Professorin Dr. Ursula Engelen-Kefer, Vizepräsidentin des Sozialverbands Deutschland, ist die Hauptrednerin bei der DGB-Kundgebung zum 1. Mai in Ansbach.
Sie war zudem für den DGB im Bereich der Arbeitsmarktpolitik tätig und hat noch einen Lehrauftrag an einer Hochschule. In der Öffentlichkeit bekannt wurde Engelen-Kefer als frühere Vizepräsidentin der Bundesanstalt für Arbeit und ehemalige Stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes.
Die zentrale westmittelfränkische DGB-Kundgebung am Tag der Arbeit findet ab 11 Uhr am Martin-Luther-Platz in Ansbach statt. Nach Angaben des DGB spricht zum Auftakt Benjamin Kießling, Vorsitzender des DGB Ansbach, und Thomas Deffner, Ansbacher Oberbürgermeister, hält ein Grußwort, bevor Engelen-Kefer ans Rednerpult tritt. Vor der Kundgebung ist die Bevölkerung zur Teilnahme an einem Demonstrationszug des DGB durch Ansbach aufgerufen, für den der Treffpunkt um 10.30 Uhr am Schlossplatz ist.
Am Martin-Luther-Platz findet für alle Interessierten noch bis 14 Uhr ein Maifest mit Live-Musik mit „Land in Sicht“, Essen und Trinken und beispielsweise Hüpfburg, Kinderschminken und Infoständen statt.
Unter dem Motto „Ungebrochen solidarisch“ ruft der DGB Mittelfranken die Menschen zur Teilnahme an den DGB-Aktionen in Ansbach am 1. Mai und zu neun weiteren Veranstaltungen in Mittelfranken auf.
Stephan Doll, Geschäftsführer der DGB Region Mittelfranken, betont: „In Zeiten tiefgreifender Veränderungen braucht es eine mutige Politik. Es liegt an ihr, ob die Menschen den sozial-ökologischen Umbau aufgrund der Klimakatastrophe und gravierender Gerechtigkeitslücken mitgehen. Die Menschen brauchen soziale Sicherheit und das Vertrauen in die Politik.“ Darum gehe es bei der Landtagswahl im Oktober.
Der DGB sieht einen Zusammenhang zwischen Verteilungskämpfen und Klimapolitik. „Luxusauto-, Jachten-, Villen- und Privatjetbesitzer sind mit verantwortlich, dass das reichste Prozent der Menschen mehr als doppelt so viel CO2 freisetzt wie die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Dass die Reichsten die Lebensgrundlagen auf Kosten der Ärmsten aufzehren, muss von der Politik gestoppt werden. Diese Zeichen wollen wir am weltweiten Tage der Arbeit aus Mittelfranken senden“, sagt Doll.
Bayern habe die niedrigste Tarifbindung in den westlichen Bundesländern und kein Tariftreue- und Vergabegesetz; ein außer Kontrolle geratener Wohnungsmarkt, sinkende Schulqualität, unzureichende Ganztagsbetreuung und eine aus Sicht des DGB überflüssige Debatte um Arbeitszeitverlängerung seien Beispiele einer gescheiterten Politik in Bayern, so Stephan Doll.