Über einen Treppenplattformlift ist Feuchtwangens Stadthalle seit Sommer vergangenen Jahres barrierefrei zugänglich. Jetzt soll der nächste Schritt folgen: der Einbau einer barrierefreien Toilette auf Saalebene.
Der Bau- und Verkehrsausschuss des Stadtrats stimmte der von Stadtbaumeister Farag Khodary vorgestellten Planung zu und beauftragte die Verwaltung mit den erforderlichen Abstimmungen mit den Fachbehörden und den Fachplanern sowie der Ermittlung der konkreten Kosten.
Aktuell sind die Toilettenanlagen im Erdgeschoss der Stadthalle für mobilitätseingeschränkte Personen nicht erreichbar. Für den Einbau einer barrierefreien Toilette im Saalbereich soll ein kleiner Bereich der Küche abgetrennt werden, der laut Khodary „verzichtbar” sei. Küchengeräte könnten anders angeordnet werden. Der Zugang zur Toilette erfolgt über das Treppenhaus. Diese Variante hatte das Gremium bereits in seiner Sitzung im September 2024 favorisiert. Auf die Tagesordnung kam das Thema jetzt, da die Fraktion „Wir”/Grüne einen entsprechenden Antrag gestellt und eine schnelle Umsetzung der Maßnahme gefordert hatte.
Die Variante sei bereits vor Ort mit Vertretern des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege unverbindlich besprochen worden, teilte der Stadtbaumeister mit. Seitens der Behörde sei Zustimmung signalisiert worden. Es müsse jedoch eine detaillierte Ausführungsplanung vorgelegt werden. Wegen des Mauerdurchbruchs vom Treppenhaus her müsse zudem ein Statiker hinzugezogen werden, erklärte Khodary. In den Haushalt 2026 werde ein Ansatz für die Maßnahme hineingenommen.
Joachim Gutekunst („Wir”/Grüne) plädierte erneut für eine schnelle Umsetzung der Maßnahme noch in diesem Jahr, um nach der Installation des Treppenplattformlifts „echte Barrierefreiheit” in der Stadthalle zu erreichen. Außerdem sprach Gutenkunst noch zwei Punkte an, die ebenfalls das Thema Barrierefreiheit betrafen.
Zum einen wies er darauf hin, dass das Bürgeramt am neuen Standort an der Hindenburgstraße zwar über einen Aufzug barrierefrei zu erreichen ist, der Aufzug auf der Rückseite des Gebäudes jedoch nicht. Denn von der Hindenburgstraße aus geht es abschüssig nach unten. Für Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, und deren Begleitpersonen sei das problematisch. Gutekunst regte ein Klingelsystem an, über das Hilfe angefordert werden könne. Wie er der FLZ mitteilte, habe er dem Stadtbaumeister nach der Sitzung noch vorgeschlagen, dass es vielleicht auch sinnvoll wäre, einen Handlauf anzubringen.
Zum anderen machte Gutekunst auf die Gehwegsituation im Stadtteil Vorderbreitenthann aufmerksam. Dort ist der Gehweg von Feuchtwangen kommend auf der rechten Seite von Stufen unterbrochen. Personen mit Kinderwagen oder Kinder auf Fahrrädern müssten die Straßenseite wechseln oder sogar kurz auf die Straße ausweichen. Wie der Stadtbaumeister mitteilte, sei die Problematik bekannt und es werde nach baulichen Lösungsmöglichkeiten gesucht, die dann im Ausschuss vorgestellt würden.