Zwei Stadträtinnen, vier Stadträte und drei Ortssprecher sind ab 1.Mai nicht mehr Teil des neuen Merkendorfer Stadtrates. Die letzte Sitzung des alten Gremiums nutzten Bürgermeister Stefan Bach und die Verwaltung, um sie zu verabschieden.
Es wird aber nicht bei dieser kurzen Verabschiedung bleiben, kündigte Bach an. „Wir haben uns gedacht, dass wir im Sommer noch eine offizielle Veranstaltung machen, um alle entsprechend zu ehren.” Er bedankte sich bei allen ausscheidenden Mitgliedern des Stadtrates und den Ortssprechern, die aufhören, für deren „konstruktive Arbeit“. Dank des sachlichen Umgangs miteinander seien „Entscheidungen zum Wohl der Bürger” getroffen worden.
Angeführt wird die Liste von Herbert Argmann (Bürgerforum). Nach 30 Jahren im Stadtrat ist er nicht mehr angetreten. Seit 2008 hat Argmann auch als zweiter Bürgermeister gewirkt. Besonders in Bauangelegenheiten habe er sich stets ganz besonders tief eingearbeitet und wertvolle Hinweise gegeben.
Argmann selbst, merkte schmunzelnd an, dass er in seiner Zeit im Stadtrat drei Bürgermeister erlebt hat – vor Stefan Bach waren das Hans Popp und Karl Huber. Er äußerte den Wunsch, dass im Stadtrat weiterhin sachbezogen gearbeitet werde. „Ich hoffe, Merkendorf blüht und gedeiht.”
18 Jahre waren Heike Bogenreuther (Bürgerforum) und Marco Lenz (Bürgerforum) im Stadtrat aktiv. Bogenreuther hatte zudem seit 2020 das Amt der dritten Bürgermeisterin inne. Bach dankte ihr, weil sie bei Entscheidungen immer „den Blick der Außenorte” eingebracht habe und lobte Lenz dafür, dass dieser seine Meinung stets klar geäußert habe. Auch wenn diese nicht immer seiner eigenen entsprochen habe, sei dieser sachliche Austausch wichtig gewesen.
Bogenreuther betonte, dass sie sich nur aus dem Stadtrat zurückziehe, aber weiterhin ehrenamtlich engagiert bleibe. Marco Lenz unterstrich, dass er es sich nicht leicht gemacht habe, nicht mehr zu kandidieren. Er sei froh, dass seine Entscheidung zu einer Verjüngung des Gremiums geführt habe.
Jeffrey Hausmann (Bürgerallianz), der im zurückliegenden Wahlkampf für den Posten des Bürgermeisters kandidiert hatte, scheidet nach sechs Jahren im Stadtrat ebenfalls auf eigenen Wunsch aus. Hintergrund: Weil er nach seiner Zeit bei der Bundeswehr nun eine neue Ausbildung absolviert, wird er in der näheren Zukunft nur selten in Merkendorf sein. Deshalb könnte er nicht an den Sitzungen teilnehmen. Das Amt anzunehmen und nie da zu sein, sei kein guter Stil. „Aber ich bleibe Merkendorf erhalten”, hielt er den kursierenden Gerüchten entgegen. Bach hob „die guten Impulse” hervor, die Jeffrey Hausmann seit 2020 eingebracht habe.
Karin Strobel (Bürgerallianz) lobte der Bürgermeister als jemanden, der „immer einen anderen Blickwinkel” einbrachte und sich sehr vielseitig ehrenamtlich engagiert. Sie selbst betonte, dass die Zusammenarbeit im Gremium stets angenehm gewesen sei. Sie wolle sich aber langsam aus den Ehrenämtern herausziehen und „etwas mehr Privatleben” genießen.
Wer in der Stadtratssitzung fehlte, war Matthias Kleemann (Bürgerforum) aus Gerbersdorf. Auch er war nicht mehr zur Wahl angetreten. Sechs Jahre gehörte er dem Stadtrat an. Ebenfalls verabschiedet wurden die Ortssprecher Benjamin Weng (Bammersdorf), Martin Huber (Heglau) und Michael Graf (Willendorf). Auch sie waren bei der Abschluss-Sitzung jedoch verhindert. Bürgermeister Bach betonte, dass es wichtig sei, dass die Ortsteile im Stadtrat vertreten sind.