Volkshochschule in Ansbach streicht ihr gedrucktes Programm | FLZ.de

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Veröffentlicht am 09.11.2023 14:55

Volkshochschule in Ansbach streicht ihr gedrucktes Programm

Nicht digital und trotzdem ein Erfolg: VHS-Leiterin Sandra Anjoka (links) und Mitarbeiterin Natascha Koch-Covaleski vor einem der VHS-Schaufenster am Martin-Luther-Platz. (Archivfoto: Winfried Vennemann)
Nicht digital und trotzdem ein Erfolg: VHS-Leiterin Sandra Anjoka (links) und Mitarbeiterin Natascha Koch-Covaleski vor einem der VHS-Schaufenster am Martin-Luther-Platz. (Archivfoto: Winfried Vennemann)
Nicht digital und trotzdem ein Erfolg: VHS-Leiterin Sandra Anjoka (links) und Mitarbeiterin Natascha Koch-Covaleski vor einem der VHS-Schaufenster am Martin-Luther-Platz. (Archivfoto: Winfried Vennemann)

Mit dem Winterprogramm startete die Volkshochschule (VHS) Ansbach ein neues Marketing-Konzept. Kein gedrucktes Programmheft mehr, dafür setzten VHS-Leiterin Sandra Anjoka und ihre Mitarbeiter auf die Internetseite, einen Newsletter sowie Facebook und Instagram. Doch die „Multi-Channel-Strategie“ hat auch analoge Seiten.

„Einen Versuchsballon“ nannte Sandra Anjoka die neue Strategie der VHS Anfang September. Und dass man bereit sei zu korrigieren, wenn etwas falsch laufe. Zwei Monate später spricht die VHS-Leiterin von ersten Erfolgen.

Wichtigster Punkt für den neuen Ansatz ist das Erreichen jüngerer Zielgruppen, denn das Klientel der VHS ist mit „50plus“ ziemlich genau beschrieben. Außerdem hilft der Wegfall des Programmhefts Arbeitszeit zu sparen, weniger Papier zu produzieren und die Ausgaben zu reduzieren. Rund 28.000 Euro kosteten die beiden Programmhefte fürs Sommer- und Wintersemester zuletzt.

Die „Multi-Channel-Strategie“ fußt auf sechs Säulen. Im Zentrum steht die neugestaltete Internetseite mit allen angebotenen Kursen. Die Homepage ist nahezu barrierefrei, zusätzlich kann man mit dem Assistenz-Instrument „EyeAble“ die Bedienbarkeit der Internetseite den eigenen Bedürfnissen – oder Handicaps – anpassen.

Die – meist älteren – Stammkunden will man mit dem barrierefreien Newsletter erreichen, der Anfang September erstmals und dann ein- bis zweimal pro Monat versandt wurde. Aktuell haben bereits 530 VHS-Kunden den Newsletter abonniert. Kalkül: Selbst die Senioren, die wenig mit dem Computer arbeiten, verfügen zumindest über eine Mail-Adresse. Vorteil des Newsletters: Man kann zeitnah informieren und gezielt Kurse bewerben.

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Auch auf den Social-Media-Kanälen Facebook und Instagram habe sich viel getan, so Anjoka. Die Kursleiter nähmen die Gelegenheit wahr, mit Beiträgen aus den Kursen, kurzen Videos oder Fotos zu werben.

Ein großer Renner hat allerdings wenig mit dem digitalen Angebot zu tun: Teilnehmer und Kursleiter äußern sich positiv über die beiden VHS-Schaufenster am Rathaus und am Schrammhaus. Die Fenster am Martin-Luther-Platz werden alle sechs bis acht Wochen von den VHS-Mitarbeitern neu gestaltet.

Gänzlich auf Papier zu verzichten, ist allerdings nicht möglich. Man ist sich bei der VHS bewusst, dass viele Menschen keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu digitalen Medien haben oder schlichtweg gerne Gedrucktes in Händen halten.

Flyer in kleinen Auflagen gedruckt

Für diese Kunden hat man verschiedene Flyer aufgelegt, in denen zu ausgewählten Veranstaltungen informiert wird: Zum Beispiel ein Flugblatt für die reifere Generation, ein kleines Programm für die Junge VHS oder eine Übersicht zu allen Vorträgen und Führungen.

Auch bei der Gestaltung der Flyer wird auf Barrierefreiheit geachtet, zum Beispiel ist hier die Schrift größer als im bisherigen Programmheft. Um wenig Papiermüll zu produzieren, werden die Flyer in kleinen Auflagen gedruckt. Ist die Nachfrage groß, kann schnell nachbestellt werden. Die Flugblätter liegen an verschiedenen Auslagestellen in Ansbach aus und sind auch in der Geschäftsstelle erhältlich.

VHS-Leiterin Sandra Anjoka sieht sich auf dem richtigen Weg. Die Anmeldezahlen seien gestiegen und es kämen in allen Bereichen wieder mehr Kurse zustande. Auch die Auslastung sei besser geworden: „Schon jetzt sind es mehr Anmeldungen als im gesamten Jahr 2022.“ Ganz wichtig: Seit dem neuen Marketing-Konzept sei die Quote der mangels Teilnehmern ausgefallenen Kurse auf 20 Prozent gesunken. „Im Vergleich zum Wintersemester 2022 haben wir unsere Ausfallquote halbiert.“


Winfried Vennemann
Winfried Vennemann
Redakteur
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