Praktisches Lernen legt den Schwerpunkt auf eigene Erfahrungen der Kinder. Ein Musterbeispiel war dafür eine Aktion im Grüngürtel der Dinkelsbühler Altstadt: Mädchen und Jungen pflanzten Obstbäume und lernten dabei ganz automatisch vieles, was mit Streuobst zu tun hat.
Felix Wolf ist der Dinkelsbühler Stadtgärtner. Er ist verantwortlich für die Grünanlagen der Stadt. Eine der markantesten ist die Bleiche, die sich an die östliche Altstadt anschließt. Hier liegen ein großer Spielplatz und ein großer Streuobstgarten. Im nördlichsten Bereich der Bleiche wachsen ebenfalls Obstbäume, aber auch alter Baumbestand ist hier zu finden.
Weil Wolf und sein Team vor einiger Zeit aus Sicherheitsgründen eines dieser betagten Exemplare herausnehmen mussten – „der war hohl” – war Platz für junge Obstbäume. Stadtrat Florian Zech nutzte die Chance, hier ein Projekt weiterzuführen: „Zukunft Wurzeln geben”. Kinder, die heute die dritte Jahrgangsstufe besuchen, hatten vor zwei Jahren bereits Obstbäume gepflanzt, und jetzt sollten auch Mädchen und Jungen der aktuellen ersten Jahrgangsstufe die gleiche Möglichkeit erhalten.
Wolf und sein Kollege Rainer Früh hatten schon alles vorbereitet, als die Kinder auf der Wiese vor der Stadtmauer ankamen. Sieben Bäumchen lagen bereit – drei Apfel-, drei Zwetschgen- und ein Birmbaum. Einfach so in die Pflanzlöcher sollten die aber nicht versenkt werden. Wolf, ausgebildeter Gärtnermeister, nutzte die Gelegenheit, den Kindern die wichtigsten Fakten über Obstbäume zu erklären.
So lernten sie, wie ein Pflanzloch aussehen sollte, was bei der Bewässerung zu beachten ist, was eine Veredelungsstelle ist und was mit Baumsubstrat gemeint ist. Wolf setzte den Kindern die Fakten nicht einfach vor, sondern gab ihnen die Gelegenheit, mit ihrem eigenen Wissen zu glänzen. Ebenso wie Initiator Florian Zech war er begeistert, wie viel die Schülerinnen und Schüler der Klassen 1b und 1c über das Thema bereits wussten.
Nach diesem theoretischen Teil durften die Kinder selbst mit anpacken, um „ihre” Bäumchen fachkundig in die Löcher zu setzen. In fünf bis sechs Jahren können die ersten Früchte geerntet und daraus beispielsweise Saft gepresst werden. So lange könnten die Mädchen und Jungen die Obstbäume besuchen und deren Wachstum mitverfolgen.
Finanziert wurden die Obstbäume von der Stadt Dinkelsbühl, wie Zech erklärte.