„Ich bin ganz überwältigt, dass heute so viele Mitglieder zu unserer Hauptversammlung gekommen sind“, sagte Petra Tatsch, die Vorsitzende des Hospizvereins Uffenheim über den großen Andrang. „Dabei will ich mich heute gar nicht mehr zur Wahl stellen und meinen Vorsitz abgeben. Was das wohl bedeutet?“
Nun, es bedeutete ganz offenbar, dass alle, die während der vergangenen zehn Jahre mit Petra Tatsch als Vorsitzende zusammengearbeitet hatten, gekommen waren, um sich persönlich von ihr zu verabschieden und für die gute Teamarbeit zu bedanken. Außerdem waren wohl auch alle gespannt darauf, wer sich als Nachfolger zur Wahl stellen werde.
Dieses Rätsel wurde schließlich, nach dem Tätigkeitsbericht von Petra Tatsch, dem Kassenbericht des Schatzmeisters Wolfgang Lampe und der Entlastung des Vorstandes, gelöst: Zur Wahl stellte sich Ursula Hoefer, 41 Jahre, Ergotherapeutin und Teilnehmerin des seit März und noch bis Dezember laufenden Kurses zur Ausbildung als Hospizbegleiterin. Nachdem sie sich vorgestellt hatte, wurde sie einstimmig gewählt.
Ihr zur Seite stehen in Zukunft die ebenfalls einstimmig gewählten Vorstandsmitglieder Wolfgang Barz als stellvertretender Vorsitzender, Bürgermeister Wolfgang Lampe (Schatzmeister) und Daniela Currlin (Schriftführerin). Auch für die Beisitzerinnen Martha Meister, Christiane Kömm, Christel Fronhöfer, Johanna Blank, Maria Fuest, Monika Imschloß sowie Petra Tatsch – die damit dem Verein weiter treu bleiben wird – gab es jeweils einstimmige Voten. Die Kasse werden in Zukunft Barbara Ammann und Frank Tatsch prüfen.
In ihrem Jahresbericht, der auch ihre Abschiedsrede war, hatte Petra Tatsch betont, dass „wir mit unserem Verein nach wie vor antizyklisch unterwegs sind, denn wir sind immer noch nicht ,verberuflicht’, zahlen immer noch keine Gehälter an unsere Helferinnen und deshalb wird unser Einsatz, für die Sterbe- oder Trauerbegleitung auch nicht von den Krankenkassen refinanziert. Wir arbeiten also immer noch allesamt rein ehrenamtlich und unentgeltlich“. Sie hofft, dass dies noch viele Jahre so unbürokratisch zu handhaben sein werde, obwohl der Druck zur Kommerzialisierung im Gesundheitswesen immer größer wird. „Wir sind ehrenamtlich da, wenn man uns braucht, kurz-, mittel- oder langfristig, so wie es die jeweilige Situation vorgibt und verlangt“.
Genau für diesen ehrenamtlichen Einsatz bedankte sich Tatsch bei allen Hospiz- und Trauerbegleiterinnen, den Vorstandsmitgliedern, den Veehharfenspielerinnen und sonstigen Aktiven – für ihre Hilfsbereitschaft, sowie dafür, dass „sie immer ansprechbar und offen für Neues sind“. Ihr Dank galt auch allen passiven Mitgliedern und Spendern, die damit die Arbeit des Vereins maßgeblich unterstützten. „22 Jahre ist der Hospizverein jetzt alt, 2026 können wir unser 25-jähriges Bestehen feiern“.
Ihren Rückzug aus der ersten Reihe begründete Petra Tatsch damit, dass „alles seine Zeit hat. Nach zehn Jahren ist es angebracht, den Platz der Vorsitzenden frei zu machen und weiterzugeben, damit frischer Wind, andere Denk- und Vorgehensweisen sowie neue Ideen einziehen können und den Verein weiterbringen.“ Es sei eine gute Zeit gewesen, so Tatsch. Sie habe viel gelernt und freue sich, dass der Hospizverein mit Ursula Hoefer „eine noch junge Frau gefunden hat, die sich für die Hospizarbeit interessiert und es als Herausforderung ansieht, sich mit den damit verbundenen Aufgaben und Problemen auseinander zu setzen“.
Insgesamt zähle der Verein aktuell 170 Mitglieder, darunter auch viele junge, was laut Vorstand mit der Hoffnung verbunden ist, dass er noch viele Jahre keinerlei Nachwuchsprobleme haben werde. Ehrenamtliche Helfer und Helferinnen seien allerdings nach wie vor immer willkommen.
Nähere Informationen zum Hospizverein Uffenheim sind per Mail an info@hospizverein-uffenheim.de oder per Telefon, Rufnummer 0 98 42/95 24 04, erhältlich.