Der Kanonendonner im Taubertal ist verhallt, der Pulverdampf hat sich verzogen. Zeit für den Organisator der Gefechtsdarstellung, Christoph Korwitz, Bilanz zu ziehen.
Bislang habe er nur Positives gehört, erzählt Korwitz. Den Akteuren habe es sehr gut gefallen. „Sie haben die Darstellung gefeiert, sie konnten ihre Rolle leben.“ Sie hätten Spaß gehabt und auch „etwas außerhalb des Drehbuchs“ agiert. Irgendein Anführer werde halt immer erschossen, weiß Korwitz, „So hat am Ende der Hauptmann der Höchstädter Musketiere dran glauben müssen“, erzählt er. Das gehöre einfach dazu.
Gerechnet habe man mit 1000 Besucherinnen und Besuchern, dass es 1400 geworden sind, freut ihn. Etwa 900 Online-Tickets seien verkauft worden, der Rest sei dann über die Tageskassen gelaufen. „Schön, dass es so angenommen wurde.“ Viele hätten es eben wetterabhängig gemacht, was er verstehen könne, denn sein Blick sei auch ständig auf das Wetterradar gerichtet gewesen, wenn auch aus Sicht des Veranstalters.
Da die Gruppen nie zusammen geprobt hätten, sei es natürlich eine große Herausforderung im Regiezelt gewesen, die rund 200 Mitwirkenden auf dem Gefechtsfeld zu lenken. Gut 300 seien insgesamt mit dem Stück beschäftigt gewesen.
Die wesentlichen Protagonisten seien per Funk mit ihm verbunden gewesen und hätten die Anweisungen rasch umgesetzt. Aufgetretene Probleme mit den Funkgeräten habe man in den Griff bekommen, zumal alle auf dem Feld den „roten Faden“ kannten.
Ansonsten hatte Korwitz viel um die Ohren, galt es doch, die befreundeten Gruppen im Lager zu betreuen. Er war für alles zuständig, erzählt Korwitz und lacht. „Der Problemlöser sozusagen.“ Das habe schon mit der Logistik angefangen. In diesem Fall bedeutete das, für die Gruppen eine Fahrt zum oder vom Burggraben zu ermöglichen, denn es habe nur bestimmte Ein- und Ausfahrtszeiten in der Stadt gegeben.
Für seine Gruppe, die „Freien Reichsstädter zu Rothenburg“, sei es eine große Herausforderung gewesen, diesen Traum zu verwirklichen. Ohne diese Gruppe wäre es gar nicht möglich gewesen. Doch sei ihm bewusst geworden, dass er sie mehr in alle Thematiken hätte mit einbinden müsse. Das habe er aus dieser Veranstaltung gelernt.
Damit stellt sich natürlich die Frage, ob es eine Wiederholung dieser Inszenierung geben wird. Er sei tatsächlich von vielen nach der Veranstaltung gefragt worden, ob das nächstes Jahr wieder gemacht werde, sagt Korwitz. Seine Antwort fällt klar aus: „Ja, ich würde es wieder machen.“
Und schiebt hinterher: „Aber etwas anders.“ Denn: „Wir wissen jetzt, was man noch besser machen kann“, sagt er. Eventuell sei auch ein anderer Platz denkbar oder sogar ein offenes Heerlager. Allerdings hänge es auch von der Finanzierung ab. Er weiß nicht, ob er wieder ein Budget von der Stadt bekommt.