Der Weltherztag, die Hartnäckigkeit der Gemeinde Neuhof an der Zenn Fördergelder aufzutreiben und das Regionalbudget machten es möglich: Seit Freitag verfügen auch die Außenorte der Gemeinde, Vockenroth, Neuselingsbach, Neuziegenrück, Adelsdorf und Neukatterbach über Defibrillatoren, mit deren Hilfe bei Notfällen Leben gerettet werden kann.
Bürgermeisterin Claudia Wust und der Gemeinderat begnügten sich allerdings nicht nur damit, diese Defibrillatoren mit Unterstützung des Regionalbudgets zu kaufen, sondern organisierten auch eine Aufklärungstour durch die fünf Ortschaften bei der Interessierte sich mit dem Umgang dieses Gerätes vertraut machen konnte. Ludwig Winter von der ASTA GmbH & Co. KG, die in Neuhof unter anderem Arbeitsschutz-Bekleidung herstellt und Silvia Heubeck, die Ortssprecherin von Neukatterbach, hatten den praktischen Teil der Schulung übernommen und erklärten zuerst in Vockenroth, dann in Neuselingbach, gefolgt von Neuziegenrück, Adelsdorf und Neukatterbach, was bei einem Notfall zu tun sei und wie der Defibrillator hilfreich eingesetzt werden kann.
Nachdem den Zuschauern dabei schon einmal die Scheu genommen wurde, den Kasten auf- und sich mit dem Inhalt vertraut zu machen – der in Vockenroth und in Neuziegenrück in der Ortsmitte hängt, in Neuselingbach bei Familie Ziegler, in Adelsdorf beim Gasthaus Burk und in Neukatterbach in der Dorfhalle – kam als erstes die Frage auf „Was mache ich, wenn Jemand am Ortseingang, bei der Arbeit auf dem Feld oder auf der Zubringerstraße einen Herzanfall hat, der Defibrillator aber im Dorf hängt?“. „Zuerst Notruf absetzen, dann schnellstens das Gerät holen, oder noch besser von Jemandem holen lassen und sofort mit der lebensrettenden Herzdruckmassage beginnen“, empfahl Ludwig Winter: „Hier zählt jede Minute, nach zehn kann es schon zu spät sein“. „Wie mache ich auf den Notfall aufmerksam?“ war die nächste Frage. „Ganz laut ,Feuer’ schreien“ war der Rat von Claudia Wust, „da kommt erfahrungsgemäß schneller Unterstützung, als wenn man nur ,Hilfe’ ruft“.
Der nächste Schritt, der die Zuhörer zunächst durchaus Überwindung kostete, war es, den praktischen Einsatz am Patienten zu versuchen. Ludwig Winter hatte dazu eine lebensgroße Puppe mitgebracht, an der geübt werden konnte. Schritt für Schritt erklärte dieses Gerät via eingebautem Lautsprecher sich selbst und nahm damit den Probanden die Sorge, etwas falsch zu machen.
Einige Mutige schritten dann zur Tat und versuchten sich an der Herzdruckmassage: „Ganz schön anstrengend, da muss man ja mit beiden Händen voll Druck ausüben, besteht dabei nicht die Gefahr, den Bewusstlosen zu verletzen?“, war die bange Frage. „Besser, Sie brechen ihm ein paar Rippen, als dass er Ihnen wegen zu zaghaften Drucks unter den Händen wegstirbt“, war der Rat des Trainers, „und immer genau den Anweisungen der Stimme folgen, die aus dem Defibrillator kommt. Sobald der Notarzt da ist, übernimmt dieser alles Weitere“.
Von den aktuell 2222 Einwohnern Neuhofs waren etwa zehn Prozent zu diesen Geräteeinweisungen gekommen. Claudia Wust zeigte sich sehr zufrieden mit der Resonanz auf die Aktion, die die Gemeinde mit Hilfe der Förderung durch das Regionalbudget nur rund 5000 Euro kostete.
Krönender Abschluss des Weltherztages war schließlich der Vortrag von Gerald Wüchner, Kochbuchautor und Küchendirektor der Kliniken Ansbach, Rothenburg und Dinkelsbühl, über „Mediterrane Küche - Genuss & Chance für Ihr Herz“, der bis auf den letzten Platz ausgebucht war. Um zu zeigen, was diese Küche so alles an Köstlichkeiten bietet, hatte Wüchner ein leckeres Buffet aufgebaut, das das Angenehme mit dem Nützlichen verband und deshalb schnell leer gefegt war.