Weg des Landestheaters aufzugeben. Vielmehr sollten die Akzente tieferer Auseinandersetzung in der Winterspielzeit gesetzt werden. Der Kartenvorverkauf für die Sommerfestspiele, die vom 9. Mai bis zum 23. August laufen, startet am 1. Dezember.