Die Feuerwehren der Region zeigen Flagge für den Erhalt der Krankenhäuser in Rothenburg und Dinkelsbühl in der bisherigen Form. So nahmen an einer Solidaritätskundgebung vor dem Gerätehaus in Buch am Wald über 300 Menschen teil. Auch vor dem Neusitzer Domizil gab es eine Aktion.
Während dort Delegationen von zehn Feuerwehren aus dem Gebiet zwischen Oberscheckenbach und Insingen die Beibehaltung der bisherigen Versorgungsstrukturen forderten, kamen in Buch am Wald Aktive von insgesamt 17 Wehren aus der Region zwischen Wörnitz, Windelsbach und Jochsberg zusammen. Dem Aufruf folgten laut einer Mitteilung des Bucher Kommandanten Günter Eiffert auch mehrere Vereine sowie zahlreiche Privatpersonen. Die Teilnehmenden trugen sich demnach auch in Unterschriftenlisten ein, die im Ansbacher Landratsamt übergeben wurden.
In der Erklärung der Feuerwehren zur Klinik-Diskussion wird laut Eiffert darauf hingewiesen, dass die Aktiven in den Gemeinden immer häufiger zu Einsätzen gerufen würden, bei denen auch die medizinische Erstversorgung von Patienten notwendig sei. Der Rettungsdienst treffe oft erst 15 bis 20 Minuten später ein. In dieser kritischen Zeit müssten die Feuerwehren um das Leben der Betroffenen kämpfen.
Allein schon der Umstand, dass solche Einsätze bei der Feuerwehr unter dem Oberbegriff „Technische Hilfeleistung“ liefen, sei „nicht zielführend“. Nach der Übernahme durch den Rettungsdienst beginne dann die Suche nach einem aufnahmebereiten Krankenhaus. Wenn es aber immer weniger Kliniken gebe, könnten sich Fahrtzeiten im Landkreis von 45 Minuten ergeben, heißt es in der Erklärung: „Welche Notärzte währen künftig bereit, solche Zeiten auf sich zu nehmen? Wir alle haben gelernt, dass jede Minute zählt.“
Die Rettungskette umfasse die Spanne vom Notfallereignis bis zur Behandlung im Krankenhaus. Der Ablauf und die Zeit bestimmten den Ausgang für den Patienten. „Es darf nicht durch fahrlässige Entscheidungen diese Kette an beeinflussbaren Stellen verlängert werden, das würde Menschenleben kosten“, so die Überzeugung in Feuerwehrkreisen.
Zwar sei zuletzt immer wieder betont worden, dass keine Klinik geschlossen werden solle. Fachleute sagten aber, „dass eine Herabstufung dieser Häuser zwangsläufig am Ende zur Schließung führt“. An die Entscheidungsgremien richte sich daher die Forderung, „nicht an den Säulen der Krankenhäuser zu sägen und diese langfristig zu erhalten“.
Als Kommandant der Feuerwehr Buch am Wald formulierte Günter Eiffert auch noch einige persönliche Bemerkungen. „Macht keine voreiligen Beschlüsse, die hinterher nicht mehr revidierbar sind“, so sein Appell. Es solle bitte geprüft werden, „ob es nicht doch noch bessere Szenarien gibt“. Was fehle, sei Transparenz bei den Zahlen, die teilweise weit auseinanderlägen. Manche blieben auch unter Verschluss.
Mehr gehört werden müsse bei diesem Thema auf jeden Fall auf die Beschäftigten der Rettungsdienste und der Pflege sowie auf die Notärzte. Diese Fachkräfte gäben alles und machten trotz schwieriger Bedingungen „einen sehr guten Job“.
Unbedingt verhindert werden müsse, dass Feuerwehr-Aktiven noch mehr aufgebürdet werde, weil der Rettungsdienst immer öfter die Hilfsfrist nicht einhalten könne: „Dafür ist die Feuerwehr nicht ausgelegt“, so Eiffert. Es müsse dafür gesorgt werden, „dass am Ende der Rettungskette ein gutes Krankenhaus in möglichst kurzer Zeit erreicht werden kann“. Nur das schaffe wieder Vertrauen in der Bevölkerung.
Ganz entscheidend sei auch, Prioritäten zu setzen. Die Krankenhaus-Versorgung müsse Vorrang haben „vor asphaltierten Radwegen neben Hauptstraßen“.