Am Staatlichen Beruflichen Schulzentrum (SBS) Rothenburg-Dinkelsbühl wurde die Stelle der Schulleitungsstellvertretung neu besetzt – mit einer waschechten Mittelfränkin. Susanne Gruber ist in Ansbach aufgewachsen und wohnt seit 25 Jahren in Wörnitz.
Nach ihrer Mittleren Reife an der Realschule in Ansbach hatte Gruber zunächst eine Ausbildung bei der Sparkasse in Ansbach gemacht und anschließend ihr Abitur an der Berufsoberschule in Nürnberg erworben. Sie studierte Wirtschaftspädagogik mit Sport in Nürnberg, absolvierte ihr Referendariat an den kaufmännischen Berufsschulen in Aschaffenburg und Regensburg und bekam eine Planstelle in Passau an der dortigen Wirtschaftsschule.
Doch die Fränkin zog es zurück in die Heimat. Mit der Zusatzqualifikation Wirtschaftsgeografie in der Tasche kam sie zunächst ans Berufsschulzentrum Gunzenhausen und war dort auch Personalratsvorsitzende. 2005 wechselte Gruber an die FOS/BOS Ansbach. Sie wurde dort 2011 Mitarbeiterin in der Schulleitung und 2017 zur Studiendirektorin befördert.
Als die 56-Jährige hörte, dass am SBS Rothenburg-Dinkelsbühl die Stelle der Schulleitungsstellvertretung vakant war, telefonierte sie mit Schulleiter Michael Steigmann, um auszuloten, ob das für beide Seiten passen könnte. Offenbar war das Gefühl gut. Seit drei Wochen ist sie nun am Schulzentrum tätig und unterrichtet die Hälfte ihrer Unterrichtszeit in Dinkelsbühl in der Wirtschaftsabteilung, die anderen Stunden in Rothenburg in der Gastronomie.
Es sei ihr wichtig, Präsenz an beiden Schulstandorten zu zeigen, vor allem auch an der Dinkelsbühler Wirtschaftsschule, so Susanne Gruber. Sie wolle für das Kollegium und die Schülerinnen und Schüler ansprechbar sein. Den guten Ruf des SBS weiterzuentwickeln und die Schulen voranzubringen, sei eine schöne Aufgabe, so die 56-Jährige, die sich von den historischen Schulgebäuden mit ihrem ganz besonderen Charme und der hochmodernen Innenausstattung begeistert zeigte.
Sie wollte noch einmal etwas Neues beginnen und Auszubildende auf ihrem Weg begleiten, betonte Gruber im Gespräch mit der Redaktion. Faszinierend seien unter anderem die Gastronomieklassen, denn die jungen Leute dort kämen aus Chile und Marokko, aus Vietnam oder Venezuela. Sie nähmen viel auf sich, um in Deutschland eine Ausbildung zu absolvieren, so Gruber. Davor habe sie höchsten Respekt.
Susanne Gruber ist mit dem Schillingsfürster Volker Leopoldseder verheiratet. Sie hat eine erwachsene Tochter und einen erwachsenen Sohn. In ihrer Freizeit macht sie Sport und ist aktives Mitglied bei den Herrieder Aquathleten.