Was passiert auf einer Wiese, bevor die Mähmaschine kommt? Diese Frage beantwortete Bastian Pinsenschaum den Kindern der St.-Nikolaus-Kita Münchsteinach an drei Vormittagen ganz praktisch – mit Drohne, Wärmebildkamera und einem Stoff-Rehkitz im Gras.
Pinsenschaum erklärte den Kindern auch, warum die Rettungsaktion überhaupt nötig ist: Junge Kitze kommen ohne Fluchtinstinkt auf die Welt. In ihren ersten Lebenswochen ist ihr einziger Schutz, reglos im hohen Gras zu liegen – und darauf zu vertrauen, dass sie niemand findet.
Was sie vor natürlichen Feinden schützt, wird ihnen beim ersten Grasschnitt zum Verhängnis, da sie für Landwirtinnen und Landwirte nicht sichtbar sind. Deshalb zählt jede Stunde vor der Mahd, heißt es in einer Mitteilung. Um sie vor dem Mähtod zu bewahren, kommt bei der Suche ein modernes Hilfsmittel zum Einsatz: die Wärmebildkamera einer Drohne.
Diese Kamera erkennt die Körperwärme des Tiers, das sich als heller Fleck vom kalten Boden abhebt. „Die Drohne samt Kamera macht alles sichtbar, was wir fühlen können”, so Pinsenschaum. Die Kinder erfuhren, wie damit Wiesen systematisch abgesucht werden, wie ein gefundenes Kitz vorsichtig gesichert und später freigelassen wird – damit die Mutter es wieder annimmt.
Damit das Prinzip greifbar wurde, gab es eine praktische Probe: Ein Stoff-Rehkitz wurde im Gras versteckt und anschließend gemeinsam mit der Drohne aufgespürt – mit großer Begeisterung, wie die Verantwortlichen mitteilten. Am Ende durfte die Gruppe das Stoff-Rehkitz mit nach Hause nehmen.
Auch in der Praxis ist die Unterstützung gefragt: Bastian Pinsenschaum, der mit seiner Firma Landwirtinnen und Landwirte bei der Rehkitzrettung unterstützt, zieht eine positive Zwischenbilanz zum Saisonstart: „Der erste Schnitt ist auf den von uns kontrollierten Flächen sehr gut verlaufen – es wurde kein Tier übersehen.”