Hunde an die Leine: LBV ruft zum Schutz von Wiesenbrütern in der Region auf | FLZ.de

foobarious
arrow_back_rounded
Lesefortschritt
Veröffentlicht am 24.05.2026 09:26

Hunde an die Leine: LBV ruft zum Schutz von Wiesenbrütern in der Region auf

Wiesenbrüter wie die Uferschnepfe finden im Altmühltal Schutz und Lebensraum. Sie sind besonders gefährdet. (Foto: Ton Veldhuizen, Pixabay)
Wiesenbrüter wie die Uferschnepfe finden im Altmühltal Schutz und Lebensraum. Sie sind besonders gefährdet. (Foto: Ton Veldhuizen, Pixabay)
Wiesenbrüter wie die Uferschnepfe finden im Altmühltal Schutz und Lebensraum. Sie sind besonders gefährdet. (Foto: Ton Veldhuizen, Pixabay)

Wiesenbrüter stehen auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten. Sie sind sehr anfällig für Störungen und bedürfen daher besonderen Schutzes. Der Landesbund für Vogelschutz wirbt um Rücksichtnahme, gerade von Spaziergängern mit Hunden.

Der Frühling lockt wieder viele Menschen ins Freie. Oftmals sind die ausgesuchten Ziele nicht nur schöne, sondern auch wichtige Schutz- und Brutgebiete für selten gewordene Arten. Auch die Brutzeit der Wiesenbrüter, wie Kiebitz, Brachvogel und Co. beginnt nun wieder. Durch ihr besonderes Brutverhalten in Wiesen und Feldern sind diese Vogelarten sehr anfällig für Störungen.

Wiesenbrüter stehen auf der Roten Liste

Wiesenbrüter stehen allesamt auf der Roten Liste und bedürfen deshalb unseres besonderen Schutzes. Um dem Bestandsrückgang entgegenzuwirken, setzt sich der LBV für die bedrohten Tiere ein. In den kommenden Wochen und Monaten sind deshalb Personen der Gebietsbetreuung und der Wiesenbrüterberatung sowie andere Aktive unterwegs, um Nester ausfindig zu machen und zu schützen. Wiesenbrüterberater und Vorsitzender beim LBV im Landkreis Ansbach, Markus Bachmann, ruft dazu auf: „Bitte leinen Sie Ihren Hund an, oder verzichten Sie am besten ganz auf Spaziergänge in gefährdeten Gebieten.“

Seit März sind die Kiebitze nun zurück aus ihren Überwinterungsgebieten. Für den LBV markiert das Zurückkehren der ersten Kiebitze jährlich den Start in die Wiesenbrütersaison. LBV-Ehrenamtliche sind inzwischen wieder im Landkreis unterwegs, um Bruten zu schützen. Dieser zeitaufwendige Einsatz ist mittlerweile nötig geworden, da viele unserer ehemals noch häufigen Feld- und Wiesenvögel heutzutage stark bedroht sind. Die Bestände des Kiebitzes beispielsweise haben seit 1980 deutschlandweit um 93 Prozent abgenommen. „Im Landkreis Ansbach gibt es inklusive dem wichtigen Gebiet Wiesmet noch etwa 100 bis 120 Brutpaare. Im letzten Jahr sind fast keine jungen Kiebitze flügge geworden. Das reicht bei Weitem nicht aus, um die Art auf Dauer zu erhalten“, erläutert Markus Bachmann.

Wiesen bei Altmühl, Wörnitz und Rezat meiden

Zur Gruppe der Wiesenbrüter werden Vogelarten gezählt, welche ihr Nest am Erdboden bzw. in Bodennähe, bevorzugt auf Wiesen, anlegen. Zu diesen gehören neben dem Kiebitz auch Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, der Vogel des Jahres, das Rebhuhn, Grauammer, Bekassine, Braunkehlchen, Wiesenpieper und der Wachtelkönig.
Neben ihrem Brutverhalten haben diese Vögel außerdem gemein, dass sie allesamt auf der Roten Liste der bedrohten Tierarten stehen. Arten wie Uferschnepfe, Brachvogel, Rotschenkel, Braunkehlchen, Bekassine und Wiesenpieper sind gar auf der Roten Liste 1 angesiedelt. Damit sind zwei Drittel aller Wiesenbrüter Bayerns vom Aussterben bedroht und es gilt, diese heute seltenen Arten Bayerns zu schützen.
Und auch Sie können mithelfen, indem Sie dem Appell von Markus Bachmann folgen: „Meiden Sie während der Brutzeit bis Ende Juni Wiesenbrütergebiete, wie die Altmühl-, Wörnitz- und Rezatwiesen sowie die Wiesen bei Aurach und Leutershausen. Leinen Sie ihre Hunde an und versuchen Sie, Störungen zu vermeiden.“ So leisten Sie einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieser selten gewordenen Vögel. Beim Wiesenbrüterschutz obendrein unabdingbar: eine gute Kooperation zwischen Naturschutz und Naturnutzung. LBV-Wiesenbrüterberater Markus Bachmann dankt daher ausdrücklich auch allen engagierten Personen der Landwirtschaft: „Ohne ihre Mithilfe wäre Wiesenbrüterschutz, wie er bei uns praktiziert wird, nicht möglich.“

Das könnte Sie auch interessieren
Bäume in Westmittelfranken schützen: Eine App des Bund Naturschutz soll helfenSo wird das Bienenhotel zum idealen Nest: Tipps der Deutschen WildtierstiftungAdlerberingung bei Aurach: Sechs Jungvögel beweisen erfolgreiche NaturschutzarbeitKornblumen und Mohn zwischen Greens? Bunte Überraschung am Golfplatz SchönbronnNach neun Jahren Warten: Storchenpaar nistet in Ehingen und zieht Jungvögel aufNaturpark Frankenhöhe baut sein Programm für Kinder und Erwachsene ausDer Obst- und Gartenbauverein in Steinach/Ens prägt seit 1901 das OrtslebenOasenspiel in Weidelbach: Aus dem Schwarzen Adler wird ein TreffpunktMüllprobleme in Dietenhofen: Ist ein Ampel-System eine gute Lösung?Ein neues Küchenzelt und 35 Adler: Pfadfinder aus Ansbach beim PfingstzeltlagerJägervereinigung Rothenburg spricht sich gegen Dauerdruck bei der Jagd ausDer Nachwuchs in Westmittelfranken wird flügge: Naturschutzverband rät zu VorsichtErst ignoriert, jetzt Naturjuwel: Warum die Espe im Kreis NEA Forscher verzücktVerkehr am Flugloch: Deshalb musste der Bad Windsheimer Lehrbienenstand umziehenWaldbegehung in Matzmannsdorf: Entdeckungsreise durch Natur und Geschichte

Gerne darf man beim Wiesenbrüterschutz auch aktiv mithelfen. Nähere Informationen dazu und zum Naturschutz auf der Homepageansbach.lbv.de Kontakt per Mail: ansbach@lbv.de

north