Ist dieser Apfel eine Goldparmäne, ein Berlepsch oder Boskop? Hält er sich ein paar Tage oder muss er schnell verzehrt werden? Antworten auf diese Fragen gab es beim Streuobsttag in Burgbernheim. Schon kurz nach Eröffnung standen Besucher Schlange, um sich von Pomologen die Apfelsorte ihres Gartens bestimmen zu lassen.
Wenngleich der morgendliche Gottesdienst wegen des kühlen Wetters vom Kapellenberg in die nahe Kirche St. Johannis verlegt wurde, zog der Streuobsttag im Laufe des Tages wie in den vergangenen Jahren Tausende von Besuchern nach Burgbernheim.
Auf dem Plateau des Kapellenberges mit seinem unvergleichlichen Ambiente erwartete die Gäste ein vielgestaltiges Programm, das von Unterhaltung, Informationen bis hin zu Kulinarik und kreativer Handwerkskunst reichte. Kostenlos war dazu der weite Blick in den Aischgrund und die Windsheimer Bucht, der sich den Besuchern bot, die die steilen Treppen des in unmittelbarere Nähe extra geöffneten Kriegerdenkmals erklommen hatten und mit einem herrlichen Ausblick belohnt wurden.
Trotzdem, im Mittelpunkt stand alles, was sich unter dem Begriff Streuobst und Streuobstwiesen zusammenfassen lässt. Die Stadt ist ideal, um den inzwischen traditionellen Tag im Herbst zu veranstalten. Rund 30.000 Obstbäume wachsen in der Burgbernheimer Flur und mit dem im Bau befindlichen Streuobst-Kompetenzzentrum entsteht ein Leuchtturmprojekt mit Ausstrahlung weit über die Region hinaus.
Dass der Streuobsttag ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender der Stadt ist, dafür sorgt beispielsweise ein „Pflanzendoktor“, der anhand von Schadbildern an mitgebrachten Äpfeln den Besuchern Krankheiten der Früchte und mögliche Gegenmaßnahmen erläutert. Oder die vierköpfige Gruppe der Pomologen, also Obstbauexperten, die gerne Auskunft über die Sorten geben, die in den Gärten der Besucher wachsen.
Aussehen, Geschmack, Bissfestigkeit und Geruch, alles wird getestet, um den Besuchern Gewissheit zu geben. Zudem halten die Fachleute Nachschlagewerke bereit, um sich gelegentlich selbst zu vergewissern.
Die Informationen der Triesdorfer Baumwarte waren bei den Besuchern ebenso begehrt wie die zum Obstanbau allgemein oder die Maulbeere im Speziellen, die in Burgbernheim von Stadtgärtner Ernst Grefig durch gezielte Pflanzungen gefördert wird.
Ein Bauernmarkt mit regionalen Produkten kam Besuchern, die sich kurze Wege von der Ernte bis zum Verbraucher wünschen, entgegen. Eine Baumschule bot Beratung und Verkauf an, Korbflechter und Imker ließen sich über die Schulter gucken. Für die Kinder gab es einen kleinen Streichelzoo mit Schafen und Lämmern und einen Spielbereich. Musikalisch unterhielt die Stadtkapelle Burgbernheim die Gäste.
Abgerundet wurde die Veranstaltung mit Führungen durch die Streuobstwiesen, mit Schnuppperpilgern rund um Burgbernheim, einer Führung mit Wald- und Kräuterpädagogin Daniela Wattenbach zum Thema Streuobstfrüchte haltbar machen, einer Schafschur und der traditionellen Verlosung zum Abschluss.